Folgerichtig und verdient: Der TSV Gispersleben hat in der laufenden Saison der Fußball-Kreisoberliga Erfurt-Sömmerda die meisten Tore erzielt, die wenigsten kassiert und kann sich nun nach dem 4:2 gegen Walschleben als logischer Herbstmeister in die Winterpause verabschieden.

Im Spitzenspiel gegen den Dritten genügte zu dieser Tatsache quasi bereits die erste halbe Stunde. Danach stand es 4:0 und der Sieger auf dem Kunstrasenplatz am Nordpark so gut wie fest.

„Bis dahin haben wir effizient gespielt. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Sieg auch über die gesamte Spielzeit absolut verdient war. Spielerisch waren wir heute besser als Walschleben“, resümierte der Gisperslebener Coach Tobias Geißler nach der Partie.

Vor allem im Umkehrspiel war der Primus seinem Kontrahenten häufig wenigstens einen Gedanken voraus, wirkte schlicht griffiger. „Wir haben sicher auch die Lehren aus dem verlorenen Pokalspiel gegen An der Lache gezogen und waren selbst weit weniger anfällig für Gegentore.“

Alle suchen Reichmann, der findet das Tor zweimal

Entgegen kam dem TSV sicher das schnelle 1:0. Michael Gorsboth hatte mit einem Diagonalpass von rechts den steten Unruheherd Tobias Reichmann im Sturmzentrum gesucht. Der Walschlebener Verteidiger Martin Döring wollte retten, überwand zu seinem Pech dabei aber seinen eigenen Keeper Vinzent Drews (8.). Bastian Urbach hingegen fand wenig später mit seinem Eckball den Weg zu Reichmann, der am zweiten Pfosten schulbuchmäßig gegen die Laufrichtung Drews' einköpfte (15.). Das druckvolle Spiel der nominellen Hausherren erwies sich weiterhin als enorm fruchtbar: Tom Dziony setzte nach einem Ball in die Tiefe gewinnbringend nach, indem er erst einen Pressschlag erzwungen hatte, ehe er den zweiten Ball im Tor versenkte (21.).

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Sehenswert auch der letzte Gisperslebener Treffer, vor allem die Vorarbeit: David Schönherr hatte den Ball perfekt in die Schnittstelle der Walschlebener Hintermannschaft gespielt. Reichmann war abermals zur Stelle und verabreichte dabei Drews einen Beinschuss (31.).

„Warum wir danach zunächst etwas passiver geworden sind, weiß ich nicht“, grübelte Geißler. Walschleben nutzte eine ungewöhnlich druckfreie Situation aus. Einwurf, Flanke, Florian Schuchardt, Tor, 4:1 (39.).

Ein paar Provokationen hüben wie drüben

Doch gerade in Sachen Ideenreichtum brachte das erste Erfolgserlebnis die Walschlebener an diesem Tag nicht weiter. Sie mühten sich, doch die Defensive Gisperslebens um die umsichten Innenverteidiger Urbach und Stephan Langer ließ wenig anbrennen.

Ärgerlich für diese, dass die junge Schiedsrichterin Judith Köttig beim Fallrückzieher des Walschlebeners Kevin Köllner am Mann die Partie weiterlaufen ließ. Gispersleben wartete auf den Pfiff vergeblich, Pascal-Domenic Haun traf im Anschluss ins Netz zum Endstand (75.).

Mathias Le Van musste nach der Aktion angeschlagen ausgewechselt werden.

Zu diesem Zeitpunkt war Gispersleben nur noch zu zehnt: Provokationen hin und her mündeten für Angreifer Reichmann in der Ampelkarte (66.). Zumindest die erste gelbe Karte zuvor wegen Reklamierens hatte er sich der Heißsporn jedoch allein zuzuschreiben.

Doch auch in Überzahl blieb Walschleben zumindest als Team eher ungefährlich. Lediglich Köllner ließ mit zwei Einzelaktionen seine großen Befähigungen aufblitzen – und jene von Gispersleben-Torwart Thomas Fischer gleich mit.

Verschossener Elfer, Alu-Pech, Rote Karte: Trotzdem holt Vieselbach die Punkte

Im anderen Nachholspiel des Wochenendes erntete Vieselbach drei weitere Punkte im Kampf um einen soliden Mittelfeldplatz. Beim 3:2 gegen Schlusslicht Haßleben tat sich die Elf von Trainer Ronny Richter dabei lange schwer. Der Ball lief auf dem Kunstrasen am Wustrower Weg zu selten flach, Haßleben hing sich einsatzfreudig in die Partie.

Eine der wenigen durchdachten Kombinationen schloss Michel Dinger zum 1:0 ab (32.). Auf Etienne Kämmerers 1:1 (38.) antwortete Michel Winkelmann mit der erneuten Vieselbacher Führung noch vor der Pause (41.).

Im zweiten Durchgang klingelte es am und im Tor. Erst hatte Nico Abendroth für das 3:1 gesorgt (48.), dann sorgten zwei Alu-Treffer, ein verschossener Elfmeter sowie die Rote Karte Robin Gutzeits für graue Haare auf der Vieselbacher Trainerbank. Nachdem Florian Brück vom Elfmeterpunkt den Anschlusstreffer markert hatte (79.), wurde es noch einmal eng.

#seitenwechsel: Nicht nur Freude, sondern auch Stolz über das Erreichte der letzten Monate und Jahre bestimmten die Gefühlslage von Gispersleben-Trainer Tobias Geißler nach der gewonnenen Herbstmeisterschaft.

Geißler: „Bereits in der vergangenen Saison haben wir gezeigt, welchen Fußball wir spielen können. Da hat allerdings noch die Kontinuität gefehlt. Mit den punktuellen Verstärkungen im Sommer hat das Team nochmals an Qualität gewonnen. Vor allem in vorderster Front sind wir dank Tobias Reichmann noch schwerer zu stellen, Martin Hagenbring ist ebenfalls sehr torgefährlich. Somit kann sich der Gegner nicht mehr allein auf einen überragenden David Schönherr einstellen. Das Umschaltspiel von Offensive auf Defensive ist zudem wesentlich besser geworden. Ohnehin haben wir bis in dieses vierte Jahr hinein, das ich hier Trainer bin, keine Stagnation erlebt. Wir entwickeln uns, haben eine tolle Truppe beisammen – auf und neben dem Platz. Interessant wird es in dieser Saison dennoch bleiben. Auch An der Lache, Marbach und Walschleben haben die Qualität, einen richtigen Lauf hinzulegen und den Meisterschaftskampf offen zu halten.“

Gispersleben – Walschleben/Elxleben 4:2

Gispersleben: T. Fischer, M. Reißmann, Schönherr, Le Van (77. Decker), Reichl (70. Ackermann), Urbach, Schenke, Dziony, Langer, Reichmann (66. GR), Gorsboth.

Walschleben: Drews, Duske, Wüsten, G. Fischer, Funke (46. Möller), Gerke, Köllner, Döring (66. Misailidis), Schuchardt, Armstroff (40. C. Fischer), Ehrich.

T.: 1:0 Döring (8. ET), 2:0 Reichmann (15.), 3:0 Dziony (21.), 4:0 Reichmann (31.), 4:1 Schuchardt (39.), 4:2 Haun (75.).

Vieselbach/Azmannsdorf – Haßleben 3:2

Vieselbach: Schröter, Müller, Sedlacek, Winkelmann, Glatzel, Grimm, Dinger, Gutzeit (56. RK), Skaba, Abendroth, Reiber.

Haßleben: Straube, Quittschreiber, Mönchgesang, D. Kraft, Brück, Hoffmann, Helbig (66. Bohn), Schüttauf, Kämmerer, Hopfe, Kutscher.

T.: 1:0 Dinger (32.), 1:1 Kämmerer (38.), 2:1 Winkelmann (41.), 3:1 Abendroth (48.), 3:2 Brück (79. FE).

Kreisoberliga, 15. Spieltag, Teil 1.

Kreisoberliga, 15. Spieltag, Teil 2.

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