Das letzte Kräftemessen des Kalenderjahres zwischen den drei aktuellen Top-Teams der Fußball-Kreisoberliga konnten am 30. Dezember die Kicker des SV Empor Walschleben in einem spannenden und gutklassigen Hallenturnier in der Erfurter Riethsporthalle für sich entscheiden. Beim im Modus Jeder-gegen-jeden ausgetragenen Agro-Cup des gastgebenden SV Blau-Weiß Greußen gewannen die Walschlebener das drittletzte Turnierspiel gegen Kreisoberliga-Primus Gispersleben mit 4:1 und schnappten diesem somit den Pokal noch vor der Nase weg. Dritter wurde der Kreisoberliga-Zweite An der Lache, der durch das 1:3 im Eröffnungsspiel gegen Gispersleben von Beginn an der Spitze hinterherhechelte.

Köllner überragt, Schuchardt entscheidet

Für die Walschlebener ging damit eine zwar kurze, aber überaus erfolgreiche Hallenrunde im alten Kalenderjahr zu Ende. Bereits den Biker-Dom-Cup in Sömmerda hatte das Team von Trainer Andreas Lendrich gewonnen und sich damit für den Sonnenland-Cup in Sömmerda qualifiziert. In Abwesenheit der sonst üblichen Hochkaräter, etwa Drittligist Rot-Weiß Erfurt, belegte Walschleben direkt nach den Weihnachtsfeiertagen Rang zwei in der Sömmerdaer Unstruthalle hinter dem Prominenten-Team um Ex-DFB-Auswahlspieler Bernd Schneider. Beim Agro-Cup stand die Empor-Elf nun wieder ganz oben auf dem Siegerpodest.

Einer der Hauptverantwortlichen war einmal mehr Ausnahmespieler Kevin Köllner. Nach äußerst dezenten Auftaktminuten gegen Apfelstädt und einem 0:3-Rückstand hatte es sich der Spitzenreiter der Kreisoberliga-Torjägerliste auf der Auswechselbank bequem gemacht und Energie für seinen großen Auftritt getankt.

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Noch vier Minuten und 30 Sekunden waren auf der Uhr verblieben, Köllner kam zurück – und wie! Quasi im zweiminütigen Vollsprint errackerte er sich die Bälle bereits in des Gegners Hälfte, nahm Maß, schoss, traf, traf, traf und traf. In 120 Sekunden hatte er das Spiel per Viererpack auf das siegbringende 4:3 gedreht.

Nach den Stationen 3:0 gegen Braunichswalde (Landkreis Greiz), 1:0 gegen Greußen und 0:0 gegen An der Lache/Concordia kam es zum Showdown mit Gispersleben. Walschleben musste siegen, da der Kontrahent alle seine Duelle bis dahin gewonnen hatte. Dieses Mal hieß der entscheidende Spieler Florian Schuchardt. Erst hatte er den Ball in den Giebel genagelt, ehe Tobias Reichmann für Gispersleben ausglich. Dann fand Schuchardts abgefälschter Versuch den Weg ins Schwarze. Für die Vorentscheidung hatte Tino Gerke nach einer Ecke gesorgt, ehe Köllner den sehenswerten Schlusspunkt besorgte: Einem einzigen Guss gleich kam seine Ballannahme mit der Brust, die Körperdrehung und der Abschluss flach ins Eck zum 4:1.

Gispi mit der deutlich höchsten B-Note

Während sich beim Turniersieger die Torschützen einzig auf die Namen Köllner, Schuchardt und Gerke beschränkten, war in Sachen Toreschießen nahezu ganz Gispersleben auf Achse. Aufgrund der Gesamtzahl der erzielten Treffer (18 in fünf Spielen) verwunderte es dennoch nicht, dass der Kreisoberliga-Herbstmeister mit Tobias Reichmann (8) auch den Torschützenkönig des Agro-Cups stellte.

Wenngleich das Team phasenweise vom auf der Tribüne (eigentlich als Zuschauer) teils sitzenden, teils lautstark aufspringenden „Freiluft“-Trainers Tobias Geißler gecoacht zu werden schien, funktionierte es mit dem Verteidigen in der Riethsporthalle nicht sonderlich gut. Beim Duell auf Augenhöhe mit An der Lache zum Turnierauftakt, in dem die effizienteren Gisperslebener 3:1 siegten, war noch so etwas wie eine auch auf Gegentor-Vermeidung ausgerichtete Taktik zu erahnen. Danach schepperte es in Gispersleben-Spielen an allen Ecken und Enden: 5:4 gegen Greußen, 5:3 gegen Apfelstädt, 4:0 gegen Braunichswalde und 1:4 gegen Walschleben – Spielzeit jeweils nur elf Minuten.

Bemerkenswert war indes der Offensivauftritt des gesamten Teams um die Strategen David Schönherr und Mathias Le Van. Mit einer Unzahl an beeindruckend herauskombinierten Toren heimste sich die Mannschaft die mit Abstand höchste B-Note ein und unterstrich, weshalb das Ensemble in der Kreisoberliga derart schwer ausrechenbar auf emsige Torejagd geht.

An der Lache auf Kontrolle bedacht, jedoch mit wenigen Glanzlichtern

Wesentlich eher auf Kontrolle bedacht, trat der Kreisoberliga-Zweite An der Lache/Concordia auf. Aufgrund der schwächeren Chancenverwertung ging der Auftakt 1:3 gegen Gispersleben verloren. Danach blieb das Team um den starken Keeper Martin John dreimal ohne Gegentreffer. Eines der spärlich dosierten Glanzlichter lieferte Kapitän Andreas Koppe beim 5:0-Sieg gegen Apfelstädt mit seinem feinen Hackentreffer. Beim 2:0 gegen Braunichswalde trafen beide Weis-Brüder Constantin und Christopher, beim 0:0 gegen Walschleben niemand. Mal wieder haperte es dabei an der Chancenverwertung gegen den späteren Turniersieger, der mit Blick auf sein anstehendes Finale gegen Gispersleben beizeiten mit einem Remis zufrieden zu sein schien. Schon vor dem Abschluss-1:2 der Lache gegen Gastgeber Greußen war am dritten Gesamtplatz nichts mehr zu ändern.

Ergebnisse: Gispersleben – An der Lache/Concordia 3:1, Greußen – Braunichswalde 1:0, Apfelstädt – Walschleben 3:4, Gispersleben – Greußen 5:4, An der Lache – Apfelstädt 5:0, Braunichswalde – Walschleben 0:3, Apfelstädt – Gispersleben 3:5, An der Lache – Braunichswalde 2:0, Walschleben – Greußen 1:0, Gispersleben – Braunichswalde 4:0, Walschleben – An der Lache 0:0, Greußen – Apfelstädt 3:4, Walschleben – Gispersleben 4:1, An der Lache – Greußen 1:2, Apfelstädt – Braunichswalde 3:0.

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Systemtechnik-Cup 2017.

Gispersleben ist Herbstmeiter.