Es läuft nicht rund beim Aufsteiger VfB Stuttgart. Die Schwaben trennten sich Sonntagnacht von Aufstiegscoach Hannes Wolf und präsentierten bereits am Tag danach den ehemaligen Trainer von Bayer 04 Leverkusen, Tayfun Korkut. Der fünfmalige deutsche Meister ist also doch noch für Überraschungen gut, diese finden jedoch eher abseits des Platzes statt. Dass die Verpflichtung des gebürtigen Stuttgarters als neuer Trainer keine Euphorie auslöst, durfte den Verantwortlichen des VfB Stuttgart um Michael Reschke bewusst gewesen sein. Jedoch sei man von der Lösung Korkut "total überzeugt", so der VfB-Sportvorstand. Hohe Wellen schlägt der Trainerwechsel vor allem bei den Fans.

Einige des Stuttgarter Anhangs kündigten ihre Mitgliedschaft oder prognostizierten den erneuten Abstieg in die zweite Liga. Das Vertrauen der Fans Richtung sportlicher Führung dürfte damit Richtung Null gehen, doch wie geht es nun weiter beim VfB?

Die Lage beim Tabellen-15. ist alles andere als aussichtslos. Die Schwaben stehen mit 3 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch relativ gut da. Auch weil sich die direkten Konkurrenten in ihren Partien nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Allerdings holten auch die Schwaben in den letzten sieben Bundesligapartien gerade einmal drei Punkte.

Eine weitere "Horrorzahl" ist die Auswärtsschwäche der Stuttgarter. Bislang holte man in zehn Auswärtsspielen lediglich einen (!) Punkt! Oft agierten die Schwaben auf fremdem Platz mutlos und ängstlich.

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Den Schwaben fiel es schwer Chancen zu kreieren und die eigene Verteidigung zu entlasten. Oft (wie z.B. in Leipzig) hielt man gut mit, stand am Ende aber trotzdem ohne Zähler da.

Tayfun Korkut muss daher vor allem auch in der Offensive ansetzen und das Mittelfeldzentrum stärken, aus dem bisher viel zu wenig kommt. Eventuell wäre es für die Schwaben gut, hier nochmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden, um vor allem Königstransfer Mario Gomez in Szene zu setzen, der oftmals verlassen im Sturmzentrum wirkte. Im Gespräch waren zuletzt Milot Rashica von Vitesse Arnheim und Steven Skrzybski von Union Berlin.

Außerdem braucht der neue Coach ein Händchen für vor allem junge Spieler wie Jacob Bruun Larsen, Timo Baumgartl, Benjamin Pavard, Dzenis Burnic, Santiago Ascacibar, Chadrac Akolo oder Berkay Özcan. Diese Spieler sind zwar große Talente, haben aber auch große Leistungsschwankungen und sind dem Druck im Abstiegskampf nicht so gewachsen, wie manch erfahrener Spieler. Hier muss Korkut vor allem ein ruhiges Händchen beweisen und das eine oder andere Gespräch führen. Das wird vor allem für den neuen VfB-Trainer eine große Aufgabe werden.

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