Der Sportwettenanbieter Tipico hat sich als Werbepartner der Bundesliga einige Sonderrechte gesichert. Aber ist diese Partnerschaft wirklich förderlich für die höchste Spielklasse Deutschlands?

Zugegeben: Für Tipico ist dieser Werbedeal mit Sicherheit von Vorteil. Da die Bundesliga allein an einem Spieltag einige tausend Menschen ins Stadion treibt, sieht jeder den großen Schriftzug des Wettanbieters - und bekommt somit eventuell Lust, selbst einmal das Glück ein wenig herauszufordern.

Der Sportwettenspezialist mit Sitz in Malta erhält durch die Zusammenarbeit den offiziellen Partnerstatus des DFB und darf nun mit den Wettbewerbslogos der Bundesliga und 2.

Bundesliga werben. Außerdem erwirbt Tipico ab der kommenden Saison ein, in den Medienverträgen der DFL verankertes Erstverhandlungsrecht und sogenannte "Matching Offer Right" in Bezug auf bestimmte Sonderwerbeformen bei nationalen Lizenznehmern.Zudem wird der Wettanbieter im Rahmen eines "Digitalpakets" auf den Plattformen der DFL eingebunden.

Was genau bringt der Bundesliga der Deal?

Nun, diese Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Über das finanzielle Volumen des Vertrages haben beide Seiten nämlich Stillschweigen vereinbart. Klar ist aber, dass sich die Bundesliga bestimmt nicht unter Wert verkauft haben wird. Auf der anderen Seite muss die Liga in diesen Tagen auch mit vielen negativen Reaktionen auf den Deal rechnen.

In Zeiten, in der Spielmanipulation fast alltäglich ist, sieht es nicht unbedingt gut aus, wenn sich eine Liga mit solchem Ansehen auf einen Wettanbieter als Sponsor einlässt.

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Doch wer will es dem DFB verdenken? Ein Oliver Kahn und zahlreiche andere Ex-Sportler werben bereits für Wettanbieter. Einige Fußballclubs in der Bundesliga haben ebenfalls Partnerschaften mit Buchmachern. So sind RB Leipzig, der HSV und der FC Bayern München bereits in einem festen Vertrag mit Tipico, während sich der FC Schalke von bet-at-home für die Werbung bezahlen lässt. Auch die österreichische Spitzenliga hört seit der Saison 2014/15 auf den Namen "Tipico Bundesliga". Für die Vereine sind solche gut dotierten Verträge allerdings überlebenswichtig, da die Marktwerte der Spieler immer weiter ins Unermessliche steigen.

Fakt ist, dass der Buchmacher aus Malta immer auf der Suche nach neuen Kunden ist - auch, um seinen Spitzenplatz unter den Wettanbietern weiterhin zu festigen. Das hohe mediale Interesse und der Zuschaueransturm kommen Tipico herbei zur Gute. Und auch der DFB profitiert letztlich, denn ihm ist mit dem Werbedeal ein dicker Fisch ins Netz gegangen.