Mit fünf Niederlagen in Folge und dem Aus im DFB-Pokal Achtelfinale gegen Mainz schleppten sich die Schwaben mit müden Beinen in die Winterpause. Die Zielsetzung von 20 Punkten in der Hinrunde wurde knapp verfehlt, jedoch reichten die 17 gesammelten Zähler aus um auf dem Nichtabstiegsplatz 14 überwintern zu können. Die Ausbeute von 13 Saisontoren in der Hinrunde - harmloseste Offensive nach Köln - ließ die Herzen der Anhänger auch nicht höher schlagen, es war klar, dass sich in der Wintertransferperiode etwas tun muss.

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So kam es auch, jedoch erstmal anders als erwartet.

Simon Terodde wechselte mit sofortiger Wirkung zum 1. FC Köln. Ein Transferhammer der auf Unverständnis traf, so war es doch gerade Terodde der den VfB Stuttgart nach einem unglaublich erfolgreichen Jahr mit 25 Treffern in der 2.

Bundesliga wieder in die Erstklassigkeit führen konnte. Gerade Terodde der neben dem Verletzungsanfälligen Daniel Ginzcek der einzige Stürmer im Kader war. Gerade Terodde der im letzten Ligaspiel der Hinrunde gegen Bayern zeigte das er in die 1. Bundesliga gehört. Einen Stürmer ohne adäquaten Ersatz an die direkte Konkurrenz zu verkaufen, verstimmte viele Anhänger der Schwaben.

Rund eine Woche später konnten die Schwaben wieder aufatmen. Mario Gomez - der verlorene Sohn kehrt heim. Mit 155 Bundesligatreffern konnte Michael Reschle einen erfahrenen Knipser zurück an den Neckar lotsen. Die Erwartungshaltung an Mario Gomez sind riesieg, vorallem aber auch die Erwartungshaltung von Mario Gomez an sich selbst. Möchte er noch auf den WM-Zug aufspringen, ist eine Top-Rückrunde dringend notwendig.

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Es bleibt abzuwarten ob Gomez die Offensive tatsächlich beleben kann, einen ersten Beweis konnte der 32- Jährige im Testspiel gegen FC Twente Entschede schon liefern als er nur 1705 Sekunden bis zum ersten Tor benötigte.

Laut dem Sportvorstand Michael Reschke wird in der laufenden Transferperiode kein Neuzugang mehr in das Team von Trainer Hannes Wolf stoßen. Die Hoffnung der Anhänger, dass dies eine bewusste Aussage ist um die Marktpreise nicht in die Höhe schießen zu lassen, bleibt. Sieht man sich den aktuellen Kader der Schwaben an, hat man im Winter mit Josip Brekalo und Simon Terodde zwei Angreifer verloren und mit Mario Gomez nur einen gewonnen. Die Angriffsabteilung um Chedrac Akolo, Anastasios Donis, Carlos Mané und Daniel Ginzcek haben ein großes Potential, können es aber verletzungsbedingt bisher noch nicht ausschöpfen. Der Chefcoach Hannes Wolf weiss somit nicht, ob er in der Rückrunde auf diese instabilen Spieler setzen kann, eine adäquate zweite Reihe fehlt. Fällt somit ein Angreifer aus, wird es in der Offensive schon wieder sehr dünn für den Coach.

Wenn man bedenkt das nach der laufenden Saison sowohl Carlos Mané als auch Takuma Asano den Verein aufgrund des Auslaufens Ihrer Leihverträge verlassen werden, würde es Sinn ergeben weitere Offensivtransfers anzustreben um diese Spieler dann an den Kader heranzuführen. Eine weitere Baustelle ist die rechte Abwehrseite, welche mit Andreas Beck nur notdürftig besetzt ist.

Im spanischen La Manga, wo Chefcoach Hannes Wolf mit seinem Team die Zelte für das Trainingslager aufschlug, wurde auch kräftig an der Formation und Taktik getüfftelt. Spätestens am kommenden Samstag um 15:30 Uhr wird man im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin sehen in wie weit der Kader ausreicht um gegen ein Mittelklasseteam der Bundesliga Punkte einfahren zu können. Schaffen es die Schwaben in der Rückrunde nicht nur gegen die Top-Teams der Bundesliga eine gute Moral und Arbeitsleistung an den Tag zu legen, sondern auch gegen die direkte Konkurrenz aus Hamburg, Bremen, Köln und Freiburg, hat man eine große Chance sich in der Bundesliga zu etablieren.