Zwei Tage nach der 1:2-Heimniederlage des abstiegsgefährdeten VfL Wolfsburg gegen Rekordmeister FC Bayern hat Trainer Martin Schmidt seinen Rücktritt erklärt. Über seine Entscheidung, von der er sich nicht mehr abbringen ließ, unterrichtete der 50-jährige Schweizer die Vereinsverantwortlichen des Fussball-Bundesligisten am Montagvormittag.

Als Grund benannte Schmidt den steigenden Druck, unter dem das VfL-Team und auch der Coach stehe. Er mache damit Platz für einen neuen Cheftrainer, der mit neuen Impulsen der Mannschaft zum angestrebten Klassenerhalt verhelfen soll. Die Klubführung der Wolfsburger bedauerte zwar Schmidts Entschluss, akzeptierte letztlich den Rücktrittswunsch des Übungsleiters.

Durchwachsene Bilanz bei den "Wölfen"

Schmidt besaß in Wolfsburg einen Kontrakt bis 2019. Somit hat der VfL-Vorstand eine wichtige Personalentscheidung zu treffen. Denn ein Nachfolger steht noch nicht fest. Eine Übgangslösung könnte laut Medienberichten Ton Lokhoff darstellen. Der Niederländer gehörte dem Trainerstab von Dieter Hecking an, mit dem die Wolfsburger im Jahr 2015 den DFB-Pokal-Sieg feierten.

Martin Schmidt heuerte Mitte September letzten Jahres beim VfL Wolfsburg an, nachdem der Verein sich von Andries Jonker getrennt hatte. In 19 Meisterschaftsspielen gelangen dem Team unter seiner Regie nur drei Siege. Elf Unentschieden und fünf Niederlagen stehen weiterhin in Schmidts durchwachsenen Bilanz in Wolfsburg. Zuvor stand Martin Schmidt beim FSV Mainz 05 sieben Jahre unter Vertrag.

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Von der Regionalliga in die Euro League

Die U23 führte er von der Regionalliga bis in die Dritte Liga. Zwischen Februar 2015 und Mai 2017 war der Schweizer schließlich für die Profimannschaft am Bruchweg zuständig. Sein größter Erfolg war die Teilnahme an der Europa League. Nach dem erfolgreichen Klassenerhalt trennten sich im letzten Sommer die Wege von Schmidt und den Rheinhessen. Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub hätte Martin Schmidt nun mit dem VfL Wolfsburg am kommenden Wochenende ein richtungsweisendes Spiel bestritten. Zuvor warf er das Handtuch.

Nach der Last-Minute-Niederlage gegen die Bayern steckt der VfL Wolfsburg tief im Abstiegskampf fest, trotz einer Leistungssteigerung gegenüber der 1:3-Pleite gegen Werder Bremen. In Mainz, von dem man im Tableau nur noch einen Punkt entfernt, ist der Tabellenvierzehnte gewarnt. Der FSV hat nach fünf Bundesliga-Pleiten in Folge die Trendwende geschafft und die bittere Negativserie von 17 sieglosen Spielen in der Fremde beendet.