Was in anderen Ligen schon längst an der Tagesordnung ist, scheint in der Bundesliga nur schwer vorstellbar: Millioneneinkäufe auf Kosten riesiger Geldgeber. Zwar stehen auch hier wie im Falle Leipzigs manchmal größere Konzerne oder Einzelpersonen hinter einem Club, allerdings nicht ansatzweise in der Größenordnung eines Al-Khelaifi, der mit seinen Milliarden Paris-Saint-Germain zu einer einzigen Ansammlung von Rekordtransfers machte.

Um die internationale Konkurrenzfähigkeit zu wahren wird nun auch in der Bundesliga darüber debattiert, ob man das momentane Regelwerk überarbeiten sollte, um so den Weg für Investoren frei zu machen.

Ausschlaggebender Impuls für die Überlegungen war das Unterfangen des langjährigen Hannover-Bosses Martin Kind, seinen Verein zu übernehmen. Derzeit gilt für alle Vereine eine Investoren-Sperre, die sogenannte 50+1 Regel, die es verbietet, die Stimmenmehrheit aus der Hand zu geben.

Auf Anfrage der Bild-Zeitung haben sich 15 der Bundesliga-Clubs zu den Überlegungen geäußert und somit den Grundstein für kommende Diskussionen gelegt.

Dafür:

Der größte Teil der Vertreter sprach sich für eine Änderung der derzeitigen Regelung aus. Unter den zwölf Befürwortern ist auch der Hamburger SV, dessen Finanzvorstand Wettstein an der momentanen Handhabung kritisiert, dass es zu viele Lücken gäbe. Hertha-Manager Preetz zieht grundsätzlich eine positive Bilanz, ist jedoch der Meinung, dass es jedem Verein individuell überlassen werden sollte.

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Schalke und Köln heben hervor, dass eine Regeländerung notwendig sei, um konkurrenzfähig zu bleiben, allerdings wolle man dies tun ohne, in den Worten von Effzeh-Sportchef Veh, "gleich alles aufzugeben".

Besonders deutlich drückte sich Augsburgs Präsident Hofmann gegenüber dem Kicker aus, indem er die momentane Lage als "nicht haltbar" titulierte.

Ebenfalls für eine Änderung haben sich folgende Vereine ausgesprochen:

Mainz, Frankfurt, Leipzig, Bayern, Bremen, Leverkusen, Hannover

Dagegen:

Bislang haben sich lediglich drei Vereine grundsätzlich gegen eine Änderung ausgesprochen. Neben dem SC Freiburg, wollen auch die Borussen aus Dortmund und Gladbach an der Regel festhalten. Der Sportvorstand der Südbadner, Jochen Saier beruft sich auf den Geist der Regel, die dem deutschen Fußball gut täte. Aus Dortmund und Gladbach kommen deutliche Stimmen gegen eine Regeländerung, wobei Fohlen-Finanz-Chef Schippers sagte, dass man die Augen offen halten müsse.

Ohne Aussage:

Kein Statement haben Hoffenheim, Wolfsburg und Stuttgart abgegeben.

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