Trotz des 6:2 lief es nicht rund für den Spitzenreiter

Kreisoberliga-Spitzenreiter Gispersleben hat seine Hausaufgaben brav erledigt und mit dem 6:2 gegen Schlusslicht Olympia Haßleben den ersten Punktspielsieg des Kalenderjahres eingefahren. Bäume vermochte das Team von Coach Tobias Geißler bei der Pflichtaufgabe jedoch nicht auszureißen.

„Spielerisch ist da noch Luft nach oben. Die Abläufe, die wir trainieren, haben wir nur phasenweise auf den Platz gebracht. Insgesamt wird es mit dieser Leistung in den nächsten Wochen schwer zu gewinnen. Aber wir wissen, dass wir mehr können.“

Gut herauskombiniert waren einige der sechs Tore durchaus, doch missfiel dem Trainer das Umkehrspiel und zuweilen passives Abwehrverhalten – wie vor dem 1:1 des Haßlebeners Dominic Kraft (15.).

„Da müssen wir in Überzahl entschlossener agieren. Auf der anderen Seite war das vielleicht der Weckruf zur richtigen Zeit“, so Geißler.

Vom zweifachen Torschützen David Schönherr angetrieben, spielte sich Gispersleben fortan eine Vielzahl an Chancen heraus und siegte auch in der Höhe verdient.

„Da und dort müssen wir sicher noch bessere Entscheidungen treffen; wann man das Tempo herausnehmen oder es anziehen muss. Doch nach einer Zeit, in der die Plätze auch zum Trainieren schwer nutzbar waren, ist das ziemlich normal.“

Fallrückzieher setzt dem Spektakel die Krone auf

Bemängelte Tobias Geißler noch das Abwehrverhalten seiner Gisperslebener, musste man es den Kickern des VfB Grün-Weiß und der SG An der Lache/Concordia beim 5:7 (!) nahezu in Gänze absprechen. Insbesondere die Hausherren verstanden es nicht, aus ihren Fehlern in der frühen Phase des Spiels zu lernen: Sie verteidigten weiter immens hoch und luden die Gäste zu den Konterfestspielen vom Johannesplatz ein.

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Verwunderlich war lediglich, dass nicht noch deutlich mehr Tore fielen. Riesige Torchancen blieben reihenweise ungenutzt. „Vermutlich war das dem einen oder anderen Spieler zu einfach. Zeitweise mussten wir draußen schmunzeln. Hurra-Fußball! So ein Spiel gibt es eigentlich gar nicht“, versuchte Lache-Trainer Carsten Helzig nach dem Erfolg die Eindrücke des Erlebten zu sortieren.

Bereits in der Anfangsphase hätte die Lache höher als 1:0 führen müssen (Sebastian Iffarth, 9.). Durch einen Aufbaufehler halfen sie dem Hausherrn unfreiwillig zurück ins Spiel (15.). Und der Freistoß an Freund und Feind vorbei ins lange Eck drehte die Partie kurzzeitig tatsächlich gen Heimteam (24.). Das aber spielte weiter seine Version von Harakiri. So führte zur Pause wieder der Gast: mit 5:2!

Bei dem stachen vor allem die Außen Eric Werner und Christopher Schwarz heraus. Nur beim Verwerten weiterer Großchancen klemmte es. Martin John vergab beim Stand von 2:6 einen Elfmeter. Wenige Sekunden später schepperte es zum dritten Mal im Kasten von Lache-Keeper Thomas Fischer.

Und zum dritten Mal hieß der Torschütze Stephan Ruch. Der blies nun zur Aufholjagd, erzielte gar noch seine Treffer vier und fünf (5:6), nur um mit dieser beeindruckenden persönlichen Bilanz dennoch als Verlierer den Platz verlassen zu müssen. Die Krönung des Spektakels lieferte Iffarth mit der Entscheidung in der Schlussminute: Aus elf Metern traf er per Fallrückzieher zum 7:5-Auswärtssieg.

Die topfitten und abgebrühten Routiniers besiegen junge Borntaler

Mit wesentlich kühleren Köpfen traten die Marbacher bei ihrem letztlich souveränen 2:0-Erfolg gegen den FC Borntal auf. „Die große Stärke des Kaders ist die Erfahrung. Wir haben uns mittlerweile so gut eingespielt, dass wir einen Vorsprung durch eine routinierte Spielweise ins Ziel bringen können, ohne dabei besonders glänzen zu müssen. Manchmal kann man dabei sogar Kräfte sparen“, sagte Marbach-Coach Lutz Stöber.

Vor allem mit der zweiten Halbzeit war er zufrieden. Kaum noch etwas ließen die Sportfreunde anbrennen, nachdem Keeper Benjamin Höfler vor der Halbzeitpause noch einige Male hatte eingreifen müssen. Beflügelt wurde der sichere Sieg selbstredend durch das Führungstor: Das erzielte Regisseur Marc Janke via gekonnten Schuss ins lange Eck, nachdem Thomas Cyriax den Ball mit einem Hackentrick aufgelegt hatte (60.). Youngster Maximilian Franke zog später von der rechten Seite nach innen und drosch den Ball mit links in die Maschen (74.).

„Schön ist, dass das Team sich trotz des relativ hohen Durchschnittsalters von Woche zu Woche verbessert. Und dass es dank des guten Trainings auch im Fitnessbereich mit jungen Mannschaften wie Borntal absolut mithalten kann“, freute sich Lutz Stöber.

Aus einem kompakten Team hob er Spiellenker Marc Janke (37) und Innenverteidiger Sascha Iffarth (38) noch heraus. „Beide spielen unglaublich souverän und abgeklärt und werden dabei eigentlich nie aufbrausend; auch nicht, wenn sie mal gefoult werden. So etwas ist schon imponierend.“

Köllner sorgt mit Saisontor Nummer 20 für die Entscheidung

In der gleichen Höhe und dennoch weniger deutlich siegte Empor Walschleben bei der mittlerweile auch ziemlich jungen TSG Stotternheim. Dank der Eins-eins-Situation, die Torjäger Kevin Köllner in der Nachspielzeit nutzte, um sich von der Mittellinie aus per Solo zum die Entscheidung bringenden 3:1 für die Gäste aufzumachen, konnten die Walschlebener beruhigt durchatmen. Der Weg zu den drei Punkten war indes vor allem im zweiten Abschnitt ein ziemlich steiniger.

Bis dahin hatten Benjamin Duske (28.) und Christian Fischer (44.) für eine 2:0-Gästeführung gesorgt. „Ich stand auf der Höhe und bin mir sicher, dass sich Duske im Abseits befand. Bei dem 45-Meter-Freistoß Fischers hat sich unser Torwart verschätzt“, urteilte Stotternheim-Coach Uwe Backhaus.

Zurück aus der Kabine, erhöhte seine Elf jedoch sichtlich die Schlagzahl, kam durch Benedict Dalchows Abschluss unter den Querbalken infolge der Vorlage Alex Pichts zum verdienten Anschluss. Doch die Druckphase danach brachte der TSG lediglich ungenutzte Torchancen ein. „Der Gegner war heute cleverer als wir“, so Backhaus.

Kerspleben meistert dank zweier Elfmeter die späte Wende

Rundum glücklich mit den drei Punkten im Kampf um den Klassenverbleib war Kerspleben-Trainer Ralf Bockenauer nach dem Last-Minute-3:2 gegen Vieselbach. „Es war ein hochverdienter Sieg, auch wenn er aufgrund des späten Tores glücklich war. Die Mannschaft hat sich trotz eines 0:2-Rückstandes nie aufgegeben und zudem auch noch richtig gut gespielt.“

Die Sonntagstore von Michel Dinger (44.) und Marco Szallies (50.) gegen Yanik Brendel, der den zeitig ausgewechselten Christian Kachel (Schulter ausgekugelt) im Kerspleben-Kasten ersetzte, hatten Vieselbach eigentlich auf die Siegerstraße gebracht. Doch spätestens mit Marcus Kühns Anschluss (70.) war das Duell wieder vollkommen offen. Danach hatte der Gast zwei Großchancen im Konterspiel, um den Deckel draufzuschrauben, nutzte sie aber nicht. Stattdessen gab Schiedsrichter René Quitt noch zwei Foulelfmeter für die unermüdlichen Hausherren. „Beide waren absolut berechtigt“, sagte Bockenauer. Heiko Mittas (75.) und Leonhard Herzig (90.) verwandelten sie.

VfB Grün-Weiß – An der Lache/Concordia 5:7

GW: Schultze, Heckrodt, Friese (46. Schmidt), Hucke, Hoppe, Neumann (46. Krieger), Richter, Demleitner, Schirm, Schley, Ruch.

Lache: Fischer, Hohmann, Krause, Blau (68. Co. Weis), Koppe (61. Miller), Chr. Weis, Iffarth, Schwarz, John, Werner, Höhn (76. Rümpler).

T.: 0:1 Iffarth (9.), 1:1, 2:1 Ruch (15., 24.), 2:2 Chr. Weis (29.), 2:3 Schwarz (36.), 2:4 Werner (41.), 2:5 Schwarz (42.), 2:6 Werner (63.), 3:6, 4:6, 5:6 Ruch (66., 73., 86. FE), 5:7 Iffarth (90.).

Gispersleben – Haßleben 6:2

Gispersleben: Köttig, Preuße (60. Cramer), M. Reißmann (69. P. Reißmann), Hoffmann, Langer, Schönherr, Urbach, Schenke, Hagenbring (60. Vogt), Reichmann, Gorsboth.

Haßleben: Straube, Hertel (38. Kämmerer), Bohn, Quittschreiber, Sello, D. Kraft, Brück, Ruhrig (75. Michaelis), Schüttauf, Schiller, Kutscher (75. Hopfe).

T.: 1:0 Schönherr (5.), 1:1 D. Kraft (15.), 2:1 Schönherr (26.), 3:1 M. Reißmann (35.), 4:1 Schenke (55.), 5:1 Hagenbring (56.), 5:2 Brück (86.), 6:2 Schenke (88.).

Marbach – FC Borntal 2:0

Marbach: Höfler, Iffarth, Catterfeld, Janke, Weidenweber, P. Schneider (57. Goldmann), Linke, Klose, Cyriax (81. Rödiger), Leib, Sänger (75. Buwidowitsch).

Borntal: Köhler, O. Schneider, Ezold, Fuß, Paul, Rast, Sell, Wagner (46. Zeh), Wittke, Omeirat (80. Bobzin), Bloß (67. Weißmann).

T.: 1:0 Janke (60.), 2:0 Franke (74.).

Kerspleben – Vieselbach/Azm. 3:2

Kerspleben: Kachel (5. Tolksdorf), Balven, Zielke, Brössel, Herzig, M. Kühn, Heinrich, Ahmadi, Hewitt, Rezai (54. Mittas), Brendel.

Vieselbach: Schröter, Vogler (84. Abendroth), M. Glatzel (66. Müller), C. Bienzeisler, Winkelmann, J. Glatzel, Szallies, Dinger, Ruby, Skaba, Reiber.

T.: 0:1 Dinger (44.), 0:2 Szallies (50.), 1:2 M. Kühn (70.), 2:2 Mittas (75. FE), 3:2 Herzig (90. FE).

Stotternheim – Walschleben 1:3

Stotternheim: Sauerwein, Meyer, Stauch, Lewenhagen (35. Picht), Dalchow, G. de Bortoli, Jüngling, Scharfenberg (80. N. Rätz), Kolbe, Dunkel, J. Rätz.

Walschleben: Lohfeld, Duske (88. GR), Wüsten, Kosse, M. Möller, Gerke (72. Schuchardt), T. Möller, Köllner, Armstroff, Ehrich (31. C. Fischer), Haun (83. Jauch).

T.: 0:1 Duske (28.), 0:2 C. Fischer (44.), 1:2 Dalchow (62.), 1:3 Köllner (90.).

Die Samstagspiele des 18. Spieltages

52-Coach lobt Gegner Marbach

seitenwechsel hintertorkamerad