Man hätte das Spaßlied der Toten Hosen direkt neben die Ansetzungs- und Ergebnis-App legen können. So wie die Punkrocker aus Düsseldorf einen Jägermeister nach dem anderen aus dem Fortlauf ihrer Geschichte verbannten, so verschwand aufgrund der Witterung und der unbespielbaren Sportplätze eine Partie nach der anderen aus dem Wochenendspielplan der Fußball-Kreisoberliga.

Schließlich blieben noch zwei Kunstrasenduelle übrig: jenes des Fünften Blau-Weiß 52/Eintracht gegen den Vierten Marbach sowie das des Zweiten An der Lache/Concordia gegen den SV Empor Erfurt.

Letzter hatte indes keine spielfähige Mannschaft auf den Kunstrasen in der Riethstraße bekommen, weshalb alle drei Punkte via 2:0-Spielwertung an die Elf von Trainer Carsten Helzig wanderten.

Alle Scheinwerfer konnten daher getrost auf das vermeintliche Spitzenspiel am Wustrower Weg gerichtet werden. Dort gastierten die Sportfreunde nach dem emotionalen Highlight eine Woche zuvor im Steigerwaldstadion mitsamt des sportlich eher lauen 0:0 gegen An der Lache. Sie wurden empfangen vom wiederum sportlichen Highlight des Vorwochenendes: Der SG Blau-Weiß 52/Eintracht hatte Spitzenreiter Gispersleben ein gleichfalls überraschendes wie deftiges 4:0 verpasst.

Das alte Leid der Marbacher: Sie treffen das Tor zu selten

Von einer ähnlichen Gala-Vorstellung waren die Mannen von Trainer Holger Gremler gegen die Sportfreunde beim samstäglichen 1:1 jedoch Lichtjahre entfernt.

„Ehrlich: Wir haben ein überaus glückliches Unentschieden erreicht“, sagte Gremler danach. „Das lag aber nicht so sehr an einer schlechten Leistung von uns, sondern an den starken Marbachern.

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In meinen Augen haben sie die beste Mannschaft der Liga. Im Vergleich zu Gispersleben sehe ich sie spieltechnisch ein ganzes Stück vorn.“

Doch kam zu Ungunsten der Marbacher auch bei den 52ern ein in dieser Saison schon etliche Male erlebtes Manko zum Tragen: Das Team benötigt einfach zu viele Chancen, um Treffer zu erzielen.

„Das Positivste an der ersten Halbzeit war, dass wir mit einem 0:0 in die Pause gehen durften“, gestand Gremler. Insbesondere im Spielfeldzentrum hatte Marbach glasklare Vorteile. Überhaupt machten sich die Ausfälle von Michel Papst (verletzt), Daniel Seidenstücker (krank), Daniel Fuckel (langzeitverletzt) und ab der Mitte der ersten Halbzeit auch Tino Garbe (verletzt ausgewechselt) immens bemerkbar.

52 beißt sich ins Spiel und knabbert selbem einen Zähler ab

So appellierte der Coach zur Halbzeit an den Kampfgeist und verwies dabei auf den Spielstand. Und siehe da: Zumindest in Sachen Torchancen arbeiteten sich die Gastgeber danach auf Augenhöhe mit dem spielstarken Gegner.

Der zog dennoch in der 63. Minute hochverdient in Front: Eine Eingabe von rechts ließ Carsten Scheler über den Spann gleiten, sodass der Ball per Bogenlampe über BW-Keeper Tobias Hocke ins Tor taumelte.

„Aber wir haben dran geglaubt und uns spät belohnt“, freute sich Gremler über das Kopfballtor von Filip Felix zum Endstand (83.). Mit zwei weiteren großen Möglichkeiten hätte der Hausherr gar noch siegen können. Letztlich war aber Torwart Alexander Specht auf dem Posten. Eine Niederlage Marbachs wäre des Ungerechten auch zu viel gewesen.

Blau-Weiß 52/Eintracht – Marbach 1:1

BW 52: Hocke, C. Albrecht (55. Niemietz), F. Albrecht, Ulrich, Stötzer, Dudek (61. Felix), Rogowski, Garbe (28. Hamann), Ankaoglu, Suffa, Volkmar.

Marbach: Specht, Hermann, Thieme, Helzig, Wilke (88. Linke), Catterfeld, Janke, Scheler, Schneider, Klose, Leib.

T.: 0:1 Scheler (63.), 1:1 Felix(83.).

Mehr als 900 Zuschauer bei Marbach gegen Lache.

Herbstmeister Gispersleben.

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