Auf großartiges taktisches Geplänkel sind die Fußballteams der Kreisoberliga Erfurt-Sömmerda in dieser Saison nicht aus. Sie bieten Spielspaß, Spannung und vor allem Tore für jedermann. In den fünf Partien des Wochenendes fielen im Durchschnitt mehr als sieben pro Spiel, zudem in keinem einzeln weniger als sechs – alle Achtung!

Durch das 6:1 gegen Ingersleben hat sich die SG An der Lache/Concordia eifrig am Preisschießen beteiligt – besser: Sebastian Iffarth.

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Hielt sich der Stürmer der Elf von Coach Carsten Helzig 2017/18 bislang in Sachen erfolgreiches Scheibenschießen noch einigermaßen bedeckt, lud er gegen die zuletzt fünfmal siegreiche Fortuna auf dem Kunstrasen am Wustrower Weg gleich per Fünferpack durch.

Damit sorgte er indes nicht etwa für ein alle in Atem haltendes Novum, sondern reihte sich in eine nunmehr Handvoll breite Liste ein: Bereits dem Gisperslebener Martin Hagenbring gelangen fünf Tore an einem Spieltag, dem Stotternheimer Franz Kolbe ebenso wie dem Grün-Weißen Stephan Ruch. Einer tanzt wie immer aus der Reihe: Kevin Köllner vermochte beim 7:3 seiner Walschlebener gegen Stotternheim am dritten Spieltag, den Ball gleich sechsmal hinter die Torlinie zu befördern. Die klare Nummer 1 der Torjägerliste (20 Treffer) blickt nun mit seinem Fernglas nach hinten und findet: Eben Sebastian Iffarth (13) auf Rang zwei.

Dabei taten sich dieser und seine Mitspieler von An der Lache gegen eine arg ersatzgeschwächte Interslebener Mannschaft lange schwer. „Jeder zweite Ball ist weg“, ärgerte sich Trainer Helzig am Spielfeldrand nicht zu Unrecht über die auf einem Kunstrasenplatz eher erstaunlich vielen technischen Patzer eines Teams, das im Meisterschaftsrennen mitmischt.

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Ingersleben verlässt beizeiten die Luft, dann geht alles viel zu schnell

Beflügelt von der zeitigen Führung durch Elias Scholz (2.), formierte sich der Gast zunächst recht stabil in der eigenen Hälfte und blinzelte partiell aus dieser heraus, um dem lethargischen Spielaufbau der Lache zusätzlichen Sand ins Getriebe zu schmeißen. Entsprechend wenige Chancen besaß der Favorit vor der Pause. Eine jedoch nutzte eben Iffarth nach einer feinen Kombination über Eric Werner und Martin John (27.) zum Pausen-1:1.

Nach dem Kabinengang lief das Spiel für konditionell abrupt nachlassende Ingerslebener um Jahrzehnte technischen Fortschritts zu schnell. Viermal Iffarth am Stück sowie der eingewechselte Christopher Weis per überlegten Flachschuss ins linke Eck zum Abschluss machten ein 6:1 gegen einen Gegner klar, der zumindest im Defensivverhalten schließlich keiner mehr war. Iffarth verpasste es, bei etlichen weiteren „Riesen“ gegen den in Summe stark haltenden Patrick Kramer noch mehr für das Torekonto zu tun.

Am Donnerstag um 18 Uhr geht es für den neuen Ersten im Spitzenspiel beim abgelösten aus Gispersleben weiter. Der hat jedoch nicht nur zwei Zähler, sondern auch zwei Spiele Rückstand.

Großrudestedt macht ein halbes Dutzend, Marbach gleich noch drei Tore mehr

Den Kantersieg des Spieltages hatte An der Lache damit aber noch lange nicht erzielt. Auch Großrudestedt nicht, wenngleich ein 6:0 im Derby gegen Stotternheim so etwas vermuten ließe. Routiniert präsentierte sich der Kader, der sich vor der Serie freiwillig aus der Landesklasse zurückgezogen hatte. Die junge Elf der TSG war der Effektivität des Gegners nicht gewachsen und kassierte ein unsanftes halbes Dutzend.

Noch drei Treffer mehr musste der Vieselbacher Torwart Dominik Zech in Marbach hinnehmen. Wer weiß wohl, wo die Heimelf von Trainer Lutz Stöber stünde, hätte sie einige der Tore vom 9:0 auf die knappen Hinrundenniederlagen gegen die anderen Spitzenteams der Liga verteilt? Vollkommen ungefährdet und noch nicht einmal mit Volldampf bis zum Ende sorgte sie nebenher auch für die achte Punktspielpartie ohne Niederlage in Folge.

Drehbuchautor offenbar unter Strom

Dass man jede Menge Tore auch etwas homogener aufteilen kann, bewiesen die Teams aus Alach und Blau-Weiß 52 beim 3:4 sowie die Jungs vom VfB Grün-Weiß und vom FC Borntal beim 3:5. Doch insbesondere der Drehbuchautor des Duells in Alach schien während des Schreibens seiner Geschichte eine neue Kunstdroge getestet zu haben.

Zunächst lief alles noch wie ein normales Fußballspiel: Die favorisierten Gäste gingen nach einem hübschen Spielzug durch Kapitän Christoph Rogowski (37.) in Führung. Doch der zweite Durchgang stellte alles und sich selbst auf den Kopf – wieder und wieder. Trotz klarer Überlegenheit lag Blau-Weiß 52 durch das Eigentor Patrick Huberts und den Treffer von Christian Gniewitz auf einmal hinten (66., 75.). Dann konterten sich Abdul Ankaoglu und Gniewitz gegenseitig: 2:2, 3:2, 3:3 (81., 82., 89.). Vor dem letzten Ausgleich hatte sich der Alacher Coach Sven Schwens bereits eingewechselt. Für ihn hatte der Spiel-Autor etwas ganz besonderes parat: Nicht nur, dass sich Schwens kurz vor Schluss bei einer Führung seines Teams aufs Spielfeld begeben hatte und sich die kurze, aber deftige Spielwende zur Niederlage aus der Mittendrin-Perspektive betrachten musste (3:4, Dirk Blasse per Eigentor, Nachspielzeit). Schwens zog sich obendrein auch noch eine Muskelverletzung zu, die ihn zu einem Ausflug ins Krankenhaus zwang.

Etwas „normaler“ siegte der FC Borntal mit dem vom SV Empor Erfurt gewechselten Dreifachtorschützen Jonathan Bloß beim VfB Grün-Weiß. Immer, wenn die Hausherren per Anschluss eine knifflige Frage stellten, hatte der Gast die passende Antwort auf der Zunge. Das finale 3:5 bedeutete für Grün-Weiß die Gegentore acht bis zwölf in den jüngsten beiden Heimspielen.

Die widrigen Witterungsverhältnisse des Winters haben den Spielplan derart umgekrempelt, dass etliche Feiertage nun zu Nachholspieltagen umfunktioniert werden mussten: Neben den Zweit- und Erstplatzierten in Gispersleben spielen am Donnerstag um 18 Uhr Haßleben gegen Walschleben, Empor Erfurt gegen Alach sowie Kerspleben gegen den FC Borntal.

An der Lache/Concordia – Ingersleben 6:1

Lache: Topf, Miller, Oswald (66. Co. Weis), Hohmann, Krause, Koppe, Iffarth, Schwarz (58. Blau), John (77. Chr. Weis), Werner, Höhn.

Ingersleben: Kramer, Erfurt, Luley, Eichner, Wiegand, Heinemann, Scholz, Muric, Reichardt (74. Legge), Dolkowski, Wildner.

T.: 0:1 Scholz (2.), 1:1, 2:1, 3:1, 4:1, 5:1 Iffarth (27., 60., 65., 83., 86.), 6:1 Chr. Weis (90.).

Marbach – Vieselbach 9:0

Marbach: Specht, Hermann, Iffarth (69. Buwisowitsch), Catterfeld, Franke, Janke (60. Sänger), Hebestreit, Schneider (64. Scheler), Linke, Klose, Leib.

Vieselbach: Zech, Vogler, J. Bienzeisler, C. Bienzeisler, Sedlacek, Winkelmann, Glatzel, Dinger, Skaba, Abendroth, Reiber.

T.: 1:0 Iffarth (5.), 2:0 Franke (12.), 3:0 Hebestreit (21.), 4:0 Janke (23.), 5:0, 6:0 Schneider (27., 63.), 7:0 Scheler (69.), 8:0 Hebestreit (75.), 9:0 Janke (78.).

Alach – Blau-Weiß 52/Eintracht 3:4

Alach: Lange, D. Blasse, Ziegler, Hoyer, Mile (60. Große), Seifert, Rüster, Methfessel, Vogler (89. Schwens), Gniewitz, F. Blasse.

BW 52: Meier, C. Albrecht, Stötzer (75. Hamann), Ulrich, Hellmund (67. Felix), Hubert, Papst, Rogowski, Ankaoglu, Volkmar, Seidenstücker.

T.: 0:1 Rogowski (37.), 1:1 Hubert (66. ET), 2:1 Gniewitz (75.), 2:2 Ankaoglu (81.), 3:2 Gniewitz (82.), 3:3 Ankaoglu (89.), 3:4 D. Blasse (90. ET).

VfB Grün-Weiß – FC Borntal 3:5

GW: Schultze, Heckrodt, Unthan, Friese (46. Schmidt), Hoppe, Neumann (46. Menzel), Richter, Jüngling, Schirm, Schley, Ruch.

Borntal: Paca, Schneider, Fuß, Sell, Weißmann (52. Rast), Wagner, Adams, Westhaus (52. Omeirat), Wittke, Bloß (68. Röger), Bobzin.

T.: 0:1 Adams (9.), 0:2 Bloß (37.), 1:2 Ruch (41.), 1:3 Bloß (44.), 2:3 Menzel (46.), 2:4 Bloß (56.), 3:4 Richter (60.), 3:5 Omeirat (86.).

Großrudestedt – Stotternheim 6:0

Großrudestedt: Baßler, Kirbst, Bohn, P. Hesse, Kunold, Zellmann, Berger, Menge, Rödiger, Herold, L. Hesse (60. Teuber).

Stotternheim: Salomon, Meyer, Stauch, Dalchow, G. de Bortoli (66. Olsson), Kolbe, Brüheim, Dunkel (60. Rätz), Jüngling (66. Lembke), Walter.

T.: 1:0 L. Hesse (26.), 2:0 Menge (31.), 3:0 L. Hesse (34.), 4:0 P. Hesse (63.), 5:0 Zellmann (75.), 6:0 Berger (90.).

Ruch trifft fünffach und verliert dennoch

Weshalb ein Team zeitgleich auf beide Tore stürmte

seitenwechsel hintertorkamerad