Seit der Jahrhundertwende hat der VfB Stuttgart achtzehn Trainer verschlissen. Dabei spielt keine Rolle, ob sie mangels Erfolg zurückgetreten sind, freigestellt wurden oder entlassen worden sind. In unserer ersten Ausgabe stellen wir drei dieser Ex-Coaches vor, blicken auf ihre Zeit bei den Schwaben zurück und reflektieren, ob sie nach ihrer Zeit bei den Stuttgartern Erfolg hatten und ob bzw. wo sie heute tätig sind.

Bruno Labbadia

2010 wurde Bruno Labbadia Nachfolger von Jens Keller. Der 52-jährige Darmstädter trainierte die Schwaben bis zum Saisonstart 2013/14, als er nach 3 Niederlagen zu Beginn der Saison entlassen wurde.

Ein paar Monate zuvor hatte er mit den Schwaben noch das DFB-Pokal-Finale erreicht und sie damit zum letzten Mal für Europa qualifiziert. Danach folgte ein Traineramt beim HSV mit dem er den Klassenerhalt in der Relegation gegen Karlsruhe schaffte. Zudem wurde er in der Folgesaison als "Hamburger des Jahres" ausgezeichnet, da er vermeintlich das Team stabilisierte und auf Platz 10 führte. In der Folgesaison wurde er nach nur fünf Spielen entlassen. Im vergangenen Monat übernahm er den abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg, den er bis heute trainiert. Wirkung gezeigt hat dieser Trainerwechsel bei den Niedersachsen allerdings noch nicht.

Markus Babbel

Der ehemalige Ex-Spieler des VfB übernahm nach dem Gewinn der Meisterschaft 2007 das Co-Trainer-Amt beim VfB Stuttgart wurde allerdings im November 2018 zum Cheftrainer befördert, nachdem Meistertrainer Veh entlassen wurde.

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Unter dem gebürtigen Münchner spielten die Schwaben die zweitbeste Rückrunde und hatten bis zum letzten Spieltag die Chance auf einen erneuten Meistertitel, jedoch wurde man am Ende Dritter. Nach nur zwei Siegen aus 15 Spielen in der darauffolgenden Saison, wurde er nach dem Spiel gegen Bochum freigestellt. Ein Jahr später wurde er Trainer bei Hertha BSC mit denen Babbel in die Bundesliga aufstieg. Nach einem Streit mit der Vereinsführung wurde er entlassen, woraufhin er Trainer in Hoffenheim wurde. Auch dort wurde Babbel entlassen, da man sich in Baden höhere Ziele gesteckt hatte, als den Relegationsplatz 16. Zwischen 2014 und 2018 trainierte er den FC Luzern, wurde aber auch dort aufgrund von Differenzen mit der Vereinsführung entlassen, nachdem er zwei Tage zuvor aus diesem Grund seinen Rücktritt zum Saisonende bekanntgegeben hatte.

Christian Gross

Der heute 63-jährige Schweizer war wohl der erfolgreichste Trainer des VfB in der jüngeren Vereinsgeschichte. Der Fußballlehrer wurde im Dezember 2009 als Nachfolger von Markus Babbel vorgestellt, der nach einem Remis gegen Bochum und der darauffolgenden Fan-Ausschreitungen vor dem Business Center des Bundesligisten entlassen worden war.

Gross konnte den VfB nach seiner Übernahme von Platz 15 noch auf Platz 6 führen, woraufhin sich der VfB für die Europa League qualifizierte. In Erinnerung bleibt den VfB-Fans vor allem wohl das Champions-League-Spiel gegen Unirea Urziceni, als man bereits nach elf Minuten mit 3:0 vorne lag. Mit 2,26 Punkten pro Spiel stellte der Schweizer den höchsten Punkteschnitt pro Spiel in der Fußball-Bundesliga auf. Jedoch wurde Christian Groß nach einem enttäuschenden Start in die darauffolgende Bundesliga-Spielzeit (sechs Niederlagen aus sieben Spielen) freigestellt. Nachfolger wurde der Ex-Union Berlin-Coach Jens Keller. Nach seiner Zeit beim VfB übernahm er 2011 das Traineramt beim schweizer Erstligisten BSC Young Boys Bern, wo er im April 2012 wieder entlassen wurde. Groß entschied sich 2014 dazu in Saudi-Arabien anzuheuern. Er wurde Cheftrainer bei Al-Ahli SFC wo er drei landeseigene Titel sammelte und zudem Trainer des Jahres in Saudi-Arabien wurde. Mitte 2016 wurde er entlassen, bereits im November heuerte er wieder beim Klub an, da sein Vorgänger/Nachfolger gefeuert wurde.

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