Wenngleich noch ein Drittel der regulären Spieltage in der Fußball-Kreisoberliga aussteht – nebst etlicher Nachholpartien – ist die Stunde der Wahrheit in Sachen Kreismeisterschaft längst angebrochen. Nach dem 3:3 gegen den nun Zweiten An der Lache/Concordia und der Rückeroberung der Tabellenspitze durch das 3:0 in Alach muss Spitzenreiter Gispersleben am Sonnabend zum Dritten Walschleben (15 Uhr). Der wiederum befindet sich zwar aktuell acht Punkte hinter dem Primus, hat jedoch noch zwei Spiele mehr in der Hinterhand.

Ergo: Zieht man eine imaginäre Minuspunktstatisik ins Kalkül, könnten die Walschlebener mit einem Sieg zumindest nach eben dieser den TSV Motor Gispersleben mit einem Sieg hinter sich lassen.

Walschlebens Co: "Tabelle zweitrangig"

Auf derartige Rechenspielchen hat der Walschlebener Co-Trainer Sascha Meißner derzeit keine Lust: „Die Tabelle ist zweitrangig. Wir wollen guten Fußball spielen, egal gegen wen. Wichtig ist, dass wir in unserem ersten Heimspiel des Jahres eine ordentliche Leistung zeigen, um vielleicht auch drei, vier Leute davon zu überzeugen, dass wir im Winter etwas gemacht haben.“

Sein Gegenüber, Gispersleben-Coach Tobias Geißler, hat das mit seiner Elf bereits eindrucksvoll nachgewiesen: Der TSV wirkte insbesondere gegen An der Lache lauf- und kampfstark, von der aus 2017 bekannten spielerischen Klasse ist ohnehin nichts verloren gegangen.

„Dennoch sind wir guter Dinge“, so Meißner, der das Kommando an der Seitenlinie vom im Urlaub weilenden Chef-Coach Andreas Lendrich übernimmt.

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„Wir sind personell so aufgestellt, wie wir uns das vorstellen, und erwarten ein interessantes Spiel.“

Womöglich spekuliert An der Lache/Concordia auf ein Unentschieden, um wieder etwas an Boden auf beide Kontrahenten auf dem Podium gutzumachen. Dazu müsste das Team um Coach Carsten Helzig jedoch selbst eine hohe Hürde unbeschadet nehmen. Zeitgleich muss es bei der SG Blau-Weiß 52/Eintracht ran, die vor allem mit einem 4:0-Sieg gegen Gispersleben bereits ihre Qualität unter Beweis gestellt hat.

Ebenfalls am Samstag um 15 Uhr trifft zudem der FC Borntal auf den SV Alach, der dank eines 3:1-Erfolges beim SV Empor Erfurt Land im Abstiegskampf erspäht hat.

Am Sonntag um 15 Uhr kommt es zu den Begegnungen Ingersleben gegen Großrudestedt sowie Haßleben gegen den VfB Grün-Weiß. Die Stotternheimer, die dann gegen Kerspleben antreten müssen, und die Vieselbacher, die es mit Empor Erfurt zu tun bekommen, hatten derweil bereits Freitagabend das Kreisoberliga-Wochenende mit einem Nachholspiel eingeläutet.

Stotternheimer Doppelschlag sorgt für die zeitige Vorentscheidung

Vor diesem schienen sich die heimischen Stotternheimer von ihrer 0:6-Niederlage in Großrudestedt besser erholt zu haben als die Vieselbacher von ihrer 0:9-Packung in Marbach. Das zumindest verraten der 3:0-Erfolg der TSG sowie ihr souveräner Auftritt in der zweiten Halbzeit gegen Gäste, die letztlich nach dem 0:2-Pausenrückstand kaum noch zu nennenswerten Torchancen kamen.

Indes: Bis zum 2:0 für Stotternheim bot sich den Zuschauern ein eher zerfahrenes Bild zweier auf Selbstfindung bedachter Mannschaften. Ausgerechnet jene Stotternheimer Akteure, die bis dahin am wenigsten fündig zu werden schienen, setzten die spielentscheidenden Akzente per Doppelschlag: Erst hatte Alex Picht mit einem überragenden Pass den links lauernden Brian Scharfenberg in Szene gesetzt, ehe der das 1:0 markierte (38.). Dann bewies Gino de Bortoli seine Abschlussstärke im Straufraum (2:0, 40.).

Im zweiten Durchgang verwaltete Stotternheim das Ergebnis gekonnt und setzte in Person Daniel Dunkels sogar noch einen drauf. Dreimal war der Ball im Vieselbacher Strafraum eigentlich schon verloren geglaubt, dreimal holte ihn sich Dunkel jedoch zurück. Schuss, Tor, Endstand (78.).

Am Rande: Auf der Vieselbacher Bank coachte erstmals Marcell Müller, der das Zepter als Trainer von Ronny Richter übernahm. Fast schon über den Rand hinaus: Der Stotternheimer Trainer Uwe Backhaus hatte Marcell Müller einst zum Teamleiter ausgebildet.

Stotternheim – Vieselbach/Azmannsdorf 3:0

Stotternheim: Salomon, Jüngling, Meyer, Lembke (85. Sieber), Stauch, Dalchow, G. de Bortoli (58. Dunkel), Picht (79. Picht), Holzapfel, Scharfenberg, Brüheim.

Vieselbach: Zech, Vogler (58. Abendroth), C. Bienzeisler, Sedlacek, Winkelmann, J. Glatzel, Dinger, Gutzeit (81. Preuk), Ruby, Skaba, Reiber (46. M. Glatzel).

T.: 1:0 Scharfenberg (38.), 2:0 G. de Bortoli (40.), 3:0 Dunkel (78.).

Gispersleben holt sich die Tabellenführung zurück

Remis im Spitzenspiel nach 0:3

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