Die Handschrift von Marcell Müller auf der Bank von Fußball-Kreisoberligist Vieselbach ist nur wenige Wochen nach seiner Berufung unverkennbar. Clever – wenngleich nicht sonderlich attraktiv – verteidigte sein Team beim Spitzenreiter An der Lache/Concordia fast 80 Minuten lang ein 0:0 und war zumindest dem Gewinn eines Zählers am Fuße des Zooparks ziemlich nah. Dann jedoch kam Sebastian Iffarth nach einer Flanke von Laches Linksverteidiger Julien Höhn mit den Haarspitzen an den Ball, um die Flugkurve wenige, aber entscheidende Zentimeter über die vielbeinige und -köpfige Vieselbacher Verteidigung zu erhöhen. Am langen Pfosten war Andreas Koppe (leicht abseitsverdächtig) entwischt und schob den Ball ins lange Eck zum umjubelten 1:0 (80.).

Iffarth setzte schließlich nach doppeltem Doppelpass mit Eric Werner gegen nun erstmals aufgerückte Gäste den Schlusspunkt des 2:0-Sieges (86.).

Ronny Skaba und seine Nebenleute haben (fast) alles im Griff

Mit einem solchen hatten viele Zuschauer beinahe nicht mehr gerechnet. Zu stabil stand die von Routinier Ronny Skaba bestens organisierte Vieselbacher Deckung. Lediglich einen „Riesen" von Christopher Schwarz hatte sie zugelassen (30.). Der schob jedoch nach toller Vorarbeit des Rechtsverteidigers Constantin Weis den Ball am leeren Gehäuse vorbei. Ansonsten verzettelte sich der zwar technisch auf gutem Niveau befindliche, aber im letzten Drittel ideenlos wirkende Erste. „Das war heute eine ganz zähe Nummer“, entfuhr es Coach Carsten Helzig, während seine Augen noch eine Weile genervt im Rollmodus verharrten.

Vor allem die vielen weiten Schläge im ersten Durchgang gegen die tief stehenden Gäste konnte er nicht nachvollziehen. „Das hatten wir uns überhaupt nicht vorgenommen“, verriet er. Zur Pause hatte er dann Christopher Weis als Ideengeber auf das Spielfeld gebracht. Am eisernen Gewühl mit dem Kopf durch das mittige Dickicht änderte das wenig. Lediglich einige Distanzschüsse sorgten für Gefahr. Und so war es dann auch beinahe der Gast, der das Führungstor markiert hätte. Doch weder eine Vier-gegen-zwei-, noch eine Eins-gegen-eins-Situation konnten die Vieselbacher Offensiven zielführend zu Ende spielen.

Walschleben verschießt seine Elfmeter allmählich chronisch - und siegt dennoch souverän

Zielstrebig war indes einmal mehr der Auftritt der Walschlebener beim VfB Grün-Weiß, der 4:1-Sieg ein zweifelsfrei verdienter. Überhaupt zog das Team von Trainer Andreas Lendrich etliche Parallelen zum 4:1-Vorwochenerfolg gegen Empor Erfurt. Wiederum spielte es eine beeindruckende erste Halbzeit. „Ein gutes Passspiel aus einer stabilen Defensive heraus“, erkannte Lendrich.

„Wir hatten alles in der Hand, es hat viel Spaß gemacht zuzuschauen.“ Kevin Köllner sorgte zeitig für einen befriedigenden Blick auf die Ergebnistafel, indem nach einer Einzelaktion halblinks im Strafraum den Ball ins rechte Eck schoss (12.). Florian Schuchardt erhöhte in der 25. Minute. Stephan Funke hatte den über rechts gestarteten Benjamin Duske angespielt, der schließlich Schuchardt bediente.

Die stärkste Phase der Grün-Weißen kurz nach Wiederbeginn überstand der nun mit Gispersleben gleichgezogene Dritte unbeschadet, profitierte kurz darauf von einem Platzverweis beim Hausherrn (51.). Der wiederum gab sich auch zu zehnt nicht auf und erzielte seinen verdienten Treffer (1:3, Sebastian Richter, 81.). Den i-Punkt setzte jedoch wieder Köllner auf die Partie. Kurzerhand hatte er von halblinks staubtrocken aus 20 Metern abgezogen und Keeper Christian Schultze nicht den Hauch einer Chance gelassen (88.). Fehlte noch die letzte Parallele zum Empor-Spiel: Erneut verschoss Walschleben einen Elfmeter.

Ein Unentschieden mit verkehrtem Titel in Marbach: Der hätte "3:3" lauten müssen

Zahlreich Chancen vergaben auch die Marbacher und Großrudestedter in einem Torlosremis der attraktiven Sorte. Der agile Thomas Cyriax im Angriff der Hausherren hatte die beste der Sportfreunde, nachdem Stephan Goldmann aufgelegt hatte (50.). Doch hatten auch die Großrudestedter auf der anderen Seite eine Vielzahl an Torgelegenheiten, zumindest nachdem sie die druckvolle Anfangsphase Marbach überstanden hatten. Doch Marbach-Keeper Alexander Specht gehörte zu den besten Akteuren auf dem Platz. So blieb als einziges Manko für die Zuschauer die Torarmut. Erkenntnis: Ein mögliches 3:3 hätte die Begegnung statistisch wesentlich besser beschrieben.

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose; aber ein 4:0 noch lange kein 4:0

Dass Ergebnisse nicht zwangsläufig den Charakter eines Fußballspiels ausdrücken müssen, belegt ein und dasselbe Resultat in zwei ziemlich verschiedenen Spielen. Sowohl Blau-Weiß 52/Eintracht (gegen Haßleben) als auch der FC Borntal (gegen Ingersleben) siegten 4:0. Doch während die Blau-Weißen quasi von Beginn an und vor allem dank einer starken ersten Halbzeit mit zwei Toren von Abdul Samet Ankaoglu wie der sichere Sieger gegen den Tabellenletzten aussah, hatten sich die Borntaler zumindest eine Halbzeit lang mit starken Ingerslebenern herumschlagen müssen. Blau-Weiß schaltete nach der Pause einen Gang zurück, Borntal nutzte dagegen die dicken Schnitzer Ingerslebens aus, um nach dem Pausentee überhaupt erst in Führung zu gehen. Ingersleben-Torwart Sebastian Teubner ließ einen eher müden Schuss von Maximilian Rast über den Spann ins Tor gleiten (1:0, 53.), während auf der anderen Seite Marco Dolkowski nur den Pfosten statt das Tor zum Ausgleich traf. In der Folge gelang Ingersleben nichts mehr, Borntal freute sich, nach zuletzt zwei Niederlagen richtig in die Vollen gehen zu dürfen.

Für Empor Erfurt wird es immer enger

Immer enger wird die Lage für Empor Erfurt im Tabellenkeller. Das 0:1 gegen Stotternheim zeigte zwar, dass die Elf von Trainer Olaf Gottfried trotz der zahlreichen Abgänge in der Winterpause sportlich nicht unendlich weit von der Konkurrenz entfernt ist. Doch war die TSG, für die der auffällige Ludwig Brüheim im Schlüsselmoment den Schuss von Alex Picht mit der Fußspitze ins Tor verlängerte (36.), letztlich um diesen einen Treffer besser – und sollte sich damit eine beruhigende Ausgangssituation in Sachen Klassenerhalt für den Rest der Saison verschafft haben.

An der Lache/Concordia – Vieselbach 2:0

Lache: Fischer, Miller (75. Blau), Hohmann, Krause, Co. Weis, Koppe, Beier, Iffarth, Schwarz (46. Chr. Weis), Werner, Höhn.

Vieselbach: Schröter, Vogler, C. Bienzeisler, M. Glatzel, Dinger, Gutzeit, Ruby (72. Marr), Skaba, Abendroth (55. Gustke), Reiber (85. Kurz).

T.: 1:0 Koppe (80.), 2:0 Iffarth (86.).

VfB Grün-Weiß – Walschleben 1:4

GW: Schultze, Friese, Gleichmann (68. Kaiser), Hoppe, Neumann, Jüngling, Demleitner, Schirm (51. RK), Schley, Möller, Ruch (56. Richter).

Walschleben: Lohfeld, Duske, Kosse, G. Fischer, Funke, Gerke, T. Möller, Köllner, Jauch, Armstroff, Ehrich.

T.: 0:1 Köllner (12.), 0:2 Schuchardt (25.), 0:3 Richter (63. ET), 1:3 Richter (81.), 1:4 Köllner (88.).

Marbach – Großrudestedt 0:0

Marbach: Specht, Goldmann (71. C. Rödiger), Thieme, Leib, Catterfeld, Sänger, Janke, Schneider, Linke, Klose, Cyriax.

Großrudestedt: Taschinski, Kirbst, Bohn (89. Kretschmar), P. Hesse, Kunold, Zellmann, Berger, Menge, N. Rödiger, Herold, L. Hesse (76. Mörseburg).

FC Borntal – Ingersleben 4:0

Borntal: R. Köhler, Schneider, Ezold, Fuß, Paul, Rast, Sell, Wagner, König (70. Westhaus), Wittke, Bloß (73. Weißmann).

Ingersleben: Teubner, X. Reichardt (67. Kramer), Zitzmann (46. Erfurt), Eichner, Wiegand (J. Köhler), Schöler, Rochlitz, Hartung, Bachmann, Dolkowski, Wildner.

T.: 1:0 Rast (53.), 2:0 Wittke (68.), 3:0 Bloß (73.), 4:0 Wittke (89.).

Blau-Weiß 52/Eintracht – Haßleben 4:0

BW 52: Hocke, C. Albrecht, F. Albrecht, Ulrich, Felix (81. Colete), Hubert, Papst, Rogowski, Garbe, Ankaoglu, Volkmar (50. Dudek).

Haßleben: Straube, Grosch (46. Hopfe), Kirchner, Quittschreiber, Sello, D. Kraft, Brück, Ruhrig, Stepputat, Kämmerer (56. Mönchgesang, 84. Helbig), Kutscher.

T.: 1:0, 2:0 Ankaoglu (7., 28.), 3:0 Kutscher (78. ET), 4:0 Felix (79.).

Empor Erfurt – Stotternheim 0:1

Empor: Wawrzik, Eichner, Bindernagel, Jordan, Brandt, Gottfried, Schmelcher, Lohfink, Sobek, Mohamed (46. Urbich), Platz.

Stotternheim: Salomon, Sieber, Meyer, Stauch, Dalchow, Rätz, Picht (81. Dunkel), Olsson (70. Kolbe), Holzapfel, Scharfenberg, Brüheim.

T.: Brüheim (36.).

Kreisoberliga, 23. Spieltag

Kreisoberliga, 22. Spieltag

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