Wenn Phrasen treffen: Der FSV Kölleda hat mit einem 3:2-Sieg gegen den Verbandsliga-Absteiger Leinefelde im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Landesklasse ein Lebenszeichen gesendet und sich damit zurückgemeldet. Etwas "entphrast": Abgemeldet hatte Trainer Matthias Friedrich das Team zwar auch nach dem 1:6 in Großwechsungen keineswegs. Doch mit nunmehr fünf Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und gegenüber einigen Mannschaften zwei Spielen mehr in der Hinterhand weiß der Coach: „Im Grunde haben wir jetzt wieder alles in der eigenen Hand.“

Und wie es aussieht, wenn man sein Herz in beide Hände nimmt, mussten die allein auf spielerische Mittel setzenden Nordthüringer erfahren.

„Geht raus und habt Spaß“, war die Devise in der Kölledaer Kabine. Wohl wissend, dass dieser nur über enorme Einsatzbereitschaft zum Zug kommen konnte, rackerte der aktuelle Kreismeister Erfurt-Sömmerda 90 Minuten lang und zwang den Kontrahenten verdient in die Knie.

„Sicher hatten wir bei zwei Pfostentreffern des Gegners in der ersten Halbzeit auch Glück“, gestand Friedrich. „Bis auf die beiden Gegentore zum 1:1 (44.) und 3:2 (81.) und eine gute Chance in der Schlussphase haben wir gegen eine ambitionierte Mannschaft nichts zugelassen.“

Neue Innenverteidigung in Doppelfunktion gleichfalls als Generator für die Offensive

Dass indes Abstimmungsfehler – wie eben vor den Leinefelder Treffern – nicht ausbleiben würden, war angesichts der neu formierten Verteidigung quasi logisch. Dennoch trug die Maßnahme, den spielintelligenten Tibor Ladanyi in der Innendeckung neben den robusten und zuletzt lange Zeit verletzten Abdu Chebli zu platzieren, viel mehr gewinnbringende Früchte als Fallobst.

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So etwa war es Abdu Chebli, der etliche Zweikämpfe gewann. So auch vor den letztlich spielentscheidenden Toren zum 2:1 und 3:1, die er mit anschließenden langen Schlägen gleichfalls vorbereitete. Vorm 3:1 hatte Abdu seinen Bruder Ali bedient, neben Marc Kümmerling Sturmspitze im neuen 4-4-2-System, der erfolgreich abschloss (73.). Zuvor war ein langer Pass bei Jozsef Patalenszki gelandet, der nach kurzer Ballannahme 18 Meter entfernt vom Tor aus der Drehung das 2:1 markierte (60.).

Patalenszki war es in der ersten Halbzeit auch, der für die erste Führung und zusätzlichen Kampfgeist gesorgt hatte (41.) -- aktuelles Schlüsselwort beim FSV 06.

Diesen demonstrierte Coach Friedrich auch nach der Partie. „Am nächsten Wochenende geht es nach Büßleben. Und ohne dem Gegner zu nahe treten zu wollen. Natürlich wollen wir auch dort gewinnen.“

Dreifacher Marc Frenzel

Ungeachtet des deutlichen 6:2-Auswärtserfolges im Hinspiel betrachtete der Büßlebener Coach Mario Wisocki die Kampfansage mit Ernst und Respekt: „Kölleda hat eine gute Truppe, die ich voll auf dem Schirm habe.

Es wird ein enges Ding.“

Dabei lässt auch das gefestigte Selbstvertrauen nach dem deutlichen 5:1-Sieg des aktuellen Spieltages in Westerengel bei den Blau-Weißen keinen Zentimeter Raum für Überheblichkeit. Wie schnell eine scheinbar sichere Angelegenheit zur schwammigen werden kann, erfuhren die Büßlebener in den letzten Minuten der ersten Halbzeit. Zwar hatte die Wisocki-Elf mit massivem Pressing das Tabellenschlusslicht unter Druck gesetzt und war durch den Kopfballtreffer Marc Frenzels (22.) sowie das Tor Erik Tschirschkys nach No-Look-Pass von Jakob Gunkel (23.) mit 2:0 in Front gezogen. Doch das 1:2 Weises (28.) sorgte für ein fast 20-minütiges Getaumel in der Büßlebener Deckung. „Wir haben uns in die Pause geschliffen“, so der Coach.

Indes: Mit dem Anpfiff zum zweiten Abschnitt entledigten sich die Büßlebener jedweder Zweifel. Erst hatte Frenzel am langen Pfosten nach einem Eckball eingenetzt (50.), dann, in Folge eines Pressschlages frei vor dem insgesamt starken Keeper Palige auftauchend, erneut (70.). Nach der Partie wurde Frenzel folglich glasklar zum Spieler des Tages gewählt. Diese Wahl ist eine Tradition, die Büßleben seit langer Zeit pflegt.

Kurz vor Ultimo vollendete der von Tschirschky in Szene gesetzte Lukas Buggisch zum Endstand (89.).

Nords Wille war nicht der letzte

Weit weniger Tore, nämlich überhaupt keines, brachte die oft wie geölt rollende Offensiv-Maschine des FC Erfurt Nord in Wüstheuterode zustande. Trotz der 0:2-Niederlage zog Coach Christian Stieglitz jedoch kein rundum negatives Fazit, wie etwa noch eine Woche zuvor nach dem 2:3 gegen Bad Frankenhausen. „Zumindest fußballerisch haben wir eine Reaktion gezeigt, waren klar feldüberlegen und haben uns Chancen herausgearbeitet. Letztlich hat aber vielleicht der letzte Wille gefehlt, dieses Spiel zu gewinnen. Unser Gegner hat ihn gehabt.“

Nach einem schnellen Gegenstoß und einer Flanke hatte dieser die Führung durch Gastrock-Mey per Kopf erzielt (65.). Dass beim Anrennen in der Schlussphase Kontermöglichkeiten für den Gegner selten ausbleiben, erfuhren die Nordler in der Nachspielzeit. „Ob der daraus resultierende Elfmeter einer war oder nicht, spielt keine Rolle mehr“, so Stieglitz. Thunert traf vom Punkt zum 2:0.

Wüstheuterode – FC Erfurt Nord 2:0

Nord: Schoepe, Rost, Pfreimer, Wetzold, Schuchardt, T. Pham, Menz, Wolfersdorf, Thiele (78. Mohammadi), Weichert, Gretsch (73. Langenhahn).

T.: 1:0 Gastrock-Mey (65.), 2:0 Thunert (90.+2 FE)

Westerengel – Büßleben 1:5

Büßleben: Mickoleit, Laube, Gunkel (79. Bothe), Richter, Lammert (76. Buggisch), Hempel, Kiermeier, Frenzel, Tschirschky, Appel (69. Kreische), Wagner.

T.: 0:1 Frenzel (22.), 0:2 Tschirschky (23.), 1:2 Weise (28.), 1:3, 1:4 Frenzel (50., 70.), 1:5 Buggisch (89.).

Kölleda – Leinefelde 3:2

Kölleda: Farkas, Nieschler, Abdu Chebli, Stang, Ali Chebli (88. Schaar), Kümmerling, Pinnow, Ladanyi, Löser, Bota, Patalenszki (84. Matthias).

T.: 1:0 Patalenszki (41.), 1:1 Männecke (44.), 2:1 Patalenszki (60.), 3:1 Ali Chebli (73.), 3:2 Madeheim (81.).

Landesklasse, 20. Spieltag

An der Lache verteidigt mit einem 7:0 die Spitze in der Kreisoberliga

seitenwechsel hintertorkamerad