Spätestens mit dem 2:1-Erfolg beim FC Union Mühlhausen haben die Landesklasse-Fußballer des SV Blau-Weiß Büßleben ihren April zu einem goldenen gemacht. Zum vierten Mal hintereinander gewann das Team von Trainer Mario Wisocki, der Dreier beim Tabellenzweiten setzte der Serie die Krone auf – zumal es ein verdienter war.

„Wir hatten die besseren Torchancen, waren die gefährlichere Mannschaft und haben es geschafft, auf einem großen Platz gegen ein sehr spielstarkes Team eine Halbzeit lang in der Defensive überhaupt nichts anbrennen zu lassen. Hut ab vor der Leistung der Jungs!“, sagte Wisocki voller Stolz.

Erik Tschirschky ist nicht zu bremsen

Im Spiel in die Breite hatte Mühlhausen zwar viel Sicherheit ausgestrahlt, sobald es aber vertikal gehen sollte, waren die Blau-Weißen stets zur Stelle.

Auf der Gegenseite ging es hingegen umso schneller. Bereits nach 120 Sekunden war der nie von Gegenspieler Sebastian von Nessen zu stellende Erik Tschirschky das erste von etlichen Malen auf der rechten Seite entwischt. Nach seiner Eingabe wurde der Schuss der einzigen Büßlebener Spitze, Marc Frenzel, geblockt. Nur vier Minuten später verzog Tschirschky selbst hauchzart. Auch bei Frenzels Kopfball (14.) sowie dessen geblockten Abschluss nach fehlgeschlagenem Rettungsversuch von Union-Keeper Sören Trappe (17.) lag das 0:1 in der Luft. Das besorgte kurz darauf Peter Lammert, der dieses Mal mit Stefan Westergerling auf der Doppel-Zehn ein geballtes Gegenspiel gegen die sich mühenden Mühlhäuser auf den Rasen brachte. Lammert hatte sich Höhe der Mittellinie den Ball selbst erkämpft, eben Westergerling in Szene gesetzt, bevor dieser den Ball vom Strafraumeck wieder auf Lammert chipte: Per Halbvolley-Lupfer erzielte der Büßlebener Kapitän seinen dritten Saisontreffer (18.).

Auch danach blieb Büßleben gefährlicher. Infolge eines Freistoßes von Westergerling traf der äußerst präsente, aber glücklose Frenzel per Kopf den Außenpfosten. „Herrje, was lassen wir hier für Chancen weg?“, fragte sich Wisocki auf der Bank. Ihm schwante Böses, doch nicht immer trifft Schwanendes in der Realität auch ein.

Da staunen selbst die Größten: Timon Kiermeier tunnelt bei seinem Tor per Direkt-Eckball den Keeper

„Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten wir Mega-Schwein“, konnte sich der Trainer zur Abwechslung auch auf eigenes Glück berufen. Nach einer kreuzgefährlichen Eingabe sprang der Ball vor einem einschussbereiten Mühlhäuser auf, wurde dabei wegen des kurz zuvor noch einmal gewässerten Rasens aber schneller als gedacht – Außennetz. Die Hausherren erhöhten den Druck immens, fanden aber im letzten Drittel kein Mittel, um sich Hochkaräter herauszuarbeiten. Dafür mussten Standards herhalten, bei denen es stets hoch und weit auf „Funkturm“ Tobias Eckermann ging. Nur sporadisch kamen die Blau-Weißen zu Kontergelegenheiten.

„Im Umkehrspiel sieht man auch, dass wir aufgrund der vielen Auswärtigen nicht genügend gemeinsames Training machen können. Wir schaffen es nicht, schnell im Block zehn Mann nach vorn zu schieben“, bemerkte Wisocki angesichts zu schneller Ballverluste. So war es eine Einzelaktion Tschirschkys, die für die größte Büßlebener Offensivgefahr sorgte. Erst hatte er per Solo vier Gegenspieler stehengelassen, dann scheiterte er jedoch an der Oberkante des Querbalkens. Mehr – und zwar viel mehr – Glück hatte indes „Sechser“ Timon Kiermeier bei seinem Eckball zum 0:2 (72.). Er hatte den Ball auf den kurzen Pfosten gezogen, bevor nach einem Missverständnis mit dem eigenen Torhüter die Verteidigung den Ball passieren ließ. Irgendwie flutschte dieser Keeper Trappe ungebremst durch die Beine ins Netz.

Auf der Gegenseite hieß der Adressat unentwegt: Tobias Eckermann. Nach einer Ecke von links funktionierte es dann doch noch mit dem Kopfballtor (1:2, 80.). Dass für die Gäste nichts Schlimmeres passierte, lag womöglich auch am Platzverweis des ziemlich frustriert wirkenden Radim Jira (84, Gelbrot).

Büßleben beglückt Sondershausen tabellarisch und ärgert sich zeitgleich über den Beglückten

Mit diesem Sieg hat sich Büßleben als Sechster nun gar an die Verfolgergruppe des Spitzenreiters Sondershausen herangearbeitet – sofern man bei einem Elf-Punkte-Vorsprung von Sondershausen auf Mühlhausen überhaupt noch von irgendeiner Verfolgung sprechen kann. Sondershausens Dank an die Wisocki-Truppe, den vielleicht ärgsten Kontrahenten drei Punkte entrissen zu haben, sollte also gewiss sein. Nur fällt dieser ebenso gewiss erstaunlich aus: Die Nachholpartie zwischen beiden in Büßleben habe die Eintracht aus Sondershausen eigenmächtig auf Mittwoch, den 9. Mai gelegt, so zumindest Mario Wisocki: „Sie haben beim Staffelleiter angegeben, sich mit uns darauf geeinigt zu haben. Dem widersprechen wir entschieden; allein schon, weil uns an diesem Tag neun Mann fehlen. Wir haben nun mal viele Leute, die nicht in der Umgebung leben. Mittwochs können wir keine landesklassetaugliche Mannschaft aufs Spielfeld schicken. Wir bieten nach wie vor Samstag, den 19. Mai, als Spieltermin an. Ich habe noch nicht erlebt, dass sich eine Auswärtsmannschaft bei der Terminverlegung über die Heimmannschaft hinwegsetzt“, echauffierte sich Wisocki spürbar.

Union Mühlhausen – BW Büßleben 1:2

Büßleben: Mickoleit, Hempel, Gunkel, Wagner, Laube, Kiermeier, Westergerling, Lammert (88. Kniese), Tschirschky, Appel (85. Buggisch), Frenzel (76. Hucke).

T.: 0:1 Lammert (18.), 0:2 Kiermeier (72.), 1:2 Eckermann (80.).

Büßleben souverän beim Schlusslicht

Kreisoberliga, 23. Spieltag

seitenwechsel hintertorkamerad