Wenn zwei Topvereine in Europa auf der Suche nach einem neuen Trainer sind, kommen sie sich zwangsläufig in die Quere. Borussia Dortmund und der FC Arsenal London sind ebendiese Vereine auf der Suche nach dem richtigen Mann an der Seitenlinie. Die großen finanziellen Möglichkeiten bietet die Mannschaft aus England, die Dortmunder können mit dem bestbesuchten Stadion in Europa locken. Sollten sich beide Vereine wirklich auf denselben Kandidaten festlegen, würde es trotzdem schwierig für die Dortmunder, ihren Wunschtrainer zu bekommen.

Die Kandidaten beim FC Arsenal

Der Rücktritt von Arsene Wenger zum Ende der Saison überraschte die gesamte Fußballwelt.

Seit über 22 Jahren steht der Franzose an der Seitenlinie in London und leistete überragende Arbeit, nicht nur für den FC Arsenal, sondern für den gesamten englischen Fußball.

Die gehandelten Kandidaten für die Nachfolge der Vereinslegende reichen von den üblichen Verdächtigen bis hin zu einigen Überraschungen: Carlo Ancelotti (zuletzt beim FC Bayern München), Leonardo Jadrim (AS Monaco), Lucien Favre (OGC Nizza), Patrick Viera (New York City), Brendan Rodgers (Celtic Glasgow), Luis Enrique (zuletzt FC Barcelona), Mikel Arteta (Co-Trainer Manchester City) und Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim).

Die Gerüchte, wer die Nase vorn haben soll, sind momentan noch nicht eindeutig. Luis Enrique soll angeblich schon zu Vertragsverhandlungen in London gewesen sein, Carlo Ancelotti würde sich geehrt fühlen, wenn man ihn fragen würde.

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Der ehemalige Arsenal-Star Patrick Viera sieht seine Arbeit in New York noch nicht als beendet und hat öffentlich bereits abgesagt. Ob er diese Absage auch bei einem konkreten Angebot bekräftigen würde, bleibt trotzdem zu bezweifeln.

Zum Leidwesen von Borussia Dortmund wurden jedoch auch die Namen Lucien Favre und Julian Nagelsmann als Wunschlösung Nummer eins genannt. Aus Sicht von Arsenal würde Favre durchaus Sinn ergeben. Als erfahrener Trainer, der seine Mannschaften nachweislich stets auf ein neues Niveau gehoben hat, wäre er prädestiniert für die Nachfolge von Wenger. Auch die offensive Spielweise und sein Händchen für schwierige Persönlichkeiten wie Mario Balotelli sprechen für den Schweizer. Dass Favre kein großer Name in der Fußballwelt ist, scheint eher nebensächlich. Die Tatsache, dass sich auch der FC Bayern mit Favre beschäftigte, zeigt, dass man seine Kompetenzen auch in absoluten Topvereinen zu schätzen weiß (Die Trainerkandidaten beim FC Bayern).

Dass Julian Nagelsmann bei Arsenal übernimmt, scheint so gut wie ausgeschlossen.

Zu unerfahren ist der junge Coach der Hoffenheimer, um es wirklich ernsthaft bei einem Schwergewicht im Fußball in die engere Auswahl zu schaffen. In ein bis zwei Jahren ist dies jedoch ganz sicher anders.

Die Kandidaten bei Borussia Dortmund

Der Dortmunder Borussia steht im Sommer aller Voraussicht nach ein großer Umbruch ins Haus. Dass die Borussia, wie momentan behauptet wird, sich bis zum Sommer Zeit lässt, um einen neuen Trainer zu finden, ist ausgeschlossen. Dass der aktuelle Trainer Peter Stöger der erste Ansprechpartner sei, wird zwar von Seiten Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke seit Monaten gepredigt, ist jedoch ebenso unwahrscheinlich. Viel zu defensiv ist die Spielweise des Österreichers und die Niederlagen gegen Bayern München und im Derby gegen den FC Schalke haben gezeigt, dass auch Stöger es nicht geschafft hat, der Mannschaft neues Leben einzuhauchen.

Lange galt Julian Nagelsmann als der Wunschtrainer der Schwarz-Gelben, doch dieser ist erst ab 2019 per Ausstiegsklausel aus Hoffenheim zu bekommen. Es wäre fahrlässig, noch ein Jahr mit Peter Stöger zu verlängern um sich dann Nagelsmann zu sichern. Zu groß ist das Risiko, dass dieser sich für einen anderen Verein entscheidet oder dass die Saison unter Stöger nicht die gewünschten Erfolge bringt. Ein Umbruch wäre zudem nur mit einem neuen Übungsleiter machbar.

Die logische Konsequenz hieraus ist, dass Lucien Favre der absolute Top-Kandidat auf den Trainerposten in Dortmund ist. Neben seinem ausgeprägten Taktikwissen ist er dafür bekannt, junge Talente, wie einst Marco Reus, zu fördern. Ebendieser soll sich für seinen ehemaligen Coach aus Gladbacher Zeiten ausgesprochen haben.

Sollte sich der FC Arsenal gegen eine Verpflichtung von Favre entscheiden, wird er ziemlich sicher bei der Dortmunder Borussia anheuern. Wenn die Londoner in der Personalie jedoch Ernst machen, wird es schwer ihn noch von einem Wechsel in die Bundesliga zu überzeugen.

Die weiteren Kandidaten sind Hannes Wolf (zuletzt VfB Stuttgart), David Wagner (Huddersfield Town), Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) und Marco Rose (RB Salzburg).

Entscheidet sich Favre für einen Wechsel nach England, werden Zorc und Watzke sicher versuchen Hasenhüttl oder Rose davon zu überzeugen, die Borussia zu übernehmen. Wolf und Wagner haben zwar eine BVB-Vergangenheit, jedoch ihre Bundesligatauglichkeit noch nicht unter Beweis gestellt.

Fakt ist, dass der neue Trainer so schnell wie möglich gefunden werden muss, damit die Zusammenstellung des Kaders für die neue Saison beginnen kann (Aktuelle Transfergerüchte).