Für zwei von vier Teams des Fußballkreises Erfurt-Sömmerda verlief das Landesklasse-Wochenende nach Wunsch. Doch während sich Büßleben mit 3:1 gegen Wüstheuterode durchsetzte und der FSV Sömmerda gegen Körner gar ein 5:2 zustande brachte, gab es beim FC Erfurt Nord und vor allem im Lager der abstiegsgefährdeten Kölledaer lange Gesichter. Nord unterlag überraschend Bad Frankenhausen auf der Zielgerade 2:3, Kölleda fuhr nach dem 1:6 in Großwechsungen reichlich gerupft wieder gen Heimat.

Robert Simon schaltet erst den Weitschläger aus und ist dann an allen Büßlebener Toren beteiligt

Nach mehr als fünf Monaten gab es für Coach Mario Wisocki und seine Büßlebener endlich wieder ein Erfolgserlebnis in einem Pflichtspiel.

Das ging vor allem aufgrund einer deutlich dominierten zweiten Halbzeit gegen ein Hoch-und-weit-Team aus Wüstheuterode vollkommen in Ordnung. „Auch wenn unser Platz ziemlich uneben ist und der Ball ganz schön holpert, wollten wir uns dem Spielstil des Gegners nicht anpassen“, sagte Wisocki nach der Partie.

Sein wohl entscheidender Schachzug: Nach dem frühen Rückstand (Wolff, 8.) hatte sich Wisocki das Treiben nicht mehr lange tatenlos angesehen, sondern den sämtliche Bälle über den Platz jagenden Libero Wüstheuterodes unter Druck gesetzt: Robert Simon bekam die Sonderaufgabe, dem „freien“ Mann die Freiheit zu nehmen. Fortan entwickelte Büßleben durch forciertes Pressing mehr Druck. Schnell stellte sich auch auf der Ergebnistafel der Erfolg ein. Nach einem weiten Einwurf und einer Ablage fackelte Jacob Gunkel nicht lange und erzielte das 1:1 (28.).

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Nach der Halbzeitpause erhöhte der Hausherr das Tempo noch einmal und kam folgerichtig zum Sieg. Robert Simon, der an allen Treffern beteiligt war, legte nach einer Kombination final auf den ins verwaiste Tor abschließenden Alexander Appel auf (59.). Appel traf mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze eine knappe Viertelstunde vor Schluss gleich noch einmal ins Schwarze, womit er zum Matchwinner avancierte (3:1, 78.).

„Der Sieg tut uns und unserer Platzierung richtig gut“, freute sich Wisocki. „Ein Sieg auch für den Kopf.“

Nord scheitert an seiner eigenen Einstellung

Eine Kopfsache: Das war für die deutlich favorisierten Spieler des FC Erfurt Nord wohl in erster Linie die Partie gegen das abstiegsgefährdete Bad Frankenhausen. Durch ein Last-Minute-Tor des Gegners unterlag die Elf von Trainer Christian Stieglitz dem schlichtweg bissigeren Kontrahenten. „Wir haben einfach nicht die Einstellung zu diesem Spiel gefunden“, ärgerte sich Stieglitz und anerkannte darob den Sieg der Gäste als einen verdienten.

„Der Gegner hat mehr gewollt als wir. Auch wenn wir sicher unsere Chancen auf den Sieg hatten und auch wenn wir aufgrund der Zerrung von Alan Ahmad zu zehnt zu Ende spielen mussten. So eine Leistung entspricht nicht unseren eigenen Ansprüchen.“

Dabei hatten die Jungs von der Grubenstraße zweimal geführt. Jeweils hatte Stephan Wetzold die Tore mit klugen Pässen in die Bad Frankenhäuser Schnittstellen hinein initiiert. Das 1:0 legte letztlich Niklas Kliem für den einschiebenden Steffen Knabe auf (14.), vor dem 2:1 gab es keine Zwischenstation mehr zwischen Wetzold und Knabe. Der verwandelte im zweiten Versuch (67.).

„Es hat dennoch nicht viel geklappt bei uns“, so Stieglitz weiter. „Und dann muss man an so einem Tag eben auch mal ein 2:1 verwalten. Doch wir haben undiszipliniert gespielt und zu viele Fehler gemacht.“

Solche führten schließlich zu zwei Kontersituationen, die Bad Frankenhausen zur Wende nutzte.

Blick nach vorn statt Draufhauen

Von einer Wende war der FSV Kölleda trotz des zwischenzeitlichen 1:1 per direkten Freistoß von Jozsef Patalenszki bei der deftigen 1:6-Klatsche in Großwechsungen am Sonntag meilenweit entfernt.

„Es war ein gebrauchter Tag. Wir haben auch in der Höhe verdient verloren und somit kollektiv versagt, vielleicht auch als Trainer mit der Aufstellung. Es macht jetzt aber keinen Sinn, noch weiter draufzuhauen“, sagte Coach Matthias Friedrich danach.

Zu keiner Zeit kamen die Gäste mit dem schnörkellosen Spiel der Hausherren klar, vielmehr versuchten sie über spielerische Akzente der Kampfkraft entgegenzutreten. „Dabei haben wir im Aufbauspiel aber viel zu viele Fehler gemacht. Wir werden daraus lernen und uns gut auf das nächste Spiel gegen Leinefelde vorbereiten.“

Noch zwölf Spiele stehen für den Vorletzten auf dem Spielplan. „Das sind noch genug, um den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze aufzuholen. Wer weiß? Vielleicht war so eine deftige Niederlage vielleicht sogar der Muntermacher für das gesamte Team“, so Friedrich.

Büßleben – Wüstheuterode 3:1

Büßleben: Mickoleit, Laube, Gunkel, Richter, Kreische (43. Westergerling), Simon (84. Hucke), Lammert, Hempel, Kiermeier, Appel (81. Buggisch), Wagner.

T.: 0:1 Wolff (8.), 1:1 Gunkel (28.), 2:1, 3:1 Appel (59., 78.).

FC Erfurt Nord – Bad Frankenhausen 2:3

Nord: Schoepe, Rost, Pfreimer (58. Gretsch), Wetzold, Schuchardt (46. Decker), T. Pham, Menz (46. A. Ahmad), Thiele, Knabe, Lugmeier, Kliem.

T.: 1:0 Knabe (14.), 1:1 Zeidler (25.), 2:1 Knabe (67.), 2:2 Schmidt (72.), 2:3 B. Ahmad (90.).

Großwechsungen – Kölleda 6:1

Kölleda: Farkas, Nieschler, Ladanyi (68. Matthias), Stang, Kümmerling, Pinnow, Patalenszki (75. Schaar), Dresler (55. Chebli), Löser, Varga, Bota.

T.: 1:0 Riedel (27.), 1:1 Patalenszki (30.), 2:1 Brack (35. FE), 3:1 Riedel (62.), 4:1 Braun (71.), 5:1 Helbing (80.), 6:1 Varga (85. ET).

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