Jedes Wochenende gehen die Diskussionen über den Videoschiedsrichter aufs Neue los. Ein richtiges System scheint noch nicht dahinter zu stecken, Entscheidungen wirken teilweise willkürlich und die Schiedsrichter selbst machen einen überforderten Eindruck. Wir haben einen Blick auf die Seite www.wahretabelle.de geworfen, um zu sehen, wer wirklich von den Schiedsrichtern benachteiligt wurde und wer von den Entscheidungen am meisten profitierte.

Wird Köln ständig verpfiffen?

Am letzten Spieltag stellte sich Stefan Ruthenbeck, Trainer des 1. FC Köln, vor die laufenden Kameras und sagte, es wäre schon sehr auffällig, wie sehr der FC in dieser Saison bei Schiedsrichterentscheidungen das Nachsehen hatte.

Es wären Szenen, in denen auf der einen Seite Elfmeter für den Gegner gepfiffen würden, die aber, wäre es ein Kölner der gefoult würde, nicht gegeben würden.

Ein Blick auf die Wahretabelle zeigt, dass dem FC tatsächlich einige Punkte durch falsche Entscheidungen gestohlen wurden. Zwei unberechtigte Elfmeter für den Gegner und zwei nicht gegebene für den FC sind das Ergebnis. Jedoch profitierten die Kölner auch dreimal von Fehlentscheidungen. So erhielten sie einen unberechtigten Elfmeter und zwei Elfer wurden den Gegnern verwehrt. So gleicht es sich beinahe wieder aus. Unterm Strich hätten die Kölner jedoch vier Punkte mehr, als nach aktuellem Stand.

Christian Streich sagt zu dem Thema nichts mehr

Eine äußerst kuriose Entscheidung fällte auch Schiedsrichter Guido Winkmann im Montagsspiel zwischen dem SC Freiburg und Mainz 05: Er pfiff zur Pause und holte die Mannschaften wieder aus den Kabinen aufs Feld zurück, da der Videoassistent ihm eine Fehlentscheidung mitteilte.

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Es gab Elfmeter für die Mainzer. Verständlich, dass die Freiburger sich von dieser Entscheidung nicht so schnell erholten und das Abstiegsduell am Ende mit 0:2 verloren. SC-Trainer Christian Streich war in der Pressekonferenz nach dem Spiel sichtlich mitgenommen. Sagte jedoch, dass er sich über derlei Situationen nicht mehr aufrege. Lange verlief die Saison für die Mannschaft aus dem Breisgau richtig gut, mit dem Abstieg hatte man wenig zu tun. Doch nun stecken sie mitten drin im Abstiegskampf und müssen die nächsten Spiele punkten (Das Restprogramm der Abstiegskandidaten).

Laut Wahretabelle haben die Freiburger jedoch zweimal von falschen Entscheidungen profitiert und so hätten sie am Ende gar zwei Punkte weniger als nach aktuellem Stand.

Wer wurde am häufigsten benachteiligt und wer profitierte am meisten von Fehlentscheidungen?

Während die Abstiegskandidaten Köln und Freiburg - was die Fehlentscheidungen betrifft - noch im Mittelfeld liegen, hat es eine Mannschaft einsam an die Spitze geschafft: Borussia Mönchengladbach.

Ganze sieben Punkte sind den Gladbachern durch Fehlentscheidungen durch die Lappen gegangen. Zwar wurde dem Gegner zweimal ein berechtigter Elfmeter nicht gegeben und die Borussia hat einen unberechtigten erhalten, doch auf der anderen Seite stehen ganze acht reguläre Elfmeter, die der Fohlen-Elf verwehrt wurden.

So stünde die Mannschaft vom Niederrhein nicht auf Platz acht, sondern auf Platz sechs.

Borussia Dortmund wurde fünf mal benachteiligt und stünde mit fünf Punkten mehr auf Platz zwei der Tabelle.

Am meisten profitiert von falschen Entscheidungen hat Hertha BSC Berlin. Ganze fünf Punkte hätten die Berliner weniger auf dem Konto. Statt auf dem neunten stünden sie nur auf dem zwölften Platz.

Auch der FC Schalke 04 profitierte ganze sieben Mal von Fehlentscheidungen und hätte nicht nur vier Punkte weniger, sondern stünde eigentlich auch auf Platz vier in der Tabelle.

Die Mannschaften, die gleich häufig benachteiligt wie bevorzugt wurden und somit die gleiche Anzahl Punkte hätten, sind der Deutsche Meister FC Bayern München, Bayer Leverkusen und die TSG Hoffenheim.

Wie sieht es bei den beiden Aufsteigern aus? Während Hannover 96 dank Schiedsrichterentscheidungen drei Punkte zu viel hat, sind es beim VfB Stuttgart zwei.

Hat der Videobeweis etwas gebracht?

Was durch Wahretabelle wirklich deutlich wird ist, dass der Videobeweis lang noch nicht ausgereift ist. Knifflige Szenen werden stets anders bewertet, Entscheidungen oft viel zu spät getroffen. Die Leidtragenden sind nicht nur die Spieler, die sich nach jedem Tor minutenlang fragen müssen, ob der Treffer nicht doch wieder aberkannt wird, sondern auch die Fans, denen die Spannung des Spiels gehörig verloren geht. Der Gesprächsstoff montags im Büro hat sich jedoch gehörig gesteigert.

(Videobeweis eine Verbesserung für den Fußball?)