Gerade einmal 24 Stunden lang hatte sich der isländische Fußballverband aus dem Teilnehmerfeld der 21. Fußballweltmeisterschaft herausschreiben lassen müssen. Pünktlich zum 2. April gehören die Nordlichter wieder der Vorrundengruppe D an, in der sie am 16. Juni zum Auftakt den zweifachen Weltmeister Argentinien um deren Star Lionel Messi in Moskau herausfordern werden.

Ein Verlust der Insulaner, deren Bärte mitunter an jene der Wikinger erinnern, hätte weit über ihre atlantischen Grenzen hinaus das fußballbegeisterte Publikum in Trauer versetzt.

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Denn die Isländer haben in der jüngeren Vergangenheit nicht nur mit ihrem erfolgreichen Fußball auch die Anhänger der sportlichen Konkurrenz verzückt, sondern mit der Leidenschaft eines Underdogs kämpfend international die Herzen im Sturm erobert.

Das „Huh!“ der gesamten Mannschaft, der gesamten Fankurve, ja der gesamten Nation nach jedem Spiel heimste in Europa ähnliche Popularität ein, wie weltweit der Haka der „All Blacks“ vor jedem Rugbyspiel Neuseelands.

Zum ersten Mal auf ganz großer Bühne präsentierten sich die Isländer vor nicht einmal zwei Jahren bei der Europameisterschaft in Frankreich. Dort ließen sie in ihrer Vorrundengruppe nicht nur den späteren Europameister Portugal um dessen Star Christiano Ronaldo hinter sich, sondern hievten dank eines 2:1-Erfolges im Achtelfinale auch die favorisierten Engländer aus dem Turnier.

Das eigentliche Glanzstück gelang den Kickern, die sich untereinander kennen wie ihre eigene Westentasche (da es nur rund 50 isländische Fußballprofis überhaupt gibt), dann jedoch in der WM-Qualifikation.

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Eine großartige Leistung zu bestätigen ist bekanntermaßen wertvoller, als sie zuvor einmal erreicht zu haben. Als Gruppensieger vor Kroatien, der Ukraine und der Türkei qualifizierte sich die Elf um Coach Heimir Hallgrímsson und Goalgetter Alfred Finnbogason (FC Augsburg) direkt für das WM-Turnier, während Teams wie eben die Türkei, Österreich, Italien oder die Niederlande im Sommer zuschauen müssen.

Bemerkenswert bleibt der sportliche Erfolg insbesondere, weil Island mit knapp 350 000 Einwohnern das mit Abstand kleinste Land ist, das sich je für eine WM qualifiziert hat und auch mehr als elfmal weniger Einwohner hat als der andere Neuling, Panama.

Weshalb ein Team zeitgleich auf des Gegners und das eigene Tor stürmte

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