In der Saison der Fußballweltmeisterschaft 2018 kommt Manuel Neuer, der Kapitän des FC Bayern München und der Deutschen Nationalmannschaft, gerade einmal auf vier Pflichtspieleinsätze. Drei in der Bundesliga und ein Spiel in der Champions League, dabei spielte er dreimal zu Null. Bei der gestrigen 1:2 Heimniederlage der Bayern im Halbfinalhinspiel gegen Real Madrid war Bundestrainer Joachim Löw im Stadion und konnte sich mit seinem Torhüter austauschen.

Die Zeit wird knapp

Für den FC Bayern kann Manuel Neuer maximal noch zwei Spiele in der Bundesliga bestreiten. Im DFB-Pokalfinale wird Trainer Jupp Heynckes mit Sicherheit auf Sven Ulreich setzen, um ihm die Anerkennung und den Lohn für eine brillante Saison als Neuer-Backup zu schenken.

Ein Einsatz im Spiel gegen Eintracht Frankfurt am kommenden Spieltag kommt für Neuer noch zu früh, ebenso am nächsten Dienstag im Halbfinal-Rückspiel in Madrid. So bleiben für Neuer nur noch die beiden Partien beim 1. FC Köln und zu Hause gegen den VfB Stuttgart, in denen es für die Münchener um nichts mehr geht. Ein wirklicher Wettkampfcharakter wird in diesen Spielen nicht mehr aufkommen, da es auch für die Stuttgarter um nichts mehr geht und der FC bis dahin den Klassenerhalt wahrscheinlich rechnerisch nicht mehr schaffen kann.

Sollten es die Münchener bis ins Champions League-Finale schaffen, wäre auch hier Ulreich gesetzt, die Spielpraxis spricht deutlich für ihn.

Am 2. und 8. Juni spielt das DFB-Team zwei Freundschaftsspiele gegen Österreich und Saudi-Arabien, danach geht es schon am 17.

Juni ins erste Spiel der Weltmeisterschaft gegen Mexiko.

Sollte Neuer auf die WM verzichten?

Ob Manuel Neuer bis zum ersten WM-Spiel über genügend Spielpraxis verfügt, ist zu bezweifeln. Die vier Spiele, die er maximal bestreiten kann, haben allesamt keinen richtigen Wettkampfcharakter. Die Erfahrung von 74 Länderspielen spricht trotz allem für Neuer. Sollte der Torhüter jedoch nicht richtig in Form kommen und das Projekt Titelverteidigung am Ende gar daran scheitern, dass Neuer eines oder mehrere Tore verschuldet, muss sich Löw die Frage gefallen lassen, ob er seinen Kapitän nicht besser hätte auf der Bank oder daheim lassen sollen.

Gerade auf der Torhüterposition ist die Nationalmannschaft mehr als nur doppelt gut besetzt. Mit Marc-André ter Stegen steht immerhin der Stammtorhüter des FC Barcelona bereit, um das deutsche Tor zu hüten (Wer hütet das Tor in Russland?). Mit Bernd Leno, Kevin Trapp und auch Sven Ulreich stünden mindestens noch drei weitere Torhüter parat, die für jedes andere Land für die WM nominiert würden und sich um den einen Platz hinter Neuer und ter Stegen streiten müssen.

Auch wenn Neuer der Kapitän des DFB-Teams ist, so ist es doch ein Risiko ihn mit nach Russland zu nehmen. Klaglos würde er sich nicht als Nummer zwei auf die Bank setzen. "Ich denke schon, dass ich dabei bin und auch spielen kann. Und das will ich auch", sagte Neuer im Stern.

Das sagen Heynckes und Jogi Löw

Am heutigen Donnerstag sagte Jupp Heynckess dem Kicker deutlich: "Manu spielt in dieser Saison noch", gab jedoch auch zu Protokoll, dass ein Einsatz gegen die Frankfurter Eintracht "noch zu früh" sei.

Am Rande des Champions League Spiels gegen Real Madrid sagte Bundestrainer Joachim Löw: "Ich plane ihn, Stand jetzt, auf jeden Fall ein. Er trainiert jetzt auch wieder mit der Mannschaft. Sein Fuß zeigt keine Reaktionen", so Löw bei Sky.

So ist davon auszugehen, dass Löw Neuer mit nach Russland nimmt und dieser dann auch spielen wird. Am 15. Mai wird Löw den vorläufigen Kader für die WM bekanntgeben (WM 2018 - Wer ist dabei und wer muss noch kämpfen?).