Die beiden Spitzenspiele des 21. Spieltags haben das Titelrennen in der Fußball-Kreisoberliga vollkommen geöffnet und somit die Weichen im Kampf um den Landesklasse-Aufstieg umgelegt. Während der Dritte Walschleben mit dem 2:0 den bisherigen Tabellenführer Gispersleben vom Sockel stieß und seine eigenen Chancen auf den Kreistitel deutlich verbesserte (16 Spiele, 36 Punkte), übernahm die SG An der Lache/Concordia (19, 43) vorerst den ersten Rang dank eines 4:2-Erfolges beim Fünften Blau-Weiß 52/Eintracht. Gispersleben bleibt dennoch in Lauerstellung zwischen den beiden Siegern (18, 41).

Lauftraining lohnt sich manchmal doch

„Es war vom Treffpunkt bis zum Abpfiff eine geschlossene Teamleistung von der Nummer 1 bis zur Nummer 18“, stellte der Walschlebener Co-Trainer Sascha Meißner den Zusammenhalt im gesamten zur Verfügung stehenden Kader als entscheidenden Faktor für den samstäglichen Erfolg vor rund 150 Zuschauern heraus.

„Dass wir gegen einen so spielstarken Gegner wie Gispersleben kaum eine große Tormöglichkeit zugelassen haben, spricht für enorme Einsatzbereitschaft jedes Einzelnen.“

Meißner, der den im Urlaub weilenden Andreas Lendrich an der Seitenlinie erfolgreich vertrat, hatte sich dabei auf alle Mannschaftsteile gleichermaßen verlassen können. „Wenn etwas auf unser Tor kam, hat das Stefan Carow mit großer Souveränität weggefangen. In der Abwehr hat Christian Fischer alles bestens organisiert, Tino Gerke hat im Zentrum wohl die wichtigste Rolle auf dem Platz gespielt, fußballerisch und organisatorisch. Und was Martin Möller im Angriff in seinem jungen Alter abgeliefert hat, war ziemlich beeindruckend.“

Vor allem die große Laufbereitschaft war der Schlüssel zum Erfolg. „Alle haben sich reingehängt, sind sehr weite Wege gegangen.

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Wenn etwas fußballerisch nicht gelungen ist, haben wir es läuferisch kompensiert – und uns somit auch das Quäntchen Glück erarbeitet, das das Spiel in unsere Bahnen gelenkt hat.“

Gezielt sprach Meißner damit das Tor zum 1:0 an: Gerke hatte sich den Ball zum Freistoß halblinks zurechtgelegt, zirkelte das Spielgerät jedoch nicht ganz an der Mauer vorbei, sondern traf den äußersten Gisperslebener. Von dem aus veränderte der Ball seine Flugkurve gen Torwart-Eck, das Keeper Benny Köttig aber natürlich längst verlassen hatte (31.).

Für die Entscheidung sorgte letztlich Martin Möller, der – von Gerke bedient – den Ball auf den linken „Latsch“ genommen hatte und ihn aus 15 Metern zum Endstand ins Tor drosch (82.).

Unerklärlicher Hänger bleibt dank Doppelpacker Iffarth unbestraft

Nutznießer des Ergebnisses in Walschleben war zumindest vorläufig An der Lache/Concordia, das nach nur fünftägiger Abwesenheit wieder im Dachgeschoss der Liga einzog. War der 4:2-Sieg „in der Summe über die 90 Minuten verdient“ (52-Trainer Holger Gremler), so hätte er im Achterbahnverlauf der zweiten Halbzeit jedoch auch sehr schnell abhanden kommen können.

Die Gäste hatten die Blau-Weißen lange im Griff und durch den Treffer des Linksverteidigers Julien Höhn nach einem Abwehrschnitzer folgerichtig die Führung erzielt (23.). Im zweiten Abschnitt änderte sich am Auftritt der Hausherren zunächst wenig. Der Kopfballtreffer zum 0:2 von Lache-Kapitän Andreas Koppe schien darob bereits die Vorentscheidung zu sein (52.).

Warum der designierte Tabellenführer dann aber ins Schlingern geriet, wusste er selbst nicht so recht. Blau-Weiß 52 bedankte sich für die Passivität des Gegners und erhöhte den Druck, wenngleich spielerische Glanzlichter nur selten zu erhaschen waren. Am ehesten vorm 1:2, als sich die Platzherren auf der rechten Seite im Strafraum zur Grundlinie durchkombiniert hatten. Abdul Samet Ankaoglu hatte den Ball darauf gefährlich in die Mitte gebracht, Tino Garbe sorgte für den Rest (70.). Er war es auch, der einen klaren Foulelfmeter sieben Minuten später im Tor von Thomas Fischer zum Ausgleich unterbrachte.

„Dann waren wir meiner Meinung nach sogar eher am 3:2 dran als die Lache“, befand Holger Gremler nach der Partie. Doch hatten sich die Gäste kurioserweise nach dem 2:2 gefangen und wieder am Spiel teilgenommen.

Vorm entscheidenden 2:3 hatte Andreas Koppe Keeper Tobias Hocke stehen- bzw. liegenlassen und von der Grundlinie aus den ins leere Tor abschließenden Sebastian Iffarth bedient (87.). Der wurde ebenso mustergültig, dieses Mal von der linken Seite vom eingewechselten Christopher Schwarz, angespielt, um seinen späten Doppelpack sowie den 4:2-Endstand unter Dach und Fach zu bringen (90.).

Halbzeitpfiff beendet Borntaler Feuerwerk abrupt

Nächster Gegner An der Laches ist der FC Borntal, dessen Trainer René Deubner nach dem ungefährdeten 5:2 gegen Alach meinte: „Mit einer Leistung wie in der ersten Halbzeit können wir der Lache sicher Paroli bieten.“ Da waren die Hausherren dank ihres schnellen Fußballs den ersatzgeschwächten Alachern, bei denen Mario Poprawa (Jahrgang 1966) die 90 Minuten durchspielte, bereits mit 5:1 entwischt. „Wenn wir gegen die Lache aber so spielen wie in der zweiten Halbzeit, bekommen wir eine Wäsche“, schränkte Deubner den Vortrag seiner Mannen auf eben nur eine gute Halbzeit ein.

Christopher Bomba, der später verletzt ausschied, hatte nach einer einstudierten Eckballvariante per Kopfball am langen Pfosten beizeiten das 1:0 erzielt (3.). Da weitere Chancen Borntals ungenutzt blieben, stand es nach Steven Miles Abstauber auf einmal 1:1 (10.). Unbeeindruckt zog der Hausherr seinen Stiefel durch: Martin Wittke, von Aaron Weißmann in Szene gesetzt, traf aus elf Metern (23.), Bomba schloss sein Solo quasi über das gesamte Spielfeld mit dem 3:1 ab (26.), wieder Wittke traf im zweiten Versuch nach der Vorarbeit über rechts von Oliver Schneider (31.) und Maximilian Rast vollendete erfolgreich nach einer schönen Einzelaktion des mittlerweile eingewechselten Marvin Adams (40.). Zwischenzeitlich hatte zudem der Borntaler Keeper Jose Abreu Paca einen Foulstrafstoß gehalten.

Am zweiten Elfmeter in der 58. Minute war er auch dran, konnte den Ball aber nicht entscheidend entschärfen. Somit kam Alachs Bester, Sebastian Seeliger, zumindest noch zu einem persönlichen Erfolgserlebnis.

Walschleben – Gispersleben 2:0

Walschleben: Carow, Duske (73. GR), Wüsten, Kosse (52. Schuchardt), M. Möller (88. Grabe), Gerke, T. Möller, Köllner, Döring, Armstroff (90. Jauch), C. Fischer.

Gispersleben: Köttig, M. Reißmann, Vogt, Hoffmann, Langer, Schönherr, Urbach, Schenke, Dziony (77. Decker), Reichmann, Gorsboth (82. Reichl).

T.: 1:0 Gerke (31.), 2:0 M. Möller (82.).

Blau-Weiß 52/Eintracht – An der Lache/Concordia 2:4

BW 52: Hocke, C. Albrecht, Stötzer (46. Garbe), Ulrich, Hamann, Hellmund, Hubert, Dittmar, Ankaoglu, Volkmar, Seidenstücker.

Lache: Fischer, Miller (84. John), Hohmann, Krause, Co. Weis, Blau (69. Werner), Koppe, Beier (73. Schwarz), Chr. Weis, Iffarth, Höhn.

T.: 0:1 Höhn (23.), 0:2 Koppe (52.), 1:2, 2:2 Garbe (70., 77. FE), 2:3, 2:4 Iffarth (87., 90.).

FC Borntal – Alach 5:2

Borntal: Paca, Schneider, Fuß, Rast (61. Muhidin), Weißmann, Wagner, Bomba (37. Adams), Omeirat (64. Zeh), Wittke, Bloß, Bobzin.

Alach: Lange, Seifert, Ziegler, Hoyer, Mile, Lehmann, Kiepfer, Vogler (61. Raddau), Seeliger, Poprawa, F. Blasse.

T.: 1:0 Bomba (3.), 1:1 Mile (10.), 2:1 Wittke (23.), 3:1 Bomba (26.), 4:1 Wittke (31.), 5:1 Rast (40.), 5:2 Seeliger (58. FE).

Die Ostermontag-Spiele

3:3 im Spitzenspiel nach 0:3-Rückstand

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