Für viele ist es das vorgezogene Finale in der Champions League: Am morgigen Mittwoch trifft der FC Bayern München auf den aktuellen Titelträger Real Madrid. Einen klaren Favoriten gibt es in diesem Duell auf Augenhöhe nicht. Schaffen die Münchener es, Torjäger Cristiano Ronaldo auszuschalten (Robben mit frecher Ansage an Real und Ronaldo) [VIDEO], stehen die Chancen gut, ins Finale einziehen zu können.

Experten können keinen Favoriten ausmachen

Die Experten können sich auf keinen klaren Favoriten festlegen. Oliver Kahn sieht bei Sky den FC Bayern in einem Vorteil, wenn diese "die Schwächephasen von Real gnadenlos ausnutzen.

[...] Real spielt immer in Druckphasen, wo du denkst, wenn das Spiel so weiter geht, dann haben wir hier keine Chance. Doch dann ziehen sie sich irgendwann wieder zurück, da müssen die Bayern dann Vollgas geben."

Für Ottmar Hitzfeld, Champions League Sieger mit Borussia Dortmund und den Bayern, spielen beide Mannschaften auf Augenhöhe: "Die richtige Taktik wird das Spiel entscheiden. [...] Früher hat Real noch in einem größeren Glanz gestanden, aber die Bayern haben in den letzten Jahren aufgeholt und sind nun mit einem Atemzug mit Real Madrid zu nennen. [...] Ich gehe fest davon aus, dass der Jupp (Anm. Heynckes) weiß, wie man Real Madrid schlagen kann. [...] Wenn ich jemandem zutraue das Triple zu holen, dann Jupp Heynckes", so der ehemalige Bayern-Trainer.

"Der unbedingte Siegeswille in der Champions League wird schlussendlich für Real Madrid den Ausschlag geben", sieht der ehemalige Real-Torhüter und Nationalkeeper Bodo Ilgner Real Madrid vorne.

Bayern mit Verletzungssorgen

Neben dem langzeitverletzten Kapitän, Torhüter Manuel Neuer, ist es noch offen, ob die Münchener auf den Österreicher David Alaba und den Franzosen Corentin Tolisso zurückgreifen können. Während der Ausfall für von Tolisso für die Münchener noch gut zu kompensieren ist, träfe ein Alaba-Ausfall die Münchener weitaus härter. Tolisso konnte am heutigen Dienstag schon wieder mittrainieren, Alaba musste erneut pausieren, nachdem er am gestrigen Montag das Teamtraining noch komplett mit bestreiten konnte. Erste Alternative für den Linksverteidiger ist Rafinha, dessen Vertrag am Ende der Saison ausläuft (Bayern-Star lehnt Vertragsverlängerung ab). Der 32-jährige Brasilianer genießt das "vollste Vertrauen" von Trainer Jupp Heynckes.

Da Alaba nicht am Abschlusstraining teilnehmen konnte, ist ein Einsatz im Halbfinalhinspiel sehr unwahrscheinlich. Um eine größere Verletzung zu vermeiden wird Heynckes im Hinspiel in München auf Alaba verzichten, um den dann wieder genesenen Österreicher im Rückspiel voll belasten zu können. Zudem hat Rafinha schon in den letzten Spielen bewiesen, dass er sich voll rein hängt und immer mit ihm zu rechnen ist.