Nachdem am Samstag das Meisterschaftsrennen ordentlich Fahrt aufgenommen hatte, boten die Sonntagsspiele des 21. Spieltages der Fußball-Kreisoberliga zwei Kantersiege, einen Gewinner im Abstiegskampf sowie ein Spiel ohne Sieger, dafür mit vier Platzverweisen.

Vieselbacher versüßen Geburtstagskind Marcell Müller das Heimdebüt

So etwas wie der Mann des Spieltages war Marcell Müller, wenngleich er keine Sekunde gespielt hat. Der Nachfolger Ronny Richters auf der Trainerbank der Vieselbacher feierte bei seinem Heimspieldebüt nicht nur einen ansehnlichen 6:1-Erfolg gegen Empor Erfurt, sondern empfing zugleich etliche Geburtstagsglückwünsche.

Vom Spiel seiner Farben war er besonders positiv angetan.

„Wir wollten unsere technischen Möglichkeiten ausspielen und das haben wir bis auf die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. Miteinander wollen wir spielen, nicht die Bälle aus dem Halbfeld hoch in den Strafraum schießen.“

Sicher: Etwa mit Ronny Skaba, Michel Winkelmann und nicht zuletzt Ex-Verbandsligaspieler Tim Gießler standen Müller gestandene und technisch versierte Akteure zur Verfügung. Zudem kehrte nach der Halbzeitpause mit Eddy Hörcher auf der Sechs noch sehr viel Routine auf das Spielfeld.

Bis dahin hatten die Gastgeber bereits für eine 3:1-Führung gesorgt, Michel Dinger und eben Winkelmann sowie Gießler bereits in den ersten 20 Minuten getroffen. Für die Hochheimer verwandelte Martin Gottfried einen Elfmeter (25.).

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„Zur Pause haben wir noch einmal umgestellt und Justyn Glatzel ins linke Mittelfeld beordert. Er war für mich neben Tim Gießler der beste Mann“, freute sich Marcell Müller. Und so schlugen eben diese beiden zu, Glatzel zweimal und Gießler zum Endstand.

Ingerslebener Hintermannschaft raubt dem eigenen Trainer die Worte

Den zweiten Kantersieg des Tages fuhren die Großrudestedter beim 7:1 in Ingersleben ein, was einen konsternierten Heim-Coach Marco Eberling zur Folge hatte. „Ich bin fast sprachlos über die Art, wie man so verteidigen kann. Wir legen dem Gegner die Tore ja regelrecht auf. Wir verlieren die Bälle und setzen nicht nach. Sobald wir in Rückstand geraten, können wir jederzeit auseinanderbrechen.“

Das zumindest ist eine Erklärung für den ungewöhnlichen Spielverlauf. Denn bis zur Pause hatte ein offenes Spiel zwischen beiden Teams stattgefunden. Spielstand: 0:0. Durch den Dreierpack der Gäste in fünf Minuten (David Menge, Björn Kunold, Nico Rödiger) war das Fußballspiel bis dahin Geschichte.

Fortan machte ein Team Fehler und das andere schoss Tore.

Robert Möllers Freistoß war Highlight und Matchwinner zugleich

Bei Schlusslicht Haßleben scheinen derweil die Kreisoberliga-Lichter auszugehen. Auch nach dem Heimspiel gegen den VfB Grün-Weiß besitzt der SV Olympia ganze zwei Saisonpünktchen. Grund war der relativ späte Doppelschlag der Gäste, die damit einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Robert Möller hatte mit der wohl besten Aktion des gesamten Duells die Führung erzielt. Sein direkter Freistoß war unhaltbar für Keeper Falko Straube zum 0:1 im Netz gelandet (72.). Kurz danach stand Tim Schirm nach einer Flanke von links vollkommen frei im Strafraum. Sein Abschluss aus zehn Metern bedeutete die Entscheidung für die letztlich besseren Gäste (73.). Sie hatten nach einer schwachen ersten Halbzeit ohne jedwede Höhepunkte zumindest etwas zugelegt, während sich Haßleben schon hier mit dem Abstieg abgefunden zu haben schien.

Ohne sportlichen Sieger siegt beim Stotternheimer Tohuwabohu einzig die Unsportlichkeit

Wenig Fußball, sondern jede Menge Tohuwabohu stand im Fokus der Partie Stotternheim gegen Kerspleben. „Die Mannschaften haben es dem Schiedsrichter heute sehr schwer gemacht“, hielt sich Stotternheim-Coach Uwe Backhaus angesichts vierer Platzverweise einigermaßen bedeckt. Alle gab es nach der Halbzeitpause, drei davon kassierten die Kersplebener. Dennoch gingen sie kurz vor Schluss scheinbar spielentscheidend in Führung. Der Stotternheimer Robert Stauch traf ins eigene Tor (89.). Er egalisierte jedoch selbst in der Nachspielzeit zum 2:2: Sein Kopfball fand den Weg durch die Beine des Keepers ins Tor.

Ingersleben – Großrudestedt 1:7

Ingersleben: Teubner, Zitzmann, Eichner, Wiegand, Heinemann (74. Legge), Scholz, Rochlitz (63. Erfurt), Hartung, Dolkowski, Wildner, Muric (60. Reichardt).

Großrudestedt: Baßler, Kretschmar, P. Hesse, Kunold, Zellmann, Berger, Menge (89. Baumgart), Teuber (82. Krautwurm), Rödiger, Herold, L. Hesse (75. Grünbeck).

T.: 0:1 Menge (48.), 0:2 Kunold (51.), 0:3 Rödiger (54.), 0:4 Menge (67.), 0:5 Zellmann (75.), 1:5 Wiegand (79.), 1:6 Hesse (83.), 1:7 Kunold (90.).

Stotternheim – Kerspleben 2:2

Stotternheim: Losch, Lembke, Sieber, Stauch, Dalchow, G. de Bortoli, Picht, Meyer, Scharfenberg (46. Schweinfest), Brüheim, Dunkel.

Kerspleben: Kachel, Balven, C. Kühn, Herzig, Pressler, M. Kühn, Ahmadi, Hewett, Rezai (81. Gensbügel), Brendel, Mittas (70. Beckert).

T.: 0:1 Mittas (8.), 1:1 Brüheim (62.), 1:2 Stauch (89. ET), 2:2 Stauch (90.+3).

Vieselbach/Azmannsdorf – Empor Erfurt 6:1

Vieselbach: Schröter, Vogler, C. Bienzeisler, M. Glatzel (46. Ed. Hörcher), Sedlacek, Winkelmann (67. Reiber), J. Glatzel, Gießler, Dinger (79. Abendroth), Gutzeit, Skaba.

Empor: Hendrich, Eichner, Schrimpf, Bindernagel, Brandt, Gottfried, Lohfink, Schmelcher (80. Krause), Sobek, Mohamed, Platz.

T.: 1:0 Dinger (7.), 2:0 Winkelmann (18.), 3:0 Gießler (20.), 3:1 Gottfried (25. FE), 4:1, 5:1 J. Glatzel (64., 79.), 6:1 Gießler (88.).

Haßleben – VfB Grün-Weiß 0:2

Haßleben: Straube, Hertel, Quittschreiber, Sello (66. Stepputat), D. Kraft, Brück, Samak, Kämmerer, Schiller (80. Bohn), Hopfe, Kutscher.

GW: Schultze, Heckrodt (46. Friese), Hucke, Jüngling, Hoppe, Richter, Demleitner, Schirm (83. Krieger), Schley, Möller, Ruch.

T.: 0:1 Möller (72.), 0:2 Schirm (73.).

Fußball-Landesklasse: Büßleben siegt wieder, Nord und Kölleda ernüchtert

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