Im ersten Halbfinale trifft Jürgen Klopp am heutigen Dienstag mit seinem FC Liverpool auf AS Rom, das im Viertelfinale überraschend den FC Barcelona aus dem Wettbewerb gekegelt hat. Am morgigen Mittwoch steigt das zweite, weitaus interessantere Halbfinale in der Champions League: Der FC Bayern München trifft zu Hause auf Real Madrid. Für viele ist das Duell der beiden Topmannschaften ein vorgezogenes Finale. Die Spiele beider Mannschaften sind seit Jahren heiß umkämpft, einen Favoriten gibt es nicht. Die aktuelle Form spricht momentan für die Bayern, doch Real hat bereits bewiesen, dass in der Champions League immer mit ihnen zu rechnen ist.

Real unter Druck

Der größere Druck dürfte dabei auf den Madrilenen lasten. An die großen Erfolge aus dem Vorjahr konnte man nicht mehr anknüpfen (Fünf Titel für Real Madrid in 2017). In der Liga sind sie bereits abgeschlagen auf Platz drei, 15 Punkte hinter dem ewigen Rivalen aus Barcelona. Die Meisterschaft ist Barca mit elf Punkten Vorsprung auf das zweitplatzierte Atletico Madrid kaum mehr zu nehmen. Da Real auch im spanischen Pokal schon lang ausgeschieden ist, ist die Champions League für den in die Kritik geratenen Trainer Zinédine Zidane die letzte Möglichkeit noch einen Titel zu holen. Es wäre der dritte Triumph in Folge in der Königsklasse.

Bilanz für die Bayern positiv

Die Gesamtbilanz spricht leicht für die Bayern. In 24 Spielen siegte der FCB zwölfmal, Real konnte zehn Siege einfahren und zweimal trennte man sich unentschieden.

Die letzten beiden Aufeinandertreffen in der KO-Phase konnte Real Madrid jedoch deutlich für sich entscheiden. Zuletzt konnten die Bayern Real im Halbfinale von 2012 ausschalten. Nach einem 2:1 im Hinspiel in München musste man im Rückspiel bis ins Elfmeterschießen gehen, wo die Münchener am Ende das Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatten. Auf so viel Spannung kann man in diesem Jahr durchaus verzichten.

Robben mit Ansage in Richtung Real und Ronaldo

Im Bayerischen Rundfunk machte Arjen Robben bereits eine klare Ansage in Richtung Real Madrid und Cristiano Ronaldo: "Er (Anm.: Ronaldo) hat so viel erreicht, er hat so viel Großes gemacht in seiner Karriere - er verdient es auch mal, ein Champions League Finale ruhig auf der Couch anzuschauen."

Ob Robben, dessen Vertrag am Ende der Saison ausläuft (Bayern-Star lehnt Vertragsverlängerung ab), dieses Vorhaben persönlich in die Tat umsetzen kann, wird sich zeigen. Die aktuelle Form von Thomas Müller und seine eigene kleine Formschwäche sprechen eher dafür, dass Müller den Vorzug auf der rechten Seite erhalten wird. Doch auch als Joker ist Robben jederzeit in der Lage ein Tor gegen jede Mannschaft der Welt zu schießen. Es wird spannend.