Dank einer beeindruckenden Teamleistung haben die Walschlebener nach dem 2:0-Erfolg gegen Gispersleben auch bei den zuletzt zehnmal in Pflichtspielen ungeschlagenen Marbachern 2:1 gewonnen und im Titelrennen der Fußball-Kreisoberliga zumindest in der Theorie alles in eigener Hand. Das Tabellenbild eines sieben Punkte vom Primus (An der Lache) entfernten Dritten verzerrt die Tatsache, dass die Walschlebener noch drei Spiele mehr in der Hinterhand haben.

Vor allem im ersten Durchgang beherrschten die kompakten Gäste die Szenerie gegen auf holprigen Boden womöglich zu sehr auf spielerische Elemente setzende Sportfreunde.

„Vielleicht haben wir doch zu viele Spiele auf Kunstrasenplätzen ausgetragen.

Den Anforderungen an die Bedingungen gegen Walschleben waren wir 45 Minuten nicht gewachsen. Der Blackout dauerte die gesamte Halbzeit an. Dabei hatten wir sogar noch Glück, dass wir nicht höher als 0:2 hinten gelegen haben“, stufte Marbach-Coach Lutz Stöber den Vorpausenauftritt seines Ensembles ein.

Hellwach präsentierte sich der taktisch klug agierende Gast, vor allem in Person seines Torjägers Kevin Köllner. „Wir hatten vorher um seine Gefährlichkeit gewusst, den Unterschied ausmachen zu können. Vielleicht hätten wir es aber noch besser wissen müssen. Ich kann es mir nicht erklären“, resümierte Stöber dennoch ruhig und gefasst.

Bereits in der sechsten Minute nickte Köllner einen Freistoß von Tino Gerke ins Marbacher Gehäuse, wobei er von Abstimmungsschwierigkeiten der Hausherren profitierte.

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Das tat er 20 Minuten später erneut und spitzelte quasi als lachender Dritter den Ball ins Netz zum 0:2.

Lattenunterkante und raus, Spielwende verpasst

„Wir hatten eigentlich nur 20 Minuten zu Beginn der zweiten Halbzeit, in denen wir so etwas wie eine Druckphase entwickeln konnten“, so Stöber weiter. In dieser traf Marc Janke per Volleyabnahme nach einem gekonnten Flankenwechsel Michael Linkes zum 1:2 (48.). Was wohl gewesen wäre, wenn wenig später der Ball nach Maximilians Geschoss von der Unterkante des Walschlebener Querbalkens ins Tor und somit zum 2:2 gesprungen wäre?

„Wenn man in so einem Spiel nicht viel mehr als drei Chancen besitzt, kann man nicht gewinnen“, winkte Stöber ab und verwies auf die ein oder andere Kontergelegenheit der sich zusehends wieder stabilisierenden Gäste.

Die verkrafteten auch den Ausfall ihres Keepers Stefan Carow, der sich bei einem Zusammenprall mit Lars Sänger an der Schulter verletzte (70.).

Gispersleben ist das Team der vielen Matchwinner: Dieses Mal heißt er Patric Schenke

Mit den Siegen An der Laches (7:0 gegen den FC Borntal) und Walschlebens konnten auch die zweitplatzierten Gisperslebener mithalten.

Das 2:0 gegen die TSG Stotternheim war dabei eine solide Veranstaltung. Bis auf einige Fernschüsse zu Beginn der zweiten Halbzeit ließ das Team um Coach Tobias Geißler wenig zu, erarbeitete sich auf der anderen Seite dank seiner Überlegenheit das erwartete Chancenplus. Auf diesem fußte letztlich der Doppelpack Patric Schenkes, wenngleich einige Treffer mehr drin gewesen wären.

Aus elf Metern hatte Schenke im ersten Durchgang nach einem Abpraller die Führung erzielt (20.), bevor er nach Michael Gorsboths Vorlage von der rechten Seite den Endstand perfekt machte (66.).

„Nun gilt es für uns, Kontinuität in unser Spiel zu bekommen. Noch fehlt uns die Leichtigkeit, da einige Spieler noch nicht mit dem Zugzwang souveräner umgehen können, nachlegen zu müssen, wenn man nicht mehr Erster ist“, so Geißler. „Doch mit dem Spielrhythmus und dem Training werden wir von Woche zu Woche stabiler.

Schön war es auch zu sehen, dass wir das Fehlen von David Schönherr als Kopf unserer Offensive kompensieren können. Tobias Reichmann hat das hinter den Spitzen wirklich gut gemacht.“

"Gnadenlos effektiv" – Großrudestedt fühlt sich in der Kreisoberliga allmählich wohl

Die Großrudestedter haben nach ihrem freiwilligen Abstieg aus der Landesklasse und der Wiedereingewöhnungszeit in der Kreisoberliga offenbar Geschmack am Toreschießen entdeckt. Nicht nur, dass das Team um das Trainergespann Matthias Grünbeck/Holger Krautwurm mit dem Erfolg in Kerspleben den vierten Dreier in Folge zuwege gebracht hat. Der 6:1-Kantersieg schraubte zugleich das Torverhältnis in diesen vier Partien auf 23:4 hinauf.

„Aber das Ergebnis täuscht doch gewaltig“, schränkte zumindest der Kersplebener Trainer Ralf Bockenauer ein. „Ich würde eher von einem ausgeglichenen Spiel reden, bei dem Großrudestedt gnadenlos effektiv seine Chancen genutzt hat.“

Zunächst hatte Maik Berger per Kopf nach einem Eckball getroffen (14.), dann TSV-Keeper Marco Reißmann Gäste-Stürmer Leon Hesse so unglücklich angeschossen, dass der Ball ins Tor sprang (18.). Der Kopfball Björn Kunolds zum 0:3 fand aus immerhin 14 Metern seinen Weg in den Kasten (27.).

Nach der Halbzeitpause hatte Kunold erneut getroffen, bevor auch noch Gäste-Torwart Kevin Baßler einen Elfmeter Sven Hartung-Füstings hielt. Erst den quirligen Hossein Ahmadi, „ein ganz bescheidener Afghane“ (Bockenauer), gelang der Ehrentreffer für Kerspleben (67.). Auf der anderen Seite legten Leon Hesse und Björn Hirschfeld unter Mithilfe der Hausherren nochmals nach.

Attraktives 3:3 zwischen Grün-Weiß und Vieselbach

Beim 3:3 gegen die SG Vieselbach/Azmannsdorf hatte Matthias Iffarth, Trainer des gastgebenden VfB Grün-Weiß, ein gutklassiges Kreisoberliga-Duell ausgemacht. „Es war ein attraktives Spiel mit gelungenen Ballstafetten und guten Teamleistungen auf beiden Seiten.“

Zweimal hatte Vieselbach vorgelegt (Nico Abendroth, Michel Dinger/11., 41.). Johannes Demleitner mit einem 20-Meter-Schuss in den Giebel sowie Tino Neumann mit der Pike glichen jeweils aus (30., 44.).

Im zweiten Durchgang musste dann zunächst der Grün-Weiße Max Hucke wegen einer Notbremse mit Rot vom Feld (65.). Doch zu zehnt gelang den Jungs vom Johannesplatz dennoch die erste und beinahe spielentscheidende Führung. Toni Voglers stand bei seinem Rettungsversuch massiv unter Druck und wurde quasi zum Eigentor gezwungen (3:2, 80.). Der Ausgleich in der Nachspielzeit nach einem ruhenden Ball durch Joker Michel Glatzel belohnte indes die gleichfalls nie aufsteckenden Vieselbacher.

Alach springt vom Abstiegsplatz, Haßleben bleibt nur die Hoffnung

Schwaches Spiel, schöne Tore, ein nahezu sicherer Absteiger: Mit der 3:4-Niederlage in Alach hat sich Schlusslicht praktisch aus der Kreisoberliga verabschiedet und muss nunmehr auf die Macht der Hoffnung und der Mathematik setzen, um aus den aktuellen zwei Tabellenpunkten doch noch einen Nichtabstieg zu machen. Anders Alach, das sich durch den Sieg seit langer Zeit von einem der beiden definitiven Abstiegsränge verabschiedete.

Gleichwohl profitierte der Hausherr nach dem 1:0 Sebastian Seeligers (8.) vom Platzverweis Florian Brücks (10.). Nach dessen Handspiel auf der Torlinie vergab Alach jedoch die Chance zum 2:0 vom Punkt. So durfte Maik Ruhrig mit einem herrlichen Flugkopfball ausgleichen (24.). Auf der anderen Seite nagelte Tobias Krause einen Freistoß in den Winkel (40.).

Steffen Markert traf später zum 2:2 (63.). In Szene war er gesetzt worden von Marcel Sello, der auf der Außenbahn der Haßlebener einen starken Eindruck hinterließ. Die Treffer zum 3:2 und 4:2 (Martin Rüster, Florian Blasse) fielen dann aber direkt hintereinander, was für das dezimierte Haßleben kaum noch zu kompensieren war.

Marbach – Walschleben 1:2

Marbach: Specht, Iffarth, Helzig, Catterfeld, Janke, Franke (57. Sänger), Schneider (83. Buwidowitsch), Linke, Klose, Cyriax, Leib.

Walschleben: Carow (70. Lohfeld), Wüsten, Kosse, M. Möller, Gerke (65. Funke), T. Möller, Köllner, Döring, Schuchardt (57. Misailidis), Armstroff, C. Fischer.

T.: 0:1, 0:2 Köllner (6., 26.), 1:2 Janke (48.).

Gispersleben – Stotternheim 2:0

Gispersleben: Köttig, M. Reißmann, Vogt, Hoffmann, Le Van (77. Preuße), Decker (65. Ackermann), Reichl (65. Dziony), Urbach, Schenke, Reichmann, Gorsboth.

Stotternheim: Salomon, Lembke, Glock (46. Sonntag), Dalchow, Rätz, G. de Bortoli (71. Höhne), Olsson, Holzapfel, Walter, Jüngling, Dunkel (85. Helmis).

T.: 1:0, 2:0 Schenke (20., 66.).

Kerspleben – Großrudestedt 1:6

Kerspleben: Reißmann, Balven, C. Kühn, Herzig, Pressler (46. Beckert), M. Kühn, Sander, Seefeld, Ahmadi (83. Rausch), Hartung-Füsting, Müller.

Großrudestedt: Baßler, Bohn (83. Hirschfeld), P. Hesse, Kunold, Quatuor (46. Mörseburg), Zellmann, Berger, Menge, Rödiger, Herold, L. Hesse (75. Kretschmar).

T.: 0:1 Berger (14.), 0:2 L. Hesse (18.), 0:3, 0:4 Kunold (27., 55.), 1:4 Ahmadi (67.), 1:5 L. Hesse (70.), 1:6 Hirschfeld (88.).

VfB Grün-Weiß – Vieselbach/Azmannsdorf 3:3

GW: Schultze, Friese, Hucke (65. RK), Schmidt, Jüngling, Schley (90.+2 Heckrodt), Neumann (85. Krieger), Richter (70. Menzel), Demleitner, Ruch, Möller.

Vieselbach: Schröter, Vogler, Sedlacek, Winkelmann, J. Glatzel, Dinger, Gutzeit, Ruby, Skaba, Abendroth (57. M. Glatzel), Reiber (51. C. Bienzeisler).

T.: 0:1 Abendroth (11.), 1:1 Demleitner (30.), 1:2 Dinger (41.), 2:2 Neumann (44.), 3:2 Vogler (80. ET), 3:3 M. Glatzel (90.+3).

Alach – Haßleben 4:3

Alach: F. Diemann, D. Blasse (60. Löffler), Ziegler, Hoyer, Ramsthaler, Lehmann, Rüster (89. Große), Methfessel, Seeliger, Krause (90.+3 GR), F. Blasse (79. Kiepfer).

Haßleben: Straube, Hertel, Quittschreiber, Sello, D. Kraft, Brück (10. RK), Ruhrig (75. Stepputat), Markert (84. Mönchgesang), Kämmerer (72. Grosch), Schiller, Kirchner.

T.: 1:0 Seeliger (8.), 1:1 Ruhrig (24.), 2:1 Krause (40.), 2:2 Markert (63.), 3:2 Rüster (73.), 4:2 F. Blasse (74.), 4:3 Grosch (90.+4 FE).

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