Für den deutschen Rekordmeister FC Bayern München endet heute eine sehr lange Saison mit der offiziellen Meisterfeier auf dem Rathausbalkon in der Innenstadt der bayerischen Landeshauptstadt. Unfassbar gerne hätten die Münchner dabei das Double und nicht "nur" die sechste deutsche Meisterschaft in Folge gefeiert, doch das DFB Pokalfinale gestern verlief anders als geplant.

So verlor man am Ende im Berliner Olympiastadion [VIDEO] gegen die SG Eintracht Frankfurt mit 1:3. Dabei hätte es, wie auch der Frankfurter Coach Niko Kovac sowie Star-Spieler Kevin-Prince Boateng später zugaben, in der vierten Minute der Nachspielzeit beim Stand von 1:2 einen Elfmeter für das Team von Trainer Jupp Heynckes geben müssen.

Doch selbst nachdem sich Schiedsrichter Felix Zwayer die Szene noch einmal auf dem Monitor anschaute, blieb er bei seiner Meinung. Kein Elfmeter für die Bayern nach dem Foul von Prince Boateng an Javi Martinez.

Auf der anderen Seite war nur wenige Momente später der Jubel riesengroß. Denn aus der folgenden Ecke der Münchner, bei der auch Sven Ulreich im Frankfurter Strafraum auf den Ball wartete, entwickelte sich ein Konter für die Hessen, welchen der Serbe Mijat Gacinovic ins leere Tor zum 3:1 vollendete. Der Sieg bedeutet für die Frankfurter, die in der Vorsaison ebenfalls im Finale standen und gegen den BVB verloren, Genugtuung. Es ist der erste Titel für den Traditionsklub seit Jahrzehnten.

Für einen Bayern-Star könnte das Kapitel Deutschland im Sommer womöglich beendet sein. So verrät der deutsche Nationalspieler Jerome Boateng am Rande des Spiels gestern, indem er verletzt nicht auflaufen konnte: "Das Ausland ist immer interessant. Man hat nicht viele Chancen. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er nochmal die Erfahrung sammeln möchte".

Und: "Ich bin jetzt in einem anderen Alter als damals bei Manchester City und jetzt an dem Punkt, an dem man nochmal darüber nachdenkt", erklärt der 29-Jährige auch mit Rückblick auf seine frühere Karrierestation.

2010 wechselte Boateng damals noch vom Hamburger SV im Alter von 21 Jahren in die Premier League, wo er sich nicht durchsetzen konnte.

Nur ein Jahr später ging es für den Innenverteidiger für 13,5 Millionen Euro Ablöse [VIDEO] zum Rekordmeister FC Bayern München, wo er seither ohne Unterbrechung spielt. In 258 Pflichtspielen erzielte er dabei ganze acht Tore für die Bayern und legte weitere 20 mit meist genialen Pässen vor. Boateng, dessen Vertrag in München noch bis 2021 läuft, erklärte jedoch auch: "Es ist natürlich sehr schwer, von Bayern wegzugehen. Das wäre auch keine Entscheidung gegen Bayern, ich fühle mich seit Jahren sehr wohl in München".