Als wäre er ein Prophet: Noch vor der immens wichtigen Landesklasse-Partie [VIDEO] gegen den unmittelbaren Konkurrenten um den (aktuell) ersten Nichtabstiegsplatz, den VfB Artern, hatte der Kölledaer Trainer Matthias Friedrich gesagt: „Wir müssen das Spiel irgendwie gewinnen. Und wenn es durch ein Tor in der Nachspielzeit ist.“

In der Tat: Durch ganz späte Tore gelang dem FSV 06 ein dennoch hochverdienter 3:1-Heimspielerfolg am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt, womit das Team als Vorletzter nach Punkten aufgeschlossen hat zum VfB.

Keeper David Gleißner muss mit Schulterverletzung in der Anfangsphase raus

Und obzwar ein Sieg mit späten Treffern in solch einem „Sechs-Punkte-Spiel“ nicht schon emotional genug wäre, hievten etliche weiterer Unwägbarkeiten während der Begegnung den Coach beim Schwärmen von seiner Elf auf Wolke 7: „So viele Hüte kann man gar nicht ziehen“, so Friedrich.

„Zu Beginn des Spiels hat sich unser Torhüter verletzt, zwei klare Elfmeter wurden nicht gegeben, dann haben wir eine fragwürdige gelbrote Karte bekommen und fünf Minuten vor dem Abpfiff auch noch den Ausgleich kassiert. Wie sich die Mannschaft von all diesen Nackenschlägen unbeeindruckt zeigte und das Spiel zu zehnt doch noch gewonnen hat, nötigt den aller größten Respekt ab. Es war ein Sieg des Willens!“

Zur Unwägbarkeit Nummer 1, die nach dem Ausfall des Stammkeepers Bence Farkas (Pferdekuss) eigentlich schon die zweite war: Nach knapp zehn Spielminuten verletzte sich Torwart David Gleißner – mal wieder an der Schulter. Und zwar derart schwer, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Später am Abend kam zumindest die Entwarnung: Er muss nicht operiert werden.

Somit musste Norman Oberreich, Spieler der zweiten Mannschaft, zwischen die Pfosten.

„Er hat seine Sache richtig gut gemacht“, lobte ihn sein Trainer nach dem Spiel. In der 27. Minute etwa bewahrte er sein Team vorm Rückstand.

Auf der anderen Seite standen Peter Bota (35.) und Marc Kümmerling (40.) kurz vor dem Führungstreffer. Als Kümmerling nach einem Foul an ihm selbst den fälligen Elfmeter kurz vorm Pausenpfiff verschoss, war spätestens Unwägbarkeit Nummer 2 perfekt.

Pech mit Referee-Entscheidungen, mit dem Pfosten und einem späten Gegentor – Aufgeben stand nie zur Debatte

Das Pech für die defensiv sehr soliden Hausherren setzte sich auch nach dem Wechsel in der Offensive fort. Mate Varga schoss vorbei (48), Matthias Nieschler ebenso (63.). Dazwischen hatte Mate Varga nach einem Einsatz gegen ihn im Sechszehner vergeblich auf den Elfmeterpfiff gewartet (58). Wenig später aber sorgte er im Nachsetzen für die erste Erlösung – 1:0 (64.).

Dass es mit dem Glück trotzdem nicht so richtig rund laufen wollte, erlebte er vier Minuten später bei seinem Kopfball – Pfosten.

Danach blieb die Attacke im Strafraum an Kümmerling erneut ungeahndet (77.).

Was dann passierte, beendet so einen Fußballtag in aller Regel und sorgt für eine frustrierte Mannschaft, die den Glauben an alle guten Geister verloren hat: Der Arterner Bastian Rüdiger jagte einen Freistoß direkt in den Winkel zum späten 1:1 (86.).

Da kurz zuvor Bota wegen vermeintlichen Ballwegschlagens – „in der Sekunde, in der der Schiedsrichter gepfiffen hat“ – die gelbrote Karte gesehen hatte (82.), sah nicht mehr viel nach dem enorm wichtigen Dreier für Kölleda aus. Doch Joker Jan Oberreich sorgte mit seinem Kopfball-Treffer nach Kümmerlings Flanke doch noch für großen Jubel bei den ebenso nie aufsteckenden Kölledaer Zuschauern. In der Nachspielzeit heimste Kümmerling schließlich noch einen Assist ein, Martin Schaar schloss zum 3:1-Endstand ab.

Kölleda – Artern 3:1

Kölleda: Gleißner (13. N. Oberreich), Nieschler, Zeiße, Schaar, Stang, Kümmerling, Dresler, Löser, Varga, Bota (82. GR), Patalenszki (67. J. Oberreich).

T.: 1:0 Varga (64.), 1:1 Rüdiger (86.), 2:1 J. Oberreich (89.), 3:1 Schaar (90.+1).

Kölleda ringt Leinefelde nieder

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