„Wir haben alles mobilisiert, was geht. Hier kommt eine SMS nach der anderen reingeflogen“, sagt Mario Wisocki einen Tag vor dem Spitzenspiel der Fußball-Landesklasse. Es zählt derzeit nichts mehr als akribisches Organisieren. Dabei sollte der Trainer des Vierten, SV Blau-Weiß Büßleben, nach zuletzt sechs siegreichen Duellen nun gegen den unangefochtenen Tabellenersten Eintracht Sondershausen eigentlich mit jeder Menge Rückenwind in die Partie am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt gehen können.

Eher wenig klassische Anstoßzeit: 18.15 Uhr

Dennoch herrscht neben der Euphorie eine ganze Menge Stress. „Der Termin dieses Nachholers wurde ohne uns abgestimmt, sogar unter Vortäuschen falscher Tatsachen.

Dabei sind wir die Heimmannschaft. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, hatte Wisocki jüngst beklagt. Nun fügt er hinzu: „Unsere Jungs kommen aus Leipzig, Frankfurt und so weiter. Viele erwarten wir gegen 18 Uhr. Wir müssen zusehen, dass wir den Anstoß um ein paar Minuten hinauszögern können, damit wir wenigstens zu elft beginnen“ – angesichts eines Duells innerhalb der ersten Fünf in der zweithöchsten Spielklasse des Freistaates schon ein recht ungewöhnliches erstes Tagesziel. Ähnlich wie die krumm wirkende Anstoßzeit: 18.15 Uhr.

Sondershausen geht mit Elf-Punkte-Polster in die letzten sieben Spiele

Noch kurioser wird die ganze, den Blau-Weißen auf die Füße fallende Angelegenheit um den Termin beim Blick auf die letzten Ergebnisse. Denn sowohl beim verdienten 2:1-Sieg in Mühlhausen [VIDEO] als auch beim 4:1 gegen Struth hatte Büßleben der direkten Konkurrenz der nun unnachgiebigen Sondershäuser die Punkte weggenommen und den Mittwoch-Kontrahenten quasi einen Freifahrtschein für dessen Rückkehr in die Verbandsliga beschert.

Die Eintracht besitzt sieben Partien vor Ultimo ein Polster von elf Zählern Vorsprung auf Mühlhausen.

Sondershausen dürfte indes nicht nur die jüngsten Ergebnisse der Büßlebener aufmerksam zur Kenntnis genommen haben, sondern auch die dabei gezeigten Leistungen. „Beim Spiel gegen Struth waren wir in allen Belangen und auf allen Positionen die dominierende Mannschaft. Das war wohl das beste Heimspiel, das wir gemacht haben, seitdem ich in Büßleben Trainer bin“, hatte Wisocki nach jener Partie am 1. Mai gesagt. Am vergangenen Sonnabend haben die Blau-Weißen mit einem 6:0 gegen Körner eifrig nachgelegt. Wenig dürfte Sondershausen demnach lieber sein als einige zwangsweise Ausfälle beim formstarken Gegner.

Büßleben auch beim Schlusslicht sicher

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