Der FC Bayern München hat unter Trainer Jupp Heynckes eine überaus erfolgreiche Saison gespielt. In der Bundesliga mit über 20 Punkten Vorsprung souverän Deutscher Meister geworden, das DFB-Pokalfinale in Berlin erreicht und in der Champions League scheiterte man erst im Halbfinale an Real Madrid.

Gerade das Scheitern in der Champions League war jedoch mehr als unglücklich. Nach der 1:2 Niederlage im heimischen Stadion, ging man früh in Madrid in Führung. Erst ein Fehler von Torwart Sven Ulreich brachte Real wieder ins Spiel. Am Ende stand es 2:2 und der FCB war ausgeschieden, obwohl man in beiden Spielen über 90 Minuten die bessere Mannschaft war.

Klasse Saison von Robbery

Trotz ihres - für Fußballer - hohen Alters, waren Robbery (Anm. Franck Ribery und Arjen Robben) noch immer zwei absolute Leistungsträger. Franck Ribery erlebte mit 35 Jahren nochmal einen zweiten Frühling, war wettbewerbsübergreifend in 32 Partien mit je sechs Toren und Vorlagen maßgeblich am Erfolg der Bayern beteiligt. Sein ein Jahr jüngeres Gegenüber auf der rechten Außenbahn, Arjen Robben, legte sogar noch eine Schippe drauf und brachte es in 34 Spielen auf sieben Tore und ganze zwölf Vorlagen. Kein Wunder also, dass die Bayern mit ihren beiden Ausnahmekönnern gerne noch einmal um ein Jahr verlängern würden.

Auch ohne Murren auf die Bank?

Fraglich ist jedoch, ob sich die beiden Flügelstürmer in der kommenden Saison auch ab und an mit einem Platz auf der Bank zufrieden geben würden.

Was, wenn der neue Trainer Niko Kovac gerade in den wichtigen Spielen eher auf Serge Gnabry oder Kingsley Coman setzt? (Explosionsgefahr beim FC Bayern) Von einem eventuellen dritten Mann für den Flügel mal ganz abgesehen. Franck Ribery würde diese Rolle wahrscheinlich noch eher annehmen, als sein Kompagnon Robben. Dieser ließ seinem Unmut bereits in dieser Saison freien Lauf, als Thomas Müller in wichtigen Spielen den Vorzug erhielt. Ein Unmut, mit dem Niko Kovac vielleicht nicht so souverän umzugehen weiß, wie der erfahrene Heynckes?

Diese Fragen kann man nur mit den Worten Franz Beckenbauers beantworten: "Schau'n mer mal!". Denn alles andere wäre zu viel Spekulation um Situationen, die vielleicht gar nicht eintreffen.

Einer bleibt - einer geht?

Doch genau diese Gedankenspiele könnten es sein, die einen der beiden Superstars zum Zweifeln bringen, ob es nicht Zeit ist, sich eine neue Herausforderung zu suchen. Einen Verein, bei dem man noch immer unangefochtener Stammspieler ist. Die Vertragsverlängerung von Ribery galt lange Zeit als so gut wie sicher (Ribery verlängert um ein Jahr).

Nun, nach den wichtigen Spielen in der Champions League, hat auch sein Berater verlauten lassen, dass der Franzose in der kommenden Woche seine Unterschrift unter einen bis zum 30. Juni 2019 datierten Vertrag setzt.

Bereits nach dem Wintertrainingslager in Doha setzte Arjen Robben die Vereinsführung unter Druck und gab öffentlich zu verstehen, dass er nur auf ein Angebot zur Verlängerung warte. Doch nun scheint es Robben selber zu sein, der ins Grübeln gekommen ist und den FC Bayern zappeln lässt. Die Frage, ob ihm das Angebot aus seiner Sicht nicht genügend Wertschätzung entgegen bringt, oder ob er seine Karriereplanung überdacht hat, wird er in den kommenden Tagen beantworten müssen. Möglich ist jedoch auch, dass er sich bis nach dem Pokalfinale Zeit lassen will, um sich voll und ganz auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren zu können.

Schau'n mer mal!