Mehrdeutige Aussagen im Interview

Obwohl sich Cristiano Ronaldo nach seinem fünften Champions-League-Sieg wieder einmal einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert hat, machte er durch ein Interview, in welchem er Abschiedsgedanken zum Ausdruck gebracht hat, die Madrider Feierstimmung zunichte. CR7 sorgte unmittelbar nach Spielende mit folgendem Satz für ein großes Durcheinander bei den Real-Fans und für Verärgerung bei Präsident Florentino Perez bzw. Trainer Zinedine Zidane: ''Es war sehr schön bei Real Madrid [VIDEO] zu spielen“. Später konkretisierte er zwar seine Worte, ließ die Öffentlichkeit wegen seiner kuriosen Aussagen aber igendwie doch im Unklaren: "Ich sage nicht, dass ich gehe.

Aber ich kann auch nicht garantieren, dass ich bleibe."

Gekränkter Stolz

Der Europameister, der bei Real noch einen Vertrag bis 2021 hat, beklagt immer wieder fehlende Wertschätzung. Ständige Spekulationen über die Ankunft neuer Stars wie Neymar (Paris St. Germain), Mohamed Salah (Liverpool FC) oder Eden Hazard (Chelsea FC) empfindet Ronaldo offenbar als Majestätsbeleidigung. Die Mitspieler sollen ihn auch wegen des Interviews noch in der Kabine zurechtgewiesen haben, so sagte Kapitän Sergio Ramos unter anderem, dass Ronaldo seine Worte zu erklären habe. Laut der Marca soll man es als respektlos empfunden haben, im Moment des Erfolges Unruhe zu stiften. Dazu passt es auch ins Bild, dass sich Ronaldo trotz einer unauffälligen Leistung in den Mittelpunkt stellte: "Vielleicht sollte die Champions League umbenannt werden, in CR7 Champions League [...] ,fünf Champions-League-Siege! Wieder Torschützenkönig!'' Auch dass CR7 angeblich 14,7 Mio.

Euro an Steuern hinterzogen haben soll, wirkt sich wohl auf sein Gemütszustand aus.

Unterkühltes Verhältnis zu Perez

Zu Ronaldos mysteriösen Worten beigetragen könnte auch sein offenkundig schlechtes Verhältnis zu Vereinspräsident Florentino Perez. "Ich habe mit dem Präsidenten nichts zu besprechen. Ich grüße ihn immer ganz professionell", sagte Ronaldo in formaler Manier. Laut der spanischen Presse seien beide seit Jahren nicht mehr gut aufeinander zu sprechen. Schon 2012 solle Ronaldo Perez zu wenig Unterstützung vorgeworfen haben, da dieser ihn nicht mit zur Weltfußballerwahl begleitet habe. Zudem ist festzuhalten, dass sich der Einfluss von Ronaldos mächtigem Spielerberater Jorge Mendes auf Real Madrid in den vergangenen Jahren deutlich verkleinert hat. Bei der Aussortierung von Fabio Coentrao, Pepe, Angel di Maria und James Rodriguez war schließlich auch Perez federführend.