Nicht mehr Real-Trainer

In einer relativ kurzfristig einberaumten Pressekonferenz am heutigen Vormittag, an der Zidane und Präsident Florentino Perez teilnahmen, verkündete der Franzose seinen äußerst überraschenden Rücktritt, was für die Real-Fans nach dieser außergewöhnlich erfolgreichen Zeit sicherlich schwierig ertragen sein wird. Der Mannschaft habe er die Nachricht seines Rücktritts schon mitgeteilt, Kapitän Sergio Ramos habe sie respektiert ihm das Beste gewünscht.

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Laut Zidane wusste auch Perez schon seit Mittwoch-Abend über ''Zizous'' Beschluss Bescheid, der von insgesamt neun Titeln geprägten Zusammenarbeit ein Ende zu setzen.

Im Zeitraum von der Amtsübernahme 2016 bis zum heutigen Tag gewann der Franzose mit dem madrilenischen Star-Ensemble jeweils einmal den spanischen Supercup und die Meisterschaft, sowie je zweimal den UEFA Supercup sowie die FIFA-Klubweltmeisterschaft.

Historische Leistung in der Champions League

Wofür Zidane allerdings am meisten in Erinnerung bleiben wird, ist der Gewinn der UEFA Champions League von 2016-2018. Nachdem er schon beim zehnten Titelgewinn (''la Decima'') 2014 als Co-Trainer von Carlo Ancelotti an der Seitenlinie stand, hat er es als erster Trainer seit der Gründung der Champions League 1992 geschafft, den Titel drei Mal in Folge zu gewinnen. Diese historische Marke haben das letzte Mal die Spieler des FC Bayern Mitte der 70er geschafft.

Gründe für den Rücktritt

Zidane gab an, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sei, Real Madrid zu verlassen, weil er es für nötig erachte, dass für die Mannschaft nach drei Jahren eine Veränderung notwendig sei.

Dieser Schritt tue der Liebe Zidanes für den Klub keinen Abbruch, aber er müsse vollzogen werden, damit der Verein auch in Zukunft erfolgreich bleibe. Präsident Perez drückte aus, dass er sich ebenso wie alle Real-Anhänger überrascht und schockiert gezeigt habe und dass er versucht habe, Zidane doch noch umzustimmen. Jedoch lobte er den Trainer auch, indem er sich für die geleistete Arbeit bedankte und ihm volle Unterstützung zusprach. Allerdings fügte Perez hinzu, dass er von einer Rückkehr Zidanes in der Zukunft überzeigt sei.

''Ermüdungserscheinungen''

Zidane sprach dem gesamten Klub ebenfalls seinen Dank aus, erwähnte neben positiven Momenten aber auch schwierige Situationen, die Teil des Trainerjobs bei Madrid wären, da man stets unter Druck stehe, um alle Titel konkurrieren und sie auch gewinnen zu müssen. Er habe während der Saison Ermüdungserscheinungen gespürt und deshalb auch für sich entschieden, einen Neuanfang in Gang zu setzen. Zwar wolle er weiterhin Trainer sein, jedoch sei er ebenso jemand, der stets gewinnen möchte.

Und wenn er das Gefühl habe, dass dies nicht mehr möglich sei, gehe er voran, um Veränderungen einzuleiten. Auf die Frage, ob er ohne CL-Titel geblieben wäre, antwortete der einstige Weltfußballer: ''Kann sein.'' Nach diesem Schlusspunkt wurde der Franzose, der ein gutes Verhältnis zu den Medien pflegt, von den anwesenden Journalisten mit lautstarkem Applaus verabschiedet.