Platz 7, zweitstärkstes Rückrundenteam, beste Heimdefensive [VIDEO] und die Spieler in Top-Form. Kapitän Christian Gentner spielte nach seiner Verletzung die Saison seines Lebens, Neuzugang Santiago Ascacibar [VIDEO] hatte überhaupt keine Anpassungsschwierigkeiten und Timo Baumgartls Entwicklung ging sogar als Rechtsverteidiger weiter steil nach oben. Doch unter vielen Top-Spielern stach einer immer wieder heraus: Benjamin Pavard - Die Konstante im Team.

Der französische Innenverteidiger stand jede einzelne (!) Minute auf dem Platz. 90 Minuten – 34 Spiele. Und spielte jedes einzelne Spiel wie ein erfahrener Verteidiger, der schon 300 Bundesligaspiele auf dem Buckel hat.

Doch es war seine erste Saison in der höchsten deutschen Spielklasse. Duelle gegen Lewandowski und Werner stellte die VfB-Abwehr um Benjamin Pavard vor keine großen Probleme. Noch nie kassierte ein Erstliga-Aufsteiger in der ersten Saison so wenig Gegentore wie die Schwaben. Das Abwehr-Bollwerk um Holger Badstuber, Timo Baumgartl und Benjamin Pavard bereitete den Gegnern große Sorgen.

Pavard als Abwehrchef

Vor der Saison verstärkten sich die Schwaben mit Holger Badstuber, der als geplanter Abwehrchef und Ruhepol die beiden jungen Innenverteidiger Baumgartl und Pavard an der Seite führen sollte. Doch nach nur kurzer Zeit wurde klar: Nicht Badstuber sondern Pavard ist der Abwehr-Boss. Überraschend ließ Ex VfB-Trainer Hannes Wolf in der VfB-Dreier-Abwehrkette den 22-jährigen Franzosen in der Mitte auflaufen.

Badstuber und Baumgartl an seiner Seite assistierten ihm. Hinzu kommt: In der Endphase der Saison stellte Neu-Coach Tayfun Korkut Baumgartl auf die Rechtsverteidiger-Position und nicht Pavard, der im Gegensatz zu seinem Teamkollegen diese Positionen ebenfalls problemlos spielen kann. Viel zu wichtig war dem Trainer Pavards Zweikampfstärke und Aufbauspiel in der Innenverteidigung.

Viele Stärken

Fiel der Franzose in der Zweitliga-Saison noch mit wenigen Schlampigkeiten auf und wirkte zeitweise verspielt, hat der Nationalspieler auch diese kleineren Unzulänglichkeiten wie ein Profi abgestellt. Mittlerweile weiß der Nationalspieler ganz genau, in welcher Situation er seine Hackentricks und Dribblings in die gegnerische Spielhälfte zu lassen hat und wann er seine technischen Fähigkeiten ausleben darf. Auch in Sachen Zweikampfstärke legte Pavard in der Bundesliga zu, gewinnt die entscheidenden Zweikämpfe, blockte mit die meisten Bälle aller Bundesligaspieler ab. Und: bleibt stets fair. Nur zwei Gelbe Karten in 34 Spielen: Pavard steht für sauberes Spiel, behält in seinen jungen Jahren einen kühlen Kopf und ließ sich nicht einmal in der Saison in Nickeligkeiten verwickeln.

Keine Rudelbildungen, keine Provokationen – Nichts!

„Streber“ Pavard

Auch das Fachmagazin „Kicker“ wusste die Leistungen des 25-Millionen-Mannes zu würdigen. Mit einer Durchschnittsnote von 3,1 war Pavard der beste Feldspieler der Schwaben in dieser Saison. Dazu besser als Götze, Vidal und Stindl. In der Elf des Spieltags von „Transfermarkt.de“ fand sich der Verteidiger gleich neun mal (!) wieder.

Kein Wunder, dass die großen Vereine wie Real Madrid und FC Barcelona in den kommenden Transferperioden an die Tür von Sportdirektor Michael Reschke anklopfen werden. In seiner ersten Bundesligasaison gehörte Benjamin Pavard zu den besten Spielern der Saison, wurde von mehreren Medien zum Durchstarter der Liga gekürt. Und in Stuttgart zum Spieler der Saison.