Die Kreisoberliga-Fußballer des SV Empor Walschleben (2.) scheinen es englisch zu mögen: Auch ihre zweite englische Woche im Kalenderjahr haben sie unbeschadet überstanden und nach dem knappen 3:2 in Ingersleben am 1. Mai nun dank eines 7:3 gegen den SV Alach den Rückstand auf Spitzenreiter An der Lache/Concordia auf vier Punkte schrumpfen lassen. Unter Dauerstrom befindet sich das Team von Coach Andreas Lendrich auch weiterhin. Am Mittwoch kann im Heimspiel gegen die zuletzt bärenstarken Großrudestedter (5.) der Rückstand auf ein einzelnes Pünktchen reduziert werden (18 Uhr), bevor es am Sonnabend zum Ersten an des Zooparks Füße geht.

Großrudestedt darf sich nur 45 Minuten austoben. Am Mittwoch geht es dann über 90 Minuten in Walschleben weiter

Zwar haben die Walschlebener sämtliche acht Punktspiele 2018 gewonnen; doch auch die Großrudestedter scheinen derzeit nicht zu stoppen zu sein.

Maximal von einer Mannschaft, die im Laufe einer Partie die Spielfähigkeit wegen zu weniger Akteure verliert – so geschehen beim Halbzeitabbruch gegen Empor Erfurt. Das 0:6 zu diesem Zeitpunkt aus Sicht der Hochheimer mag gerade noch so brauchbar sein, sollte es am Ende der Serie bei einer Punktgleichheit Empors mit Alach um den vielleicht vorm Abstieg rettenden 13. Platz auf die Tordifferenz ankommen. Alach hat derzeit zwei Punkte mehr auf dem Konto. Gleichstand zumindest in einer anderen Zwischenbilanz beider: Je einmal sind Empor und Alach nicht angetreten, je einmal haben sie das Spielfeld zum Teil weit vor Ablauf der 90 Spielminuten verlassen (müssen).

Gispersleben dreht die Partie spät, Ingersleben dürfte von Elfmetern die Faxen dicke haben

Im Kampf um den Staffelsieg, mithin also um die Kreismeisterschaft Erfurt-Sömmerda sowie um den sportlichen Landesklasse-Aufstieg lassen auch die drittplatzierten Gisperslebener nicht locker.

Wie Walschleben gelang auch der Elf von Trainer Tobias Geißler ein 3:2-Erfolg in Ingersleben, wenngleich der durch das Anrennen der Gäste nicht derart überglücklich daherkam, wie jener der Walschlebener an gleicher Stelle. Diese hatten am Dienstag zuvor drei Elfmeter benötigt.

„Unser Torwart hat gegen Gispersleben gut gehalten“, gestand Ingersleben-Coach Marco Eberling. „Trotzdem hätten wir uns vor allem nach der zwischenzeitlichen Führung auch ein Unentschieden verdient gehabt.“

Patric Schenke hatte Gispersleben kurz nach der Halbzeitpause recht locker 1:0 in Führung bringen können, nachdem die Hintermannschaft der Fortuna, vergeblich auf einen Abseitspfiff wartend, die Spielfortsetzung verweigert hatte (48.). Auf der Gegenseite war vorm 1:1 Marco Dolkowski über rechts angerückt und hatte Sascha Heinemann den Ball gesteckt. Dessen abgeblockter Schussversuch landete beim vollendenden Nick Wiegand (63.). Nach einem Foulspiel im Strafraum an Dolkowski verwandelte Heinemann den Strafstoß sicher (2:1, 70.).

„Auch danach haben wir gut gekämpft, uns aber um den Lohn der Arbeit gebracht“, so Eberling.

Abwartend hatte sein Team zugeschaut, wie Bastian Urbach das Spielgerät aus 20 Metern in den Winkel verfrachtete (71.). Zehn Minuten vor Schluss war es dann wieder ein Elfmeter, der Ingersleben auf die Verliererstraße brachte. Thomas Hoffmann versenkte den Nachschuss für Gispersleben zum 3:2-Auswärtssieg. Der TSV Motor hat gegenüber den an Spielanzahl ebenbürtigen Walschlebenern drei Zähler Rückstand und mit insgesamt sieben Punkten Abstand auf Spitzenreiter An der Lache, der aber zwei Spiele weniger offen hat, intakte Meisterschaftschancen.

Unglaubliche Rettungstat auf der falschen Torlinie

Das trifft indes auf die Marbacher schon eine Weile nicht mehr zu. Mit der 1:2-Niederlage in Kerspleben wurde der Abstand auf die Besten gar noch größer. Und eine Rehabilitierung für das jeweilige Halbfinal-Aus am 1. Mai [VIDEO] gab es auch nur für Kerspleben.

„Es war ein knappes Spiel, in dem wir sicher auch ein bisschen Glück hatten“, sagte TSV-Trainer Ralf Bockenauer nach der Partie, die für seine Farben ziemlich schlecht begonnen hatte: Nach einer schlechten Kopfballabwehr im Kersplebener Strafraum war Marbachs Lars Sänger hellwach und hatte für den heranrauschenden Marc Janke aufgelegt (0:1, 6.).

Großes Pech dann für den Marbacher Steve Catterfeld, der mit einer schweren Schulterverletzung noch auf dem Platz behandelt und via Krankenwagen abtransportiert werden musste. Kerspleben kam nach der Unterbrechung besser zurück in die Partie und traf nach drei Alu-Treffern schließlich via Mohammad Rezai zweimal ins Tor (42., 44.).

Der hätte nach dem Wechsel beinahe für die Entscheidung gesorgt. Marbach-Keeper Alexander Specht war bereits besiegt, doch verhinderte ausgerechnet Rezais Sturmpartner André Seefeld – offenbar um ein eigenes Tor bemüht – das 3:1 auf der Torlinie. „Das habe ich noch nicht gesehen“, staunte Bockenauer auch nach der Partie nicht schlecht. „Den Ball muss man erst einmal über das Tor bekommen. Eine Weltklasse-Abwehraktion, nur leider auf der falschen Seite.“

So sicherte letztlich Friedrich Pressler mit seiner Rettungsaktion auf der eigenen Torlinie den Dreier (89.).

Comebacker Kevin Hirschfeld genügen ein paar Minuten, um zum Stotternheimer Mann des Wochenendes zu werden

Zu einem 2:0-Erfolg kam Blau-Weiß 52/Eintracht in Vieselbach und untermauerte damit seinen Anspruch auf die erste Verfolgerposition hinter dem Führungstrio, Borntal gewann nach seinem Einzug ins Kreispokalfinale nun in der Meisterschaft 4:3 in Haßleben. Wieder war Jonathan Bloß – dieses Mal mit drei Treffern – maßgeblich am Erfolg beteiligt.

In Stotternheim gab es indes eine solide Teamleistung der Heimmannschaft, die zumindest nach dem Führungstreffer gegen den VfB Grün-Weiß stets Herr der Lage war. Jenes erste Tor beim 3:1-Sieg erzielte nach einer Kopfballablage Nils Olssons mit seinem ersten Streich Daniel Dunkel (37.). Fünf Minuten nach der Halbzeitpause hatte er auf der linken Bahn gewaltig Fahrt aufgenommen und war mit dem Ball am Fuß in den Strafraum gesprintet. Zwar zwar der Winkel spitzt, doch die Beine von Grün-Weiß-Torwart Christian Schultze weit genug geöffnet (50.).

Beim 3:0 spielte Stotternheim eine Vier-gegen-zwei-Überzahl gekonnt aus, so dass schließlich Franz Kolbe auf den abschließenden Kevin Hirschfeld abspielen konnte (85.). Hirschfeld gelang für einen gelernten Verteidiger damit eher Seltenes: „Er hat nach fünfjährigem Dienst in Bayern am Wochenende erst sein Debüt bei der Zweiten gegeben, dann bei der Ersten. Er wurde jeweils eingewechselt und hat in beiden Spielen getroffen“, berichtete Uwe Backhaus über die Kurzeinsätze des Comebackers.

Ganz im Stile eines ehrgeizigen Trainers ärgerte sich der Coach aber schließlich doch noch. „Der Ehrentreffer in der letzten Minute darf nach einem Einwurf niemals fallen; da bin ich richtig sauer!“

Walschleben - Alach 7:3

Walschleben: Lohfeld, Duske, Wüsten, Gerke, Köllner, Döring, Schuchardt (61. Misailidis), Armstroff, Ehrich (46. Funke), M. Möller, C. Fischer.

Alach: Popwawa, Seifert, Ziegler, Hoyer, Schwens, Löffler, Olbrisch, Eberwein, Seeliger, Kiepfer, Vogler (58. Krause).

T.: 1:0 Ehrich (6.), 2:0 Köllner (8. FE), 2:1 Seeliger (12.), 3:1 C. Fischer (16.), 4:1 Duske (20.), 4:2 Vogler (22.), 5:2 Armstroff (57.), 6:2 Funke (64.), 6:3 Eberwein (67.), 7:3 Armstroff (90.).

Ingersleben – Gispersleben 2:3

Ingersleben: Teubner, T. Reichardt (46. Legge), Zitzmann, Eichner, Wiegand. Wildner, Heinemann, X. Reichardt (60. Rochlitz), Dolkowski, Erfurt, Krähmer.

Gispersleben: Köttig, M. Reißmann, Hoffmann, Le Van, Decker, Reichl (77. Hagenbring), Urbach, Schenke, Langer, Reichmann, Gorsboth.

T.: 0:1 Schenke (48.), 1:1 Wiegand (63.), 2:1 Heinemann (70. FE), 2:2 Urbach (71.), 2:3 Hoffmann (81.).

Kerspleben – Marbach 2:1

Kerspleben: Reißmann, Balven, Mittas, Brössel, Herzig, Pressler, M. Kühn, Seefeld (86. Müller), Hewett (61. Pa. Beckert), Rezai, Brendel.

Marbach: Specht, Hermann, Iffarth, Helzig, Catterfeld (32. Cyriax), Franke (60. Goldmann), Janke, Scheler (70. C. Rödiger), Linke, Klose, Sänger.

T.: 0:1 Janke (6.), 1:1, 2:1 Rezai (43., 45.).

Haßleben – FC Borntal 3:4

Haßleben: Straube, Hertel (76. Bohn), Sello, D. Kraft, Brück, Ruhrig, Stepputat, Samak (65. Markert), Kämmerer, Schiller (82. Grosch), Kutscher.

Borntal: Köhler, Ezold (55. Hanke), Fuß, Rast (58. Omeirat), Sell, Wagner, König, Röger, Wittke (58. Adams), Bloß, Bobzin.

T.: 0:1 Bloß (3.), 0.:2 Rast (14.), 0:3 Bloß (41.), 1:3 Kutscher (49.), 2:3 Hanke (84. ET), 2:4 Bloß (90.+3), 3:4 Brück (90.+6).

Vieselbach/Azmannsdorf – Blau-Weiß 52/Eintracht 0:2

Vieselbach: Zech, Vogler (56. Ed. Hörcher), J. Bienzeisler (67. Reiber), M. Glatzel (56. Abendroth), Sedlacek, Winkelmann, J. Glatzel, Dinger, Gutzeit, Ruby, Skaba.

BW 52: Heinecke, C. Albrecht, Stötzer, Ulrich, Hubert, Dudek (36. Hamann), Rogowski, Garbe (86. Puschner), Ankaoglu, Volkmar, Seidenstücker.

T.: 0:1 Volkmar (45.), 0:2 Ankaoglu (51.).

Stotternheim – VfB Grün-Weiß 3:1

Stotternheim: Salomon, Meyer, Walter (43. Kolbe), Stauch, Dalchow, Picht, Olsson (80. Hirschfeld), Holzapfel, Scharfenberg, Brüheim (70. Ellinger), Dunkel.

GW: Schultze, Heckrodt, Friese, Hucke, Kaiser, Hoppe, Neumann (55. Ruch), Richter, Demleitner, Schley, Möller.

T.: 1:0, 2:0 Dunkel (37., 50.), 3:0 Hirschfeld (85.), 3:1 Schley (90.).

Großrudestedt gegen Empor Erfurt beim Stand von 6:0 vor der zweiten Halbzeit abgebrochen.

Kreisoberliga, 24. Spieltag [VIDEO]

https://www.facebook.com/hintertorkamerad/

#seitenwechsel #hintertorkamerad