Wer ist die FIFA?

Die FIFA, (frz.: Fédération Internationale de Football Association) gegründet am 21. Mai 1904 in Paris, ist der Weltfußballverband mit Sitz in Zürich. Sie veranstaltet diverse Fußball-Wettbewerbe, darunter die Männer- und Frauen-Fußballweltmeisterschaft. Derzeitiger Präsident ist der Schweizer Gianni Infantino.

Wie ist sie aufgebaut?

Die FIFA besteht aus sechs Kontinentalverbänden (AFC, CAF, CONMEBOL, CONCACAF, OFC, UEFA) und hat 209 Mitglieder in Form von nationalen Verbänden.

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Die wichtigsten Gremien sind der Kongress (wählt den Präsidenten) und das Exekutivkomitee (wählt den WM-Gastgeber). Unter den weiteren 35 Ausschüssen sind die Disziplinar- und Ethik-Kommission.

Bisherige Geschehnisse um Korruption

Momentan werden wieder Funktionäre für Korruption gesperrt und verurteilt. Im Folgenden eine Übersicht über die bisherigen aufsehenerregendsten Ereignisse um Korruption beim Fußball-Weltverband.

Juni 1998: Sepp Blatter wird in Paris mit 111:80 Stimmen zum FIFA-Präsidenten gewählt. Egidius Braun wirft Blatter vor, die nötigen Stimmen gekauft zu haben. Bei anderen Gerüchten über Korruption vor der Wahl heißt es auch, dass Blatter angeblich für je 50.000 US-Dollar 22 Stimmen gekauft haben soll.

Mai 2002: Blatter wird wiedergewählt, wieder kommen zahlreiche Gerüchte auf, in denen angeprangert wird, dass es wieder unrechtmäßige Abläufe im Hintergrund gegeben hat. Der somalische Delegierte Farah Addo behauptet, ihm sei schon bei der Wahl 1998 100.000 US-Dollar für eine Stimme für Blatter angeboten worden.

Mai 2006: Kurz vor seinem Zusammenbruch soll der ehemalige FIFA-Marketing-Partner ISL mithilfe von 100 Mio. US-Dollar versucht haben, Entscheidungen des Fußball-Weltverbandes zu beeinflussen. Drei FIFA-Exekutivmitglieder, darunter Ricardo Texeira (CBF) sollen zwischen 1994 und 2000 Geld erhalten haben.

Juni 2010: Das Verfahren über den ISL-Skandal von der Staatsanwaltschaft Zug (Schweiz) ist aufgrund einer Zahlung der FIFA eingestellt worden. Das 41-seitige Dokument des Ermittlungsverfahrens beinhaltet unter anderem, dass der einstige FIFA-Präsident Joao Havelange und sein früherer Schwiegersohn Texeira Schmiergelder in Millionenhöhe kassiert haben. In der Akte ersichtlich sind die internationalen Geldflüsse und der Umgang der FIFA-Spitze mit dem Schmiergeldsystem. Es wird auch betont, dass Präsident Blatter von den Schmiergeldzahlungen gewusst haben soll.

Oktober 2010: Zwei Reporter der ‚‚Sunday Times‘‘ filmen zwei FIFA-Mitglieder aus Tahiti und Nigeria, wie sie hohe Geldsummen annehmen, um im Gegenzug bei der WM-Vergabe für das Jahr 2022 den USA ihre Stimmen zu geben.

Darüber hinaus geben sie an, das Geld in die Fußball-Infrastruktur zu investieren.

Dezember 2010: Die FIFA gibt bekannt, dass die WM 2018 in Russland und die WM 2022 in Katar stattfinden wird. Unter Anderem wähnt die ‚‚Frankfurter Allgemeine‘‘ als Reaktion darauf, dass Russland die Wahl der Macht und Katar die Wahl des Geldes gewesen sei.

Mai 2011: Kurz vor der FIFA-Präsidentschaftswahl wird öffentlich, dass der katarische Funktionär und Exekutivmitglied sowie AFC-Präsident Mohamed bin Hammam versucht hat, die Wahl mithilfe von Geldgeschenken zu seinen Gunsten zu manipulieren. Außerdem soll er einen großen Anteil an der WM-Vergabe nach Katar gehabt haben.

Juni 2011: Die Ethik-Kommission verurteilt bin Hammam und den FIFA-Funktionär Jack Warner (Helfer bin Hammams) zu lebenslangen Sperren. Bin Hammam tritt genauso wie Warner von all seinen Ämtern zurück. Sepp Blatter wird trotz aller Vorwürfe zu einer 4. Amtszeit gewählt.

Juli 2012: Um den Korruptionsvorwürfen ein Ende zu bereiten benennt Sepp Blatter den Juristen Michael J. Garcia (ehemaliger Staatsanwalt von New York) zum Vorsitzenden der Ermittlungskammer der Ethik-Kommission. Fortan untersucht er die Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit den WM-Vergaben 2018 (Russland) und 2022 (Katar). Der 64 Jahre alte Richter Hans-Joachim Eckert (Leiter der sechsten Strafkammer des Landgerichts München) wird zum Vorsitzenden der neuen rechtsprechenden Kammer der Ethik-Kommission benannt.

Juni 2014: Die ‚‚Sunday Times‘‘ berichtet auf Basis konkreter Beweismittel, dass mehrere Millionen US-Dollar gezahlt worden sind, um eine Abstimmung zugunsten Katars herbeizuführen. Die ‚‚The Sydney Morning Herald‘‘ wirft Mitbewerber Australien Bestechung vor.

November 2014: Laut der ‚‚New York Daily News‘‘ soll FIFA-Mitglied Chuck Blazer, um nicht wegen Steuer-Delikten vom FBI verklagt zu werden, für den Geheimdienst Gespräche mit anderen Funktionären aufgezeichnet haben.

Hans-Joachim Eckert lässt bezüglich Garcias Korruptionsbericht verlautbaren, dass es etliche Verstöße gegen den Ethik-Code sowie weitere Vorgänge ‚‚in der Grauzone‘‘ gegeben hat. Die Verfehlungen können aber teils den jeweiligen Bewerbern nicht zugeordnet werden und reichen jedenfalls insgesamt nicht aus, um das Vergabeverfahren zu beanstanden. Das Urteil hat in der Weltöffentlichkeit Empörung ausgelöst.

November 2017

Der Prozess gegen die FIFA in New York ist eröffnet worden. 42 frühere Offiziere werden angeklagt, sich an illegalen Geldströmen von ca. 200 Mio. Dollar beteiligt zu haben. Der Chef einer argentinischen Sportmarketingfirma beschuldigt den mittlerweile verstorbenen Funktionär Grondona sowie drei weitere südamerikanische Vertreter, Schmiergelder angenommen zu haben.

Mai 2018

Der saudische Schiedsrichter Fahad al-Mirdasi wird vor der Weltmeisterschaft in Russland aus dem Schiedsrichter-Aufgebot gestrichen, weil er gestanden hat, für Spielmanipulationen Geld gefordert zu haben.

August 2018

Im neuen Ethik-Code kommt das Wort ''Korruption'' nicht mehr vor, allerdings gelte der Tatbestand nach wie vor. Währenddessen wird der ehemalige Verbandspräsident Jose Maria Marin zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 4,5 Mio. Dollar verurteilt.

September 2018

Die Funktionäre Aaron Davidson (USA), Costas Takkas (Kaiman-Inseln) und Miguel Trujillo (Kolumbien) werden gesperrt und zu Geldstrafen verurteilt, weil sie gestehen, Bestechungsgelder bezahlt bzw. angenommen zu haben.