Nur Ersatz unter Favre

Bekanntlich hat Mario Götze es momentan schwer, sich nicht nur für die Startelf, sondern auch überhaupt für eine Einwechslung im Team von Borussia Dortmund zu empfehlen. Obwohl Götze eine ansprechende Vorbereitung lieferte, hat er nach den ersten Saisonspielen im DFB-Pokal [VIDEO] gegen Greuther Fürth und in der Bundesliga gegen RB Leipzig bzw. Hannover 96 keine einzige Spielminute vorzuweisen. Am heutigen Freitag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt wird sich dies wahrscheinlich nicht ändern, wenn man den letzten Aussagen seines Trainers Lucien Favre [VIDEO] Glauben schenkt.

Eine Frage des Systems

In der vergangenen Pressekonferenz des BVB-Trainers wurde klar, dass Götzes Reservisten-Dasein daran liegen könnte, dass die Spielweise des klassischen Zehners nicht mehr unbedingt systemkonform sein könnte.

Der Schweizer Taktik-Fuchs verwies darauf, dass ihm für sein angedachtes 4-3-3-System neben Götze eine Vielzahl an weiteren hochveranlagten Mittelfeldspielern zur Verfügung stehen würden. Das derzeitige Erfolgssystem, welches unter anderem Real Madrid zum Dominator der vergangenen drei Champions-League-Saison machte, erfordert neben einem defensiv-orientiertem Sechser, der absichert, zwei sogenannte offensive Achter, die sich in den Halbräumen bewegen, um zusätzlichen Druck zu entfalten, aber gegebenenfalls auch nach hinten zu arbeiten. Momentan scheinen die Neuzugänge Axel Witsel, Thomas Delaney und Ex-Gladbacher Mohamed Dahoud gesetzt zu sein.

Götze ist nicht mehr Götze

Was auffällig ist: Götze kann nicht mal auf die Außen ausweichen, da man dort mit Marco Reus, Christian Pulisic, Marius Wolf und Jadon Sancho bereits mehr als ausreichend Qualität vorzuweisen hat.

Als ''falsche Neun'' kommt der gebürtige Allgäuer vor allem aufgrund der Verpflichtung von Paco Alcacer (FC Barcelona) nicht mehr infrage. Angesichts Götzes momentaner Situation müssen immer wieder Vergleiche mit vergangenen Leistungen herangezogen werden. Wie bereits in seiner DAZN-Doku ''Being Mario Götze'' erläutert, ist es so, dass Götze die Schnelligkeit, Dynamik und Leichtigkeit vom Beginn seiner Laufbahn abhanden gekommen ist. Seit seiner rätselhaften Stoffwechselerkrankung wirkt der WM-Held von 2014 nur noch als Schatten seiner selbst, bzw. ein langsamerer, nunmehr durchschnittlicher Bundesliga-Spieler. Als Achter kann man sich Götze aufgrund seiner einzigartigen Technik und seines strategischen Verständnisses natürlich auch vorstellen. Jedoch muss er dafür auch die nötige Physis und Spritzigkeit an den Tag legen, um sich dem Trainer wieder aufzudrängen.