Schlechtester Saisonstart der Vereinsgeschichte

Der VfB Stuttgart hat den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte hingelegt. Die Zahlen sind erschreckend und schockierend. Die Schwaben konnten in den ersten zehn Pflichtspielen der Saison (neun Bundesliga-Spiele, ein Spiel im DFB-Pokal) lediglich ein einziges Spiel gewinnen, nämlich das Heimspiel gegen Bremen mit 2:1. Der neue Trainer Markus Weinzierl hatte die undankbare Aufgabe, seine ersten beiden Spiele gegen die Top-Mannschaften Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim absolvieren zu müssen. In beiden Spielen wurde der VfB mit 0:4 abgewatscht. Natürlich sind die Champions League Teilnehmer BVB und Hoffenheim derzeit in einer Top-Verfassung, dennoch ist es schon bedenklich wie sich Stuttgart seit Wochen präsentiert.

Gründe und Ursachen für den miserablen Saisonstart

Vor der Saison [VIDEO] waren viele Experten und auch der Manager Michael Reschke, davon überzeugt, dass der VfB Stuttgar [VIDEO]t nichts mit dem Abstieg zu tun haben werde. Die Realität sieht anders aus. Man befindet sich punkt- und torgleich mit dem Aufsteiger Fortuna Düsseldorf auf dem 18. Tabellenplatz. Fünf Punkte in neun Bundesligaspielen, nur sechs geschossene und ganze 21 kassierte Tore - Die Bilanz der Roten ist erbärmlich schlecht. Dabei hatte Reschke noch vor der Saison 35 Millionen in Neuzugänge investiert, die Vorbereitung lief sehr gut. Doch dann kam das Pokalaus gegen Rostock und die Auftaktniederlage gegen Mainz, dann nahm der Negativstrudel seinen Lauf.

Die Ursachen für diesen kapitalen Fehlstart sind vielfältig.

Zum einen müssen sich die Verantwortlichen der Stuttgarter eingestehen, dass der Kader und die Qualität der einzelnen Spieler vor der Saison stark überschätzt wurde und man sich von der überragenden Rückrunde der vergangenen Saison hat blenden lasssen. Hinzu kommt, dass junge, talentierte Spieler wie Gonzales, Maffeo und Sosa doch mehr Zeit benötigen um sich einzufinden als vorher angenommen. Die Defensive ist viel zu anfällig für Gegentore, die Zuordnung und die notwendige Zweikampfhärte fehlte in nahezu allen Partien. Nicht zu vergessen sind die extrem vielen individuellen Patzer der einzelnen Spieler. Pavard verschenkte gegen Dortmund ein Tor, indem er ohne Not den Ball zum Gegner passte, im Spiel gegen Hoffenheim passierte Gentner nahezu das gleiche Missgeschick. Torhüter Zieler, Verteidiger Badstuber und vielen weiteren Spielern sind in dieser Saison schon haarsträubende, unerklärliche Fehler passiert. Diese Unkonzentriertheiten müssten sehr schnell abgestellt werden. Nach vorne fehlt der Punch, das richtige Zuspiel im richtigen Moment, die Kreativität, die Technik, die fußballerische Finesse.

Ein Donis ist schnell und technisch stark, er fehlt aber derzeit verletzt. Didavi wird ebenfalls schmerzlich vermisst. Eine richtige Alternative für diese beiden befindet sich nicht im Kader der Schwaben.

Die VfB Bosse wollen den Kader im Winter verstärken

Reschke gab zu Wort, dass es Bestandteil des Geschäfts ist nachzujustieren. Wolfang Dietrich, der Klubpräsident wurde da sogar noch deutlicher: "Wir werden im Winter was tun müssen. Ganz klar". Diese Worte gab er in der Sendung "Doppelpass" auf Sport1 am Sonntagvormittag von sich. Er fuhr fort: „Wir hatten die Plätze neun bis 13 als ursprüngliches Saisonziel. Jetzt gilt es, die Klasse zu halten. Wir wissen, wie ernst es ist.“ Der VfB ist dafür bekannt, schlecht in die Bundesliga-Saison zu starten, aber dieses Jahr haben die Jungs mit dem roten Brustring noch einen draufgesetzt. Jetzt muss einiges dafür getan werden, den Karren gemeinsam aus dem Dreck zu ziehen. DIe Spieler sollten sich selbstkritisch hinterfragen, freiwillige Extraschichten einlegen, sich aussprechen und endlich über 90 Minuten die Einsatzbereitschaft und den Willen zeigen, der in der ersten Halbzeit in Hoffenheim zu sehen war. Des Weiteren ist zu hoffen, dass Donis und Didavi sehr bald stark zurückkehren und im Winter das richtige Personal beim VfB aufkreuzt, das den Stuttgartern sofort und nicht erst in weiter Zukunft helfen kann.