Es war der Skandal der letzten Tage. Nach einer fehlgeschlagenen Werbeaktion, geriet der Mode-Gigatn H&M in Schwierigkeiten. Die Anfeindungen richten sich nun auch gegen die Familie des Kinder - Models.

Weltweite Schlagzeilen

Liam Mango machte in letzter Zeit, leider eher unfreiwillig, weltweit Schlagzeilen. Das schwedische Modeunternehmen H&M lichtete den Jungen in einem Pullover ab, auf dem "Coolster Affe im Dschungel" stand. Gigantisch war der Aufschrei unter Menschenrechtlern, Promis und Kunden.

Das Ganze hatte natürlich dramatische Folgen für das Unternehmen - der Aktienkurs fiel, der Pulli musste aus dem Sortiment genommen werden, etliche Stars beendeten ihre Zusammenarbeit mit dem schwedischen Konzern und eine Entschuldigung wurde nötig.

Neben H&M sieht sich auch die Mutter der Kritik ausgesetzt

Terry Mango - die Mutter des Kleinen - meldete sich via der Social Media Plattform Facebook zu Wort. Sie versuchte zu schlichten, sie habe kein Verständnis für die Aufregung. Terry Mango wollte, dass die Aufreger sich wieder beruhigen. Es war ja schließlich nur ein Outfit, das ihr Junge trug.

"BBC" berichtet, dass die Familie rund um das Kinder-Model nun sogar umziehen müsse - aus Sicherheitsgründen. Die Mutter gibt an, dass sie angefeindet wurde, da sie sich vor H&M stellte: "Ich habe mich verkauft, ich sei eine Enttäuschung, ich hätte mein Kind für Geld verkauft." Dies und weitere Vorwürfe muss sich Terry nun anhören.

Zur Sicherheit ist die Familie aus diesen Gründen aus ihrem Haus in Stockholm ausgezogen. In Südafrika wurden zahlreiche Filialen des Modeunternehmens verwüstet, die Kritik ist stellenweise in gewalttätige Ausschreitungen übergegangen.

Top Videos des Tages

Wie geht es dem Kleinen?

Abgeschirmt und nichtsahnend geht es Liam gut, dennoch muss die Mutter ihm erklären, wieso sie plötzlich umziehen müssen. "Liam ist fünf, er hat noch keinen Rassismus erfahren. Ich möchte einfach, dass er unschuldig bleibt."

Zerbricht das schwedische Unternehmen an dem Skandal?

2015 lag die Aktie von H&M noch bei 39,19 Euro, mittlerweile ist sie um knapp 60 Prozent gefallen. Der Kurs liegt heute nur noch bei rund 16 Euro. Die Gründe hierfür liegen nicht nur am Kinder-Model-Skandal. Der H&B Chef Karl-Johan Persson (42) hat den Onlinehandel verpennt. "Das Geschäft bleibt dasselbe wie immer", sagte er bei seinem Antritt im Jahr 2009.

Das sieht so aus: In Fußgängerzonen wird zwar in 64 Ländern verkauft, aber nur in 35 Ländern gibt es den Onlineshop. Zalando oder Zara, mit unter den größten Konkurrenten, ziehen daran problemlos vorbei.

Außer peinliche Ausreden gab es bislang noch keine Stellungnahme vom Unternehmen. Im November 2015 war in vielen Ländern das milde Klima schuld, im April 2016 war es der kalte Winter, im September 2016 lag es am nicht warmen Wetter.

Neueröffnungen gibt es vorerst nicht, nach dem großen Knall vor vier Wochen. Eine der größten Filialen in Stockholm wurde geschlossen.

Konsequenzen gibt es für den Chef keine

Wieso? Sein Chef ist sein Vater, Stefan Persson (70), Aufsichtsrat im Unternehmen. Dieser führte in zwei Generationen das Imperium an die Weltspitze. 40 Prozent des Unternehmens und 69 Prozent Stimmrecht gehören der Familie. Es geht also nichts ohne den Aufsichtsrat (geschätztes Privatvermögen rund 16 Milliarden Euro).

Einer muss sich jedoch keine Sorgen um seine Zukunft machen - das Kinder-Model Liam. Wenn er für sein Label modeln würde, bot Rapper P. Diddy dem Kleinen eine Millionen Dollar Gage an.