Tierversuche bei Abgastests

Skandale bei Volkswagen lassen nicht lange auf sich warten. Nun ist Volkswagen mit fragwürdigen Versuchen an Tieren in aller Munde. VW hat in den USA einen Auftrag zur Studie der Abgaswerte gegeben. Dabei wollte man den Beweis antreten, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung abgenommen hat, nachdem die Weltgesundheitsorganisation WHO Dieselabgase als krebserregend einstufte. Als Testobjekte wurden Affen ausgewählt und gezielt den Schadstoffen ausgesetzt. Die Experimente wurden schon im Jahr 2014 in einem Labor in Albuquerque im US Bundesstaat New Mexiko vorgenommen. Finanziert wurden diese Versuche durch die "Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT), einen von der Autoindustrie getragenen Lobbyverein.

Er verharmloste offenbar seit längerem die Gefahren durch Dieselabgase. Die Ziele der EUGT wurden 2010 wie folgt beschrieben: Sie wolle "Aus- und Wechselwirkungen zwischen Emissionen, Immissionen und Gesundheit intensiver untersuchen". Sie führt Forschungsprojekte durch und unterstützt Forschungsvorschläge, die an sie herangetragen werden.

Ablauf der Tierversuche

Während zehn Langschwanzmakaken zur eigenen Beruhigung Zeichentrickfilme schauten, mussten sie in einer luftdichten Kammer vier Stunden lang die Abgase eines VW Beetle einatmen. Angeblich geschah dies ohne gesundheitlicher Schädigung. Damit sollte die Krebsgefahr und andere Schädigungen durch Dieselabgase für den Menschen widerlegt werden.

Konsequenzen

VW entschuldigte sich für die Versuche mit den Worten: "Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war.

Top Videos des Tages

Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten." Und weiter: "Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner." Laut Mitteilung von Volkswagen wurden erste Konsequenzen gezogen. In der heutigen Sitzung des Vorstandes wurde der Leiter für Konzern-Außenbeziehungen und Nachhaltigkeit, Dr. Thomas Steg, auf eigenen Wunsch beurlaubt. Bis zur vollständigen Aufklärung des Sachverhaltes ist er von seinen Aufgaben entbunden. Noch am Morgen hatte Steg verkündet, dass Volkswagen auf Tierversuche künftig verzichten wird. Die Aufgaben von Steg übernimmt kommissarisch der Verantwortliche für Internationale und Europäische Politik Jens Hanefeld.

Auch die Politik reagierte. So sagte die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD): "Das, was VW wohl führend und zusammen mit anderen Automobilherstellern gemacht hat, an Versuchen mit Affen in New Mexico und mit Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, halte ich für verantwortungslos." Die umstrittenen Methoden der Versuche sollen auch im Bundestag thematisiert werden.