Strafzölle zum 1. Mai?

Noch immer stehen die Strafzölle der Vereinigten Staaten auf Stahl und Aluminium im Raum. Wird doch schon fast davon ausgegangen, dass die Ausnahmeregelung der USA für die Europäische Union bei den neuen Zöllen aus Aluminium- und Stahlprodukte nicht verlängert und ab dem 1. Mail diesen Jahres durchgesetzt werden.

EU setzt auf Verhandlungen

Die Europäische Union strebt eine gemeinsame Einigung bei den Verhandlungen mit den USA an. Schon beim beim offiziellen Staatsbesuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in den USA stand dieser Gesprächspunkt auf seiner Liste. Drei Tage lang dauerte der Besuch Macrons in dieser Woche beim Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Am Freitag wird auch Bundeskanzlerin Merkel für einen zweiten Arbeitsbesuch mit anschließender Pressekonferenz in die USA reisen und sich im Weißen Haus mit Trump treffen. Auch sie wird neben anderen Themen dieses wichtige wirtschaftliche Thema der Zölle mit ihm nochmals ansprechen. Wie auch schon Macron zuvor verkündete, hofft auch Deutschland auf eine dauerhafte Ausnahmeregelung von US-Zöllen auf Stahl und Aluminium. Mit einer Beschwerde bei der Welthandelsorganisation WTO vor gut einer Woche hat die EU angekündigt, sich mögliche Vergeltungszölle für US-Produkte wie zum Beispiel Jeans, Motorräder oder Whisky offenzulassen. Aber setzt die EU doch lieber auf eine Einigung durch Gespräche und Verhandlungen mit den USA.

USA als wichtiger Kunde der EU

In Deutschland ist jeder vierte Arbeitsplatz vom Export abhängig und in der Industrie mehr als jeder zweite Job.

Top Videos des Tages

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier begrüße in der nächsten Woche eine abgestimmte Position der Europäischen Union zur weiteren Vorgehensweise. Schließlich gehören die USA zu einem guten Kunden der EU. Gelten doch die EU und die USA weltweit als die am stärksten kooperierenden Wirtschaftszonen. Dies sichert auch etwa 15 Millionen Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks. Im vergangenen Jahr wurde Ware im Wert von 375 Milliarden EUR in die Staaten geliefert. Damit gingen etwa ein Fünftel der EU-Ausfuhr in die USA. Für die deutsche Wirtschaft gehörten sie 2017 das dritte Jahr in Folge mit Gütern im Wert von 111,5 Milliarden Euro zum wichtigsten Abnehmer. „Made in Germany“ ist schwer angesagt, vor allem bei Fahrzeugen, pharmazeutischen Produkten und Maschinen. Metall-Exporte machten 2017 rund 3,6 Milliarden Euro aus. Deutschland steht bei den Importen in die Vereinigten Staaten auf Platz fünf. Davor stehen nur Japan, Kanada, Mexiko und China.