Militärausgaben weltweit höher als zum Vorjahr

Während diplomatische Mauern eingerissen werden und nun Gespräche dem Säbelrasseln vorgezogen werden, wie sich aktuell in Nordkorea zeigt, gibt es in anderen Regionen der Welt neue Brennpunkte. Zu einem gibt es die Hoffnung auf ein friedliches Miteinander und zum anderen werden Ängste vor neuen Konflikten geschürt. Es könnte angenommen werden, dass endlich der Zeitpunkt zur weltweiten Abrüstung gekommen sei und die Differenz des Haushaltes in soziale Projekte gesteckt werden könnte. Dies bestätigt sich aber nicht. Der Gegenteil ist der Fall! Weltweit wird mehr für Rüstung ausgegeben und an der Spitze stehen unschlagbar die USA.

Seit dem kalten Krieg wurde nie so viel für Waffen und Militär ausgegeben, wie im Jahr 2017. Während Russland die Militarisierung herunterschraubt, befindet sich die USA im Höhenflug.

Die Jahresbilanz

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) veröffentlicht Zahlen, in denen ersichtlich wurde, dass die weltweiten Militärausgaben im vergangenen Jahr auf 1,74 Billionen US-Dollar anstiegen. Damit wird 1,1% mehr als zum Vorjahr ausgegeben. Dies steuere nicht gerade für friedlichen Lösungen von Konflikten bei, warnten die Forscher. Während der Mittlere Osten,West- und Mitteleuropa sowie Afrika südlich der Sahara, Südamerika, Zentral-, Süd- und Ostasien aufrüsten, nahmen die Investitionen in Mittelamerika, Australien, Nordafrika und Osteuropa ab.

USA und China an der Spitze

Die Vereinigten Staaten gaben im Jahr 2017 etwa 610 Milliarden Dollar aus und für das Jahr 2018 wurden sogar noch mehr eingeplant. Das Geld fließt nicht nur in die Aufstockung des militärischen Personals, sondern auch in die konventionellen und nuklearen Waffen. Auf Platz 2 der Liste befindet sich mit geschätzten 228 Milliarden US-Dollar China. Damit investierten sie etwa 5,5% mehr als zum Vorjahr. In den letzten Jahren stiegen ihre Rüstungsausgaben kontinuierlich. Da es keine offiziellen Bestätigungen der Zahlen und Statistiken von chinesischer Seite gibt, können die Zahlen nur geschätzt werden und sogar deutlich höher liegen. Auf den dritten Platz hat es Saudi-Arabien mit 70 Milliarden Dollar geschafft. Russland hat seine Ausgaben für das Militär sogar um 20 Prozent zum Vorjahr gesenkt und liegt nun bei 66 Milliarden Dollar. Grund dafür sei die Wirtschaftskrise, die das Rüstungsbudget einschränkt.

Deutschland investierte in Waffen und Militär so viel wie fast vor zehn Jahren und liegt bei 44,3 Milliarden Dollar und somit auf Platz neun.