Pleite oder nur Namensänderung?

Nach dem Daten-Skandal bei Facebook, der seine internationalen Runden drehte, war es nur eine Frage der Zeit, dass Cambridge Analytica (CA) als Unternehmen schließt oder zumindest den Namen ändert. Der Schlagzeilen um den Missbrauch von persönlichen Nutzer-Daten hat die Analysefirma in den Ruin gestürzt. Das Vertrauen der Kunden wurde verwirkt und wenn das Vertrauen beim Geschäftspartner nicht mehr vorhanden ist, kostet es jede Firma den Kopf.

Kunden sind vor Cambridge Analytica geflüchtet und laufende Anwaltskosten schossen in die Höhe. Das veranlasste ihre Dachgesellschaft, der SCL Group, ein Insolvenzverfahren einzuleiten.

Auf der Suche nach Schuldigen, kommt ihr nicht in den Sinn Unrechtes getan zu haben, sondern wälzt die Pleite auf die Medien ab, die mit ihrer Berichterstattung Schuld am wirtschaftlichen Ruin gewesen sein sollen. Statt Einsicht zu zeigen, soll mal so eben ein neues Unternehmen gegründet worden sein. Bei diesem Unternehmen soll es sich auch wieder um Datenverarbeitung drehen. Alles nur Zufall, dass eine neue Datenanalysefirma namens Emerdata mit der ehemaligen Cambridge-Analytica-Investorin Rebejah Mercer und einigen ehemaligen Top-Managern von CA gegründet wurde? Auch soll Emerdata an der selben Adresse in New York, wie die dortige Filiale von Cambridge Analytica gemeldet worden sein.

Cambridge Analytica und der Skandal bei Facebook

In den letzten Wochen stand Cambridge Analytica in der Presse weltweit am Pranger für den Daten-Skandal bei Facebook.

CA steht im Verdacht Informationen von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern illegal bezogen und ausgewertet zu haben. Daten sollen für den US-Wahlkampf zu Gunsten von Donald Trump genutzt worden sein. An die Daten kam das Unternehmen über eine App, die über Facebook lief und Daten des Anwenders sowie von den Kontakten des Anwenders übermittelte.

Hintergründe der Firma Cambridge Analytica

Cambridge Analytica (CA) wurde im Jahr 2014 von der SCL Group als Datenanalyse-Unternehmen ins Leben gerufen. Der Name leitet sich aus der Zusammenarbeit mit der University of Cambridge und der Datenanalyse her. Da die Datenschutzbestimmungen in den Vereinigten Staaten lockerer als in Europa gehandhabt werden, war das Unternehmen überwiegend in den USA tätig. Der Hauptsitz war in New York City. Sie nutzte die Büros und teilweise die 200 Mitarbeiter der Muttergesellschaft. Im Mai 2018 wurde Insolvenz beantragt.