Gibson ist wohl einer der bekanntesten Gitarren-Hersteller auf dem Markt, dessen Wurzeln bis 1894 zurückreichen, doch selbst mit einem Umsatz von 1,0 Mrd. US-$, muss dieser nun Insolvenz anmelden. Auf Grund der nicht bezahlbaren Rechnungen hatte dieser direkt auch einen Sanierungsplan zur möglichen Rettung des Unternehmens vorgestellt.

Was ist passiert?

Das Unternehmen, welches seinen Sitz im Bundes Staat Tennessee in der US-Country-Hochburg Nashville hat, steht mit 500 Millionen Dollar in der Schuld verschiedener Geldgeber. Ohne eine radikale Umschuldung droht dem Pionier das endgültige Aus.

Um eine Sanierung durchführen zu können, hat das Unternehmen einen vorläufigen Gläubigerschutz beantragt.

Laut dem Firmenchef Henry Juszkiewicz haben dem vorgelegten Sanierungs- und Umstrukturierungsplan bereits zwei Drittel der Gläubiger zugestimmt.

Im Rahmen der Vereinbarung, könnte das Unternehmen einen Kredit von 135 Millionen erhalten. Auch dem Geschäftsbetrieb sei es möglich während der Umstrukturierung stand zuhalten.

Das Gibson Verhängnis

1936 schickte das Unternehmen die weltweit erste E-Gitarre in Serienfertigung und verkaufte darauf pro Jahr 170 000 Gitarren in rund 80 Ländern. Darauf folgten auch Herstellungen für Banjos, Mandolinen, E-Bässen und weiteren Zupfinstrumenten.

Die Firma ist für berühmte Persönlichkeiten wie Elvis, John Lennon oder Johnny Clash, welche auf den Gitarren der Firma spielten, bekannt. Doch schon laut früheren Analysen wurden das Unternehmen vor Problemen mit der Rückzahlung, Bankkrediten und Anleihen gewarnt.

Gibson musste schon in den vergangenen Monaten durch Immobilien, Geschäftsbereichen und Verkauf von Beteiligen Mittel zusammenkriegen, jedoch schien dies nicht ausreichend gewesen zu sein.

Durch finanzielle Probleme ist das weltberühmte Unternehmen durch andere Branchen geraten. Die Firma hatte z.B. vor vier Jahren in die auf Kopfhörer und Lautsprecher spezialisierten Sparte des Konzern Philips für 135 Millionen Dollar eingekauft. Dieser gewagte Zukauf gilt auch als einer der Hauptgründe weswegen das Unternehmen Insolvenz anmelden musste.

"Gibson Innovations" wie die Sparte mit Lautsprechern, Kopfhörern-Bedarf heißt, soll nun abgewickelt werden. Nun will sich der Konzern wieder auf das Geschäft mit Musikinstrumenten aber auch Audiosystemen für Profis konzentrieren.