Deutscher Manager soll Saudi-Arabien beraten

Der berufliche Werdegang des deutschen Managers Klaus Kleinfeld liest sich wie eine Bilderbuchkarriere. Klaus Kleinfeld wurde 1967 in Bremen geboren und studierte Betriebswirtschaftslehre sowie Wirtschaftspädagogik. Das Studium schloss er 1982 an der Georg-August-Universität Göttingen ab. Danach ging es in verschiedenen Aufgabenbereichen steil bergauf. Nach der Chef-Tätigkeit bei Siemens und dem US-Aluminiumkonzern Alcoa soll er sich nun einer ganz besonderen Herausforderung stellen. Wie das Herrscherhaus Saudi-Arabiens am Dienstag mitteilte, soll Kleinfeld sich ab dem 1. August dieses Jahres um die technologische, finanzielle und wirtschaftliche Entwicklung des Landes kümmern.

Damit verabschiedet sich der deutsche Manager nach zehn Monaten von seiner Position als Leiter des Infrastrukturprojekts „NEOM“ am Roten Meer, bleibt allerdings im Verwaltungsrat der Projektgesellschaft.

Prinz Mohammed möchte sich von der wirtschaftlichen Abhängigkeit des Landes vom Öl-Export lösen und in neue Branchen wie zum Beispiel in den Tourismus oder in die Technologie investieren. Dafür verkaufte Saudi-Arabien Staatsbeteiligungen in Milliardenhöhe. Es soll nun auf 26.500 Quadratkilometern eine riesige Industriezone zwischen dem Golf von Akaba und dem Roten Meer mit einer veranschlagten Investitionssumme von rund 500 Milliarden Dollar entstehen. Angedacht sind für dieses Projekt unter anderem Branchen aus der Biotechnologie sowie Energie- und Wasserwirtschaft.

Die Wirtschaft von Saudi-Arabien

Saudi-Arabien [VIDEO] ist ein Königreich mit einer absoluten Monarchie auf der arabischen Halbinsel. Das Land verfügt über Bodenschätze wie Erdöl, Erdgas, Gold, Salz, Eisenerz, Phosphor, Marmor, Kalkstein, Ton und Gips. Es gehört zu den größten Ölförderern und besitzt weltweit die zweitgrößte Ölreserve. Mit der Ölförderung wurde im Jahr 1938 und mit dem Ölexport 1944 begonnen. Weiterhin ist der Tourismus eine weitere Einnahmequelle. Jährlich pilgern mehr als drei Millionen Menschen in das Land, um zwei der drei heiligsten Stätten des Islams zu besuchen, die sich in Saudi-Arabien befinden. Das sind zu einem die Kaaba in Mekka und zum anderen die Prophetenmoschee in Medina.

Vision 2030

Im Jahr 2016 wurde die „Vision 2030“ vom Kronprinzen Mohammed bin Salman verkündet. Die „Vision 2030“ beinhaltet die Abhängigkeit vom Erdöl zu senken. Während Öl und Gas heute noch etwa 47 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen, sollen es im Jahr 2030 nur noch 11 Prozent sein. Dafür soll vor allem in die Ausbildung der jungen Bevölkerung, in die Photovoltaik als Energieversorgung und in weitere Bereichen investiert werden. Das Land versucht nun Investoren anzulocken. Dies setzt aber eine kulturelle Öffnung des Landes voraus.